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Samstag, 7. November 2015

Bayern, Biergärten, Brezen

Es ist eine andere Welt. Mir wird bewusst, dass ich bis zu meinem nächsten Besuch wohl keine so gute Breze mehr essen werden, als ich im Fernbus zurück nach Leipzig sitze. Ein letzter Seitenblick auf die Münchner Frauenkirche, dann setzt sich der Bus in Bewegung. 

München gehörte nie zu meinen Lieblingsstädten (Wobei ich davon einige habe: Leipzig, Cluj, Belgrad, Timisoara...). Im Studium war ich gewzungen, von Regensburg aus regelmäßig für Seminare herzukommen. Ich sah nie viel mehr als Hauptbahnhof, U-Bahn sowie Historicum und Hauptgebäude der LMU. Die offensichtliche Schickeria schreckte mich ab, alles kam mir teuer und exklusiv vor. Die monumentale Architektur verstärkte den Eindruck noch. Bayern dagegen habe ich liebgewonnen: Regensburg und die Donau, die Holledau mit ihren Hopfenfeldern, das Bier, die Brezen und natürlich die Biergärten. So war es wohl auch irgendwie logisch, dass ich meine kleine Bayernreise nicht in der Landeshauptstadt sondern in der Provinz begonnen habe.

Ich besuchte eine ältere Cousine, die mit ihrem Mann und ihrer 18-jährigen Tochter in Oberbayern wohnt. Es waren drei wunderbare Tage bei ihnen mit einer Menge tiefgreifenden Gesprächen, viel Sonne und Zeit für mich, aber auch gemeinsamen Spaziergängen und einem kleinen Ausflug zur "Schönen Aussicht". Bei schönstem Biergartenwetter aßen wir unter lauter Ausflüglern, später unternahm ich noch einen kleinen Waldspaziergang. Es war so etwas wie ein seelisches Wellness-Programm, denn ich fühlte mich augenblicklich wohl und willkommen. Dazu trug bestimmt das leicht feministische, linke und vegetarische Umfeld der Frauen des Hauses bei. In meinem Kopf wurden mal wieder ein paar Sachen durcheinandergepustet, aber auf eine angenehme Art und Weise, so dass ich jetzt darüber Nachdenken und die Gedanken neu ordnen kann. 

Wenn ich in München und Umgebung bin, versäume ich es eigentlich nie, eine ehemalige Studienkollegin zu treffen und so war das der zweite Punkt meiner Reise. Sie wohnt seit ein paar Jahren in der Oktoberfest-Stadt (und hasst selbiges) und hat mir schon bei früheren Besuchen die schönen Ecken der Stadt gezeigt. München ist eben auch Englischer Garten und Isar, ist eben auch eine Metropole mit entsprechendem kulinarischen und kulturellen Angebot. Sie holte mich morgens am Bahnhof ab, und es trieb mir sofort ein breites Grinsen ins Gesicht, als ich feststellte, dass wir automatisch und ganz ohne Absprache beide den Imbiss als Treffpunkt annahmen, bei dem wir uns in der Studienzeit immer mit Verpflegung für den Zug ausgestattet hatten. Nach einer kleinen Touristentour durch die Innenstadt - wir kamen gerade rechtzeitig um am Rathaus das Glockenspiel und die Figuren zu beobachten - liefen wir entlang der Isar zum Englischen Garten und genehmigten uns am Chinesischen Turm ein Radler. Danach steuerten wir das Stadtmuseum an und besuchten die Sonderausstellung zu Damenmode der 1930er Jahre. Die Ausstellung ist sehr zu empfehlen und noch bis Mai 2016 zu sehen: Gretchen mag's mondän – Damenmode der 1930er Jahre. Einer vom Wachpersonal bat mich, für eine verirrte Amerikanerin zu dolmetschen, die eine Ausstellung zum Mittelalter mit Ritterrüstungen suchte. Wir wiesen sie mit vereinten Kräften darauf hin, dass das nicht wirklich das richtige Museum sei, sie war aber schon überfordert von dem Gedanken, in einer andere Etage zu gehen, weil sie den Aufzug nicht fand. Wenn ich jemals beim Reisen so dermaßen das Orientierungsgefühl verliere, setze man mich bitte in den nächsten Flieger gen Heimat. Nach dem Museum schlossen wir den Abend noch mit einem viel zu reichlichem, aber wunderbar leckerem Essen in einem afgahnischen Restaurant ab (Bamyan Narges), darauf tranken wir noch das letzte Radler in einem Lokal im Glockenbachviertel. 


