Was ich mir von meinem Urlaub in Kuba gewünscht habe, war auch viel Ruhe. Da scheint im ersten Moment Kuba nicht das perfekte Ziel. Mit Kuba verbinden die Meisten wohl eher Salsa-Partys und Musik überall. Aber es gibt auch Orte auf Kuba, da ist es ganz leise, da sind keine Touristenmassen, keine heißen Rhythmen und keine Menschen, die ständig "Taxi" rufen - und zwar weil sie einem eins anbieten wollen.
Las Terazas war die zweite Station meiner Reise. Nachdem ich mich in Viñales nicht so wohl gefühlt hatte, weil ich das Gefühl hatte, der Ort existiert eigentlich nur vom und für den Tourismus, freute ich mich, als ich in Las Terazas ankam vor allem über die wenigen Touristen. Eigentlich wollte ich mir zwei Nächte im Öko-Hotel Moka gönnen, aber es war nicht nur sauteuer, sondern auch ausgebucht und so wurde daraus nichts. Die vom Taxifahrer vorgeschlagenen Pensionen fand ich scheußlich und so fuhr ich einfach mit zwei Polinnen, die mit im Taxi saßen zu den Baños San Juan, wo sie hofften in "cabanas rusticas" unterzukommen. Als wir ankamen, war der Regen noch ein bisschen stärker geworden und zum Glück waren zwei der Hütten frei. In den Hütten konnte man immer zu zweit übernachten. Sie waren sehr einfach, es lagen zwei Matratzen und Decken darin. WC und Dusche gab es auf dem Gelände und Frühstück gab es am Morgen auch und wenn man wollte auch etwas zu essen am Abend. Die ganze Anlage war sehr einfach und die Küche miserabel, aber ich blieb schließlich drei Nächte, weil ich mich so wohl fühlte. Denn das beste an dem Ort waren die kleinen Wasserfälle und Becken, über die der kleine Fluss plätscherte und in denen es sich ganz ausgezeichnet baden ließ. Obwohl es regnete, machte ich mich gleich nach Ankunft auf, um mich zu erfrischen. Und jeden Morgen startete ich mit einem erfrischenden Bad im Wasserfall.
In Las Terazas kann man nicht besonders viel unternehmen. Es gibt die Möglichkeit, sich einen Guide anzuheuern und durch den Dschungel zu wandern. Wobei das vielleicht auch mit GPS-Gerät möglich wäre, aber die Gefahr sich zu verlaufen ist ganz allein schon enorm groß, weil es keinerlei Schilder gibt. Der Guide kann zudem - auf Spanisch - etwas über Flora und Fauna erzählen und auf interessante Dinge hinweisen. Ich bin mit den zwei Polinnen aus dem Taxi auf so eine Tour gegangen und habe die Ruinen der Zuckermühlen erkundet. Der Dschungel ist nur einige Jahrzehnte alt, da die Gegend für den Zuckeranbau gerodet wurde, das würde man aber kaum denken, wenn man durch den Wald läuft. Ich war total beeindruckt von der Artenvielfalt.
Ansonsten gibt es in Las Terazas ein vegetarisches Restaurant mit sehr leckerem Essen, wo ich zwei mal war, noch ein anderes Restaurant, welches ich nicht ausprobiert habe, weil gerade eine amerikanische Reisegruppe das ganze Lokal besetzte, als ich reinwollte, und noch zwei, drei Cafés. Das vegetarische Restaurant ist sehr zu empfehlen. Vor allem, wenn man einen Platz auf dem Balkon erwischt, ist es herrlich (da gibt es aber nur zwei Tische, also muss man Glück haben). Das Museum im Ort hat geschlossen, einen Geldwechsel oder eine Bank habe ich nicht gefunden. Wenn man dennoch zu viel Geld dabei hat, kann man sich noch für schlappe 30 Euro einmal mit einer - zugegeben recht langen - Seilbahn über den Ort schwingen. Das habe ich nicht ausprobiert, weil es mir zu teuer für die paar Minuten Spaß und Nervenkitzel war. Außerdem gibt es einen kleinen Kunsthandwerksmarkt, auf dem unter anderem kleine Kolibris aus Holz verkauft werden, die jetzt sehr schön eine Ecke über meiner Couch schmücken. Der Markt ist klein, aber definitv schöner als beispielsweise die Markthalle in Havanna. Daneben gibt es noch Ateliers und Kunsthandwerksläden in manchen Häusern.
Ich habe also in Las Terazas vor allem viel Zeit in meiner Hütte verbracht und gelesen, nichts getan, im Fluss gebadet und bin ein wenig umherspaziert. Das kann auch mal ganz schön anstrengend sein, denn die Gegend ist hügelig und der Platz mit den Hütten ein ganzes Stück außerhalb. Glück hat man, wenn man das kleine gelbe Gefährt erwischt, dass aussieht wie ein Fiat-Mini-Lieferwagen, hinten aber zwei Sitzbänke aufgebaut hat. Für wenige Euro bringt es einen hin und her.
Nach Las Terazas kommt man mit dem Viazul-Bus aus Richtung Viñales oder
Havanna oder mit dem Taxi (colectivo). Es ist ratsam, sich eine
Weiterfahrt vorher zu organisiseren, weil es in Las Terazas keine
Möglichkeit gibt, irgendwas zu organisieren. Ich hatte Glück und konnte
mich an ein deutsches Ehepaar dran hängen, die bereits ein Taxi
colectivo nach Trinidad für sich organisiert hatten und so blieb mir der
Stress erspart, zu hoffen, dass es noch Platz im Viazul gäbe und dann
irgendwie von Havana weiterzukommen.
Die Tage in der Hütte waren ein sehr schöner Teil meines Urlaubs. Total entschleunigend, weil ich mich damit abfinden musste, dass ich nun mal nicht viel unternehmen konnte dort. Ruhig und gut zum Runterfahren und wirklich Ankommen im Urlaub. Von dort aus konnte es wieder in ein bisschen lebendigeres Getümmel gehen - ich fuhr noch nach Trinidad und Havanna.