Als ich dann in besagtem Fernbus saß, lagen vier Tage Bayern hinter mir, die mal wieder eine Vielzahl neuer Eindrücke mit sich gebracht haben. Ich habe ein neues Eckchen Bayerns entdeckt, mein Bild von München mal wieder ein bisschen erweitert und ein paar großartige Tage mit tollen Menschen um mich rum gehabt. Das Versprechen für einen Rückbesuch ist jeweils abgenommen, ich hoffe, dass er auch bald stattfindet. Es ist schade, wenn liebe Menschen so weit weg wohnen, dass man sie nicht regelmäßiger sehen kann, andererseits ist es dann immer fantastisch, wenn man sich mal wieder sieht. Bayern ist anders als der Rest von Deutschland und wohl vor allem Ostdeutschland, das merkte ich im Biergarten zwischen all den Rentnern in Softshell-Jacken, die sich zum Kaffee trafen. Das merkte ich auch beim Spaziergang durch den Ort, der Lebendigkeit ausstrahlt mit seinem Bioladen und seiner Buchhandlung, mit seinem lebendigen Treiben im Ortskern, aber auch mit seinen Offenställen für die Kühe, die auftauchen, sobald man eine halbe Stunde aus dem Ort herausspaziert. Dort dominieren dann pittoreske, gepflegte Höfe das Bild. Im Osten fühlt sich immer alles an, als wäre es gerade am Sterben, und das seit 20 Jahren. Ich mag Sachsen und es gibt auch wahnsinnig schöne Ecken, aber man sieht gerade im Kontrast die Armut, das Improvisierte, die Arbeitslosigkeit stärker, gerade im ländlichen Gebiet. Perspektivlosigkeit, die man fast mit den Händen greifen kann an jeder Ecke und Menschen, die das auch gern offen zur Schau stellen (vgl. Frag nicht nach Sonnenschein). In Bayern fühle ich mich auch nach wie vor gut, obwohl damit auch negative Gefühle verknüpft sind, überwiegen doch die positiven. Leckere Brezen und ein gutes Helles, am Besten an einem sonnigen Tag mit Freunden im Biergarten genossen, das bleibt für mich immer mit Bayern verbunden.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Ser's Bayern...

[Ser's: bayr., Kurzform von Servus, Floskel zur Begrüßung und Verabschiedung, genutzt vor allem in Süddeutschland]

Das war es dann jetzt erst einmal mit Regensburg. Es fühlt sich an, wie ein wichtiger Abschnitt in meinem Leben. Ich kann jetzt Bayrisch zumindest passiv, ich weiß, was ein Helles ist und dass man Obatzten bestellt und nicht Obatzter, ich kenne die Autobahnschilder von Regensburg bis Hof auswendig - ich habe ganz schön was gelernt in den letzten drei Jahren.


 

Im Ernst: Ich habe was gelernt. Einen Universitätsabschluss drauf gesetzt, eine Beziehung beendet, die mir nicht gut tat, allein gelebt, gestrauchelt, gekämpft und es geschafft. Wunderbare Freundschaften geschlossen und großartige Menschen kennengelernt. Geschichte lieben gelernt und angefangen, wissenschaftlich zu arbeiten. Auch mal Mist gebaut, auch mal hinter meinen Möglichkeiten zurück geblieben, aber vor allem eines: Gelebt.

Ich bin immer gern gereist und war immer neugierig. Aber ich habe mich dennoch ganz schön verändert in den letzten drei Jahren und bin nun noch neugieriger, reiselustiger, offener und mutiger. Vor allem furchtloser, was die Zukunft angeht. Irgendwie wird sich alles finden. Und überall auf dem Weg trifft man Menschen, die es wert sind, die Zeit mit ihnen zu teilen. Aber die guten Freunde, das hat sich auch gezeigt, sind eine wichtige Konstante im Leben und machen es so richtig lebenswert.

Nun ist es Zeit zu gehen, Zeit für was Neues. Was das sein wird, wird sich zeigen, aber im Moment ist es gut und richtig, die Zelte abzubrechen. Die Regensburgerinnen, die mir so ans Herz gewachsen sind, werde ich weiter sehen, ob nun in meinem Garten, im Zoo in München oder im Biergarten in Regensburg.

Der Sommer bringt Reisen und ein paar Aufgaben. Vielleicht den vorerst letzten Serbisch-Sprachkurs in Belgrad und vielleicht eine Ahnung, wo es hingehen soll. Die Pläne sind vorerst vage, aber wenn nichts dazwischen kommt, werde ich wohl ein bisschen hier verweilen. Mut zum Leerlauf zeigen. Orientierung gewinnen.

In diesem Sinne: Pfüat di, Re'nsburg, grüß di, Sachsen. Mal schauen, wie stark sich der sächsische Dialekt erneut meiner Aussprache bemächtigt in nächster Zeit. Düschdsch, nehm ich an.


 

Mittwoch, 17. April 2013

Biergartensaison eröffnet ✓

Ich war von Sonntagabend bis Dienstagmittag in Regensburg, da ich am Montag einen Termin mit meinem Professor hatte. Ganz schön kurz, sollte man meinen, und deswegen bestimmt stressig. Umso verwunderlicher, dass es das überhaupt nicht war. Ich habe selten so viel rumgegammelt und trotzdem so viel geschafft.



Am Sonntagabend habe ich den armen Karl, meinen treuen alten Clio mal wieder ein bisschen antreiben müssen, damit ich es noch pünktlich zum Tatort schaffe. Dann stand erstmal gemütlicher Filmabend und Quatschen mit zwei Freundinnen auf dem Programm.
Der nächste Tag begann mit Jogging entlang meiner Lieblingsstrecke, gefolgt von einem gemütlichen Frühstück mit Zeugs aus dem Biomarkt an der Donau. Dann ein Termin mit meinem Professor und damit war der stressigste Teil abgehakt. Eine ausgedehnte Mittagspause mit einer promovierenden Freundin und ihren Kollegen folgte, dann ein wenig Sonne tanken mit anderen Mitstudenten, bevor ich noch ein paar Bücher in der Bibliothek bestellte und einscannte. Abends radelte ich noch schnell zum Biomarkt, um mich mit Lebensmitteln einzudecken, von denen ich vermute, dass ich sie im Provinzsupermarkt nicht bekomme, dann ließ ich den Tag mit einer Freundin im Biergarten ausklingen. Am nächsten Tag kam morgens furchtbar früh der Schronsteinfeger, um meinen Gasofen zu kontrollieren und unverständlich auf Bayrisch vor sich hin zu reden, dann transportierte ich mit einer Freundin meine Kommode zu ihr, da ich ja bald ausziehen würde und diese nicht mehr benötigte. Ich stellte dann fest, wie bescheuert es ist, in Regensburg mit dem Auto unterwegs zu sein, weil ich dreimal im Kreis fuhr, eh ich es schaffte, in die Innenstadt zu gelangen und dann ewig Parkplätze suchte, vor allem an der Uni. Trotzdem habe ich es irgendwie geschafft, meinen Antrag auf Zulassung zur Prüfung pünktlich im Prüfungsamt vorzulegen und danach musste ich nur noch Bücher ausleihen und ansonsten Mittagessen mit den Mitstudentinnen und in der Sonne sitzen mit ebendiesen.

Perfekt. Viel Sonne, ein wenig Stress und viel von meinen Mitstudentinnen, so hatte ich es mir vorgestellt.

Samstag, 2. März 2013

Absprung mit wenig Anlauf

Mal wieder bin ich auf dem Weg nach Osten, nach Südosten, um genau zu sein. Hinter mir liegen stressige Wochen, vor mir liegen stressige Wochen, aber im Moment ist alles genau richtig. Noch habe ich es nicht geschafft, meine Wohnung unterzuvermieten, allerdings bin ich praktisch bereits zu 95% ausgezogen. Mein Fahrrad und ein paar Kisten fehlen noch. Wenn ich zurückkomme, werde ich also nicht mehr nach Regensburg gehen, sondern mich in der Urheimat niederlassen. Der Gedanke macht mir abwechselnd Angst und erscheint mir ganz reizvoll. Wie es in der Praxis aussieht, wird sich zeigen. Wenn ich komme, erwartet mich erst einmal eine Vielzahl von Kisten, die darauf wartet, in den Bestand des Hauses integriert zu werden. Noch mehr Kram. Eigentlich arbeite ich doch daran, dass es weniger wird...


Zunächst aber fast vier Wochen Südosteuropa. Eine Auszeit, eine Pause, aber auch der Wille und die Neugier zum Lernen – Intensivsprachkurs Serbisch steht an. Ich habe noch immer keine Ahnung, wo ich in Belgrad wohnen werde, was nur eine leichte Unsicherheit aufkommen ließ. Ich zwinge mich, balkanischer zu sein, und auch wenn ich meine Herkunft nicht leugnen kann, bin ich seit letztem Jahr schon sehr viel gelassener geworden. Und noch angstfreier. Allein nach Pristina? Warum nicht? Ich berichte, falls ich es schaffe, hinzukommen. Ich habe noch nichts geplant für die nächsten drei Wochenenden, ich hoffe, ich werde nicht zu platt sein, um etwas zu unternehmen. Aber es geht auch ohne Planung. Letzten Sommer der Balkantrip hat gezeigt, wie am Ende alles irgendwie funktioniert. Aber vom Fräulein aus Berlin, meiner Erasmuskollegin, weiß ich auch, dass man manchmal nicht so viel unterwegs sein sollte, sondern lieber mal ausruhen und genießen. Ich werde beides im Hinterkopf behalten und je nach Laune entweder chillen oder reisen.

Samstag, 16. Februar 2013

Noch fertiger. Noch glücklicher.

Gestern war ich ja bereits fertig und glücklich.
Heute hat sich das intensiviert. Ich realisier so langsam, dass das, wovor ich ein paar Monate Angst hatte, dass, was mich in letzter Zeit beschäftigt habe, was mir Sorgen gemacht hat, nun vorbei ist. Deswegen bin ich immer glücklicher.
Zu dem Glück gesellt sich aber auch ein kleiner Kater, den ich mir beim Feiern gestern wohl aus Versehen mitgenommen habe und der sich jetzt in meinen Hirnwindungen austobt. Lassen wir ihn mal, er wird sich schon wieder beruhigen.

Das war übrigens gestern mit in meinem persönlichen Belohnungspaket von mir selbst. Ich hatte mir die Schallplatte von Me and my drummer und Ein bisschen mehr Herz von Enno Bunger als CD bestellt, und konnte das dann passenderweise gestern Nachmittag von der Packstation holen. Leider kann ich mir Me and my drummer noch nicht anhören, weil ich hier keinen Plattenspieler habe, aber dafür habe ich schon intensiv Enno Bunger gehört. Nicht so gut wie live, aber einige Lieder sind einfach wahnsinnig schön.

Freitag, 15. Februar 2013

Fertig. Glücklich.

Die Masterarbeit ist abgegeben und ich bin zunächst unheimlich erleichtert, dann aber auch total übermüdet und ein wenig orientierungslos.

Was auf jeden Fall fällig ist: Ein fetter Dank!

An meine Korrekturleser, von denen es nur eine geschafft hat, sich durch meine anarchistische Zeichensetzung und verschwurbelten Gedankengänge zu kämpfen. Aber auch den anderen gilt ein großes Dankeschön, zB nach Connewitz für die Hinweise auf offensichtliches und sogar an die Person, die mich drei Tage vor der Abgabe fragte, ob ich mir wirklich sicher wäre, dass es keine bessere Literatur gäbe. Naja, letzterem gilt eher Dank dafür, dass er danach auch ganz schnell mailte, es wäre alles ok, ultra-bine sozusagen, und alles werde gut.

Vielen lieben Dank an meinen Telefonjoker in schlechten Zeiten - es ist soooo toll, jemanden zu haben, bei dem man weiß, dass man sich nach dem Telefonat definitiv besser fühlt.

Vielen Dank an meine Mädels vom Studiengang, die mich moralisch unterstützten, mir Mut zuredeten, Erfahrungen teilten und sich mein Leidklagen anhörten.

Vielen Dank natürlich an die Crowd, die sowieso die Beste ihrer Art ist. Danke für Berlin, Weihnachten, Silvester... Für jedes kurze oder lange Zusammensein. 

Danke auch an meinen Nachbarn, dass er heute morgen um sechs nicht bei mir geklingelt hat, als der Drucker mehrmals ein lauttönendes Warngeräusch von sich gab, weil das Papier für den Probedruck alle war.


Was mach ich jetzt? Kroatisch-Intensivkurs hier an der Uni für ein paar Tage. Danach Serbisch-Intensiv in Belgrad für drei Wochen. Danach Tomaten pflanzen. Keine Ahnung, aber im Moment ist wichtig: Etwas essen, anstoßen, schlafen und regenerieren, feiern. In der Reihenfolge, vielleicht auch erst nach dem feiern schlafen.


Dienstag, 1. Januar 2013

Ein gutes altes Jahr, ein gutes neues Jahr

Das letzte Jahr war durchwachsen, es gab einige harte Momente, aber insgesamt war es ein großartiges Jahr. Ich bin viel herumgekommen, dass ich die Möglichkeit dazu hatte war eine glückliche Fügung. Ich habe ganz viel gelernt dieses Jahr und bin soweit vorangekommen. Ich weiß immer noch nicht genau, was ich will, aber das ist nicht mehr so schlimm. Das Wichtigste war wohl die Erkenntnis, dass es alles irgendwie klappt. Ich habe viele neue Ideen und Impulse bekommen und neue Sachen ausprobiert, die ich unter anderem Umständen vielleicht nicht gemacht hätte. Ich habe Freundschaften geschlossen und intensiviert, eine Menge Menschen kennen und schätzen gelernt, die wohl zu den Besten auf dieser Welt gehören. Meine Leidenschaft für Musik ist wieder aufgekeimt und obwohl ich immer noch ganz schön beschränkt bin in meinem Geschmack, habe ich mich doch auch auf neue Sachen eingelassen. Ich war wieder viel bei Konzerten, ich habe wild und selbstvergessen getanzt. Ich bin meine Abschlussarbeit angegangen und wie auch immer es am Ende wird, ich weiß, dass ich es schaffen kann, wenn ich es einfach anpacke.


Hier eine schnelle Jahreszusammenfassung in Bildern...








Montag, 3. Dezember 2012

Blendende Aussichten

Im Moment schreibe ich meine Masterarbeit. Deswegen gibt es hier auch so wenig zu erzählen - zumindest keine großen Reisen. Meine Reiseroute, fast täglich: Über die Donau, den Berg hoch, Bibliothek, Mensa, Bibliothek, irgendwann zurück. Manchmal variiere ich ein wenig und bin noch ein-zwei Stündchen in der Südostbibliothek im Stadtzentrum, manchmal habe ich noch Bosnisch/Kroatisch/Serbisch-Sprachkurs. Der Kurs wird von einem Bosniaken unterrichtet, der ein kroatisches Lehrbuch verwendet und immer wieder Sachen einwirft wie: "Aber im Serbischen würde man "voz" statt "vlak" sagen."
Im Februar gebe ich meine Masterarbeit ab. Und im März, so ist der Plan, lerne ich dann intensiv Serbisch, drei Wochen in Belgrad. Es ist wunderbar, etwas für danach zu haben. Auch wenn es nur ein Sprachkurs ist. Und ich freu mich schon jetzt, genau drei Monate davor, wie wahnsinnig auf Belgrad.

Dienstag, 18. September 2012

Wien nach Regensburg und ein Fazit

Die letzte Etappe der Rumänien-Tour


Wir frühstückten in einem Wiener Kaffeehaus ein traditionelles Wiener Frühstück und brachen dann auf, um zur Autobahn Richtung Linz zu gelangen. Wir standen eine Weile an einer Tankstelle und sprachen wirklich jeden an, der anhielt. Die meisten mussten leider nicht weit oder wollten uns aus anderen Gründen nicht mitnehmen. Immerhin waren wir jetzt nur noch zu zweit, das war einfacher. Eine Dame, die mit ihrem Sohn unterwegs war, antwortete schließlcih: „Ja, mein Sohn hat schon gemeint, ich soll sie mitnehmen.“ Als sie vom Bezahlen wieder herauskam, stiegen wir ein. Sie brachte uns nicht nur nach Linz, sondern bis an eine Raststätte kurz nach Linz. Dort standen wir ziemlich lange. Wir dachten gerade darüber nach, von der Raststätte zur Tankstelle zu wechseln und dort Leute anzusprechen, da hielt jemand an. Mein Erasmus-Kollege ging gleich auf der Auto zu und überrumpelte den Fahrer etwas. Es stellte sich heraus, dass dieser eigentlich nur für eine Telefonkonferenz angehalten hatte. Wie dem auch sei, er räumte uns seine Sitze frei, ließ uns einsteigen und führte seine Konferenz, bevor er losfuhr. Eigentlich musste er nicht wirklich in unsere Richtung, aber schließlich fuhr er uns bis Regensburg und setzte uns nahe der Stadtmitte ab. Wir nahmen einen Bus Richtung meiner Wohnung und waren kurz vor sieben da. Der Tag wurde noch gekrönt von einem Essen im Orkan – immer wieder extrem lecker – und einer kleinen Abschiedsfeier für eine Freundin, die ins Auslandssemester ging. 



Was ist nun mein Fazit zu der ganzen Autostopgeschichte? Es ist definitiv eine interessante Art zu reisen und ich werde es wohl mal wieder machen. Das wichtigste dabei ist wohl Geduld und zu schüchtern sollte man auch nicht sein. Man muss einfach auf die Leute zugehen und fragen, denn das kostet ja bekanntlich nichts und wenn man den Mund nicht aufkriegt, wird man wohl kaum mitgenommen. Ein relativ gepflegtes Äußeres hilft auch. Wenn man in durchlöcherten Jeans und Bundeswehrparka am Straßenrand steht, sind die Chancen, denke ich, geringer, als wenn man „ordentlich angezogen“ ist und ein Trekkingrucksack mach mehr her als ein zusammengeschnürtes Bündel Habseligkeiten. Einen möglichst seriösen Eindruck zu machen ist wohl einer der wichtigsten Punkte. Man trifft auf ganz unterschiedliche Menschen unterwegs, es ist spannend und zuweilen horizonterweiternd, sich ihre Geschichten anzuhören. Man muss aber auch mit Leuten klarkommen, deren politische Ansichten man vielleicht nicht teilt, aber wenn man in ihrem Auto sitzt, sollte man sich schon größtmöglich in Toleranz üben.
Es ist definitiv eine sehr billige Art zu reisen. In Rumänien gaben wir noch immer einen kleinen Obulus, weil das dort so üblich ist, ab Budapest dann nicht mehr. Natürlich muss man Ausweichmöglichkeiten haben. Wenn es zu nass, zu kalt oder dunkel wird, sollte man überlegen, irgendwo zu übernachten oder einen Zug zu nehmen. Und man muss eben sehr viel Geduld haben und für eine längere Strecke entsprechend Zeit einplanen, da man durch die zuweilen langen Wartezeiten natürlich nicht so schnell vorankommt wir mit dem Bus oder dem Zug.
Ich würde es gern mal wieder machen. Trotzdem, auch wenn ich gesehen habe, dass es relativ ungefährlich ist, würde ich es nicht allein machen. Andererseits, wenn sich mal die Möglichkeit bietet für eine kleiner Strecke – warum auch nicht. Ich würde es wohl von der jeweiligen Situation abhängig machen, einfach davon, ob ich mich selber sicher fühle oder auch nicht.

Sonntag, 9. September 2012

Sonntag, strahlend blauer Himmel, im Allgäu

Die erste Etappe der Rumänien-Tour


Ich habe einen Wizzairflug gebucht nach Rumänien, weil Bahn zu teuer, zu kompliziert und zu langwierig war und die Lufthansa bei kurzfristigen Flügen immer ziemlich viel Geld will. Der Flug jetzt ist ein Schnäppchen - der Haken an der Sache - ich fliege vom Allgäu-Airport. Und der ist, auch wenn er bei manchen Billigfliegern als München-West bezeichnet wird, leider sehr sehr weit weg von München (so wie "Frankfurt"-Hahn und Frankfurt). Also habe ich mich entschieden, einen Tag eher hinzufahren, ein Hotelzimmer zu buchen und dann von Memmingen aus zum Flughafen zu starten. Da gibt es einen Bus, das ganze dauert angeblich eine Viertelstunde. Ist immer noch weit billiger als Lufthansa.
Deswegen bin ich heute nach kurzem Aufenthalt in meiner Regensburger Wohnung zum Bahnhof geradelt, einen Rucksack mit meinem Reisegepäck auf dem Rücken und bin nach Memmingen gefahren, 3 Stunden und 14 Minuten von Regensburg aus. Da habe ich mich, als ich am Bahnhof ankam, zunächst geärgert, so früh aufgebrochen zu sein, denn ich habe natürlich auch die Hälfte vergessen, und die Stadt machte zunächst keinen guten Eindruck. Dann hat es sich aber doch gelohnt - ein hübsches Städtchen mit ganz vielen ganz alten Gebäuden. Ich hatte sogar mal wieder Lust, ein bisschen zu fotografieren. Die erste Etappe ist also geschafft. Morgen muss ich dann sehr früh raus und 6.08 den Flughafenzubringer erwischen, 8.00 Uhr geht dann mein Flug und gegen Mittag bin ich in Bukarest.

Hier ein paar Bilder:

Kein Wölkchen und ein Wahnsinnsblau

Eine Nervenkeksbäckerei!?

Der Kirchturm der evangelischen Kirche in Memmingen

Ein Stadtheiliger

Eine Figur in der evangelischen Kirche

Sonntag, 5. August 2012

Gewitter über Kallmünz

Eine Mitstudentin und gute Freundin wohnt irgendwo in der Oberpfalz. Der Ort heißt Kallmünz und hat den seltsamen, nur in Bayern anzutreffenden Status eines Marktes. Von der Größe her ein kleines, niedliches Städtchen oder großes Dorf, für diese Verhältnisse war aber zum Brückenfest sehr viel los. Zu eben diesem Fest beschlossen wir nun, nach zwei Jahren gemeinsamen Studium, diese Freundin endlich mal in ihrem Heimatort zu besuchen und uns selbst ein Bild von dem mysteriösen Stück Oberpfalz zu machen, in das sie regelmäßig verschwand.



Das Brückenfest wird von einer Künstlergemeinschaft organisiert, den Namen hat es von der Steinernen Brücke, die in den mittelalterlichen Teil des Ortes, fast könnte man meinen zur Festung, führt. Es wird bloß alle paar Jahre veranstaltet und ist begleitet von zahlreichen Ausstellungen und Konzerten. Dafür, dass Kallmünz nämlich eigentlich recht winzig ist, gibt es eine enorme Galleriendichte. Wir stellten auch die These auf, dass es vermutlich mehr Naturheilpraxen als Familien im Ort gibt, aber Gallerien gibt es wohl auch mindestens so viele, wie Häuser im historischen Ortskern, denn fast in jedem Haus ist eben auch eine Gallerie. Natürlich hat auch unsere Freundin gemeinsam mit anderen Freunden eine Gallerie und zum Brückenfest organisierte sie die Ausstellung von Werken eines serbischen Künstlers in der Stadthalle. Die Gallerien waren zum Fest alle geöffnet, so dass man sich die schönen Häuser und so man etwas davon verstand - auch die schöne Kunst anschauen konnte. Für mich waren vor allem die Häuser interessant, die sich in die Felsen schmiegten, die winzigen Gassen und die schiefen Wände, die kleinen Brücken über die Vilsgasse, die Gärten und Schänken an der Naab. Kallmünz ist einfach wahnsinnig idyllisch, hier ein paar Bilder:







Wir schauten herum und holten uns an den verschiedenen Ständen etwas zu essen, wie zum Beispiel am Stand der Deutsch-Fanzösichen Freundschaft einen Zwiebelkuchen. Zum Trinken organisierten wir uns noch ein Radler und schlenderten umher. Die Musik auf den verschiedenen Bühnen war leider nicht so gut, zum einen konnte man eine Schülerband hören, die die besten Hits spielte, die Schülerbands eben meistens so spielen – also Klassiker von den Stones und Beatles und ein paar aktuelle Hits, zum anderen etwas, was wohl im Programm unter Jazz lief, was aber ebenfalls nur sehr oberflächlich diesen Bereich abdeckte, nämlich die bekanntesten Lieder, die von der Allgemeinheit mit Jazz verbunden waren. Im Programm stand wohl noch etwas von einer Menge Spaß und guter Laune, vielleicht auch Stimmungsmusik, aber die war wohl eher an eine ältere Generation gerichtet und weckte in uns nur den Wunsch zu fliehen. 
Dafür bereicherte aber eine andere Band in der engen Vilsgasse das Fest mit ihrer Musik. Die Musiker waren kurz zuvor mit dem Fahrrad gekommen und spielten wohl, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Aber das taten sie gut: 



Von Kunst verstehe ich leider nicht zu viel, ich bin aber immer beeindruckt, wenn sich Menschen offenkundig über die Qualität und Stärken bestimmter Bilder fachmännisch unterhalten können. Solchen Gesprächen konnte man viel lauschen, wir schauten uns aber einfach die Gallerien an, die zum größten Teil in kleinen denkmalgeschützten Häusern untergebracht waren.Und auf einmal stand ich dem Papst gegenüber. Zugegeben, ich war erschrocken. 


Unsere Freundin wuselte die ganze Zeit herum, wir trafen sie und ihren Freund später wieder und sie kündigte uns ein Konzert der Band ihres Bruders an. Natürlich würden wir uns das anhören, schon allein, weil es nach der Beschreibung "psychedelischer Rock" wohl besser sein würde, als alles, was wir davor gehört hatten. Wir nahmen auf den Strohballen vor der Bühne Platz, bekamen es aber bald mit der Angst zu tun, weil die Funken aus den Schwedenfeuern angefacht durch den Sturm der aufkam, sehr nah an ebendiese Strohballen heranflogen. Der Himmel verdüsterte sich zusehends...





Die Athmosphäre war klasse, die Musik war gut, aber leider leider fing es nach sehr kurzer Zeit an, wie aus Kübeln zu gießen. Gemeinsam mit dem restlichen Publikum suchten wir Zuflucht unter den über die Bühne gespannten Sonnensegeln, die das Wasser weitgehend abhielten, aber leider war damit der Abend für uns gelaufen. Mehr oder weniger durchweicht wollten wir es nicht darauf ankommen lassen, uns eine deftige Erkältung zu holen und fuhren nach Hause.
Dennoch ein sehr gelungener Abend. Kallmünz ist ein wunderschönes Örtchen, das man dringend mal besuchen sollte. Ich will auf jeden Fall nochmal hin, um mir die Burgruine anzuschauen. 

Und hier noch etwas Werbung:

 

Samstag, 7. Juli 2012

Wieder dahoam

Ich bin wieder in Deutschland, genauer in RGB, wenn auch nur temporär. In zwei Wochen fliege ich wieder nach Bukarest, dort mache ich dann noch mal zwei Wochen Rumänisch-Sprachkurs. Ich muss bis dahin einiges organisiert kriegen, schließlich habe ich im Moment keinen Laptop, keine EC- oder Visa-Karte, keinen Personalausweis - und mein Pass läuft in zehn Tagen ab. Ich schreibe aber bald mehr von der Reise und stelle ein paar Bilder online. Versprochen.

Freitag, 15. Juni 2012

Reiselust und Glücksgefühle


Diesen Text habe ich schon am Mittwoch, den 13. Juni geschrieben und den Nachtrag dann am Donnerstagmorgen.

Ich sitze, während ich dies hier tippe, im Zug Richtung Budapest. Es ist ein ziemlich leere, komfortabler ICE, ich habe einen Platz mit Tisch. In Linz werde ich in den Railjet umsteigen, erfahrungsgemäß ist es da ein wenig voller, aber immer noch recht bequem.
Ich bin im Moment ziemlich glücklich. Die letzten Tage waren großartig und auch die nächste Zeit verspricht einiges. Ich war mit meinen Freunden in Cluj auf dem Filmfestival und am Mittwoch vor meiner Abreise noch auf einem Konzert. Am Donnerstag habe ich zwölf Stunden gebraucht, um nach Hause zu gelangen. Ich bin von Cluj nach München geflogen, ab München mit dem ICE nach Leipzig gefahren und von Leipzig wurde ich dann von einer Freundin mitgenommen. Das Treffen mit ihr und einer anderen Freundin war sehr schön. In unserem alten Lieblingsclub sprangen wir am Samstagabend zu den Krachern unserer Jugend über die Tanzfläche. Außerdem habe ich die Tage in der Urheimat damit verbracht, Erdbeermarmelade zu kochen. Ich bin dann noch nach Regensburg gefahren und habe auch dort Freunde getroffen. In meiner kleinen Wohnung habe ich mich sofort nach dem Betreten wieder wohl gefühlt – sie ist einfach gemütlich und mein ganz persönliches kleines Reich. Dann an der Uni zu sein, meine Mädels zu sehen, mit ihnen in die Mensa zu gehen und abends ein Helles zu trinken – ich war sehr zufrieden in diesen zwei Tagen in Bayern. Und schließlich unsere Ausstellungseröffnung: Es waren nicht viele Gäste anwesend, aber doch so viele, dass es nicht peinlich leer war. Das Buffet war wie gewohnt sehr gut, die Gesellschaft sogar noch besser.
Heute morgen hat auch alles geklappt, ganz von allein bin ich morgens um sechs wach geworden, habe meine Sachen zusammengepackt und Brötchen für die Fahrt geschmiert. Ich hätte fast meine Kamera vergessen, aber weil ich auch ein Mäppchen vermisst habe, wo unter anderem meine Bahncard drin steckt, bin ich noch einmal zurück zur Wohnung gehastet und habe so auch festgestellt, dass die Kamera dort noch liegt. Das Auto habe ich bei einer Freundin abgestellt, damit sie ab und zu ein Auge darauf haben kann und dann bin ich mit dem Bus zum Bahnhof gefahren. Dort habe ich mir erstmal noch etwas zu trinken für die Fahrt, ein Gebäckstück und einen Cappuccino gekauft. Nachdem die Lebensmittelversorgung gesichert war, wollte ich noch eine Rückfahrkarte von Zagreb nach Regensburg kaufen, am Automaten, da Online-Ticket für diese Strecke nicht funktioniert. Ich habe im Internet den Nachtzug, den es auf der Strecke Zagreb-München gibt, gar nicht gesehen, konnte aber dann am Schalter noch eine SparNight-Fahrkarte bekommen. Mit einem zufriedenen Grinsen auf dem Gesicht – welches auch nicht verschwand, als ich meinen Cappuccino ein paar Minuten vor Zugabfahrt noch einmal quer über den Bahnsteig kippte – stieg ich in den Zug. Da sitze ich nun und freue mich auf Budapest. Ich glaube, ich werde von Budapest mit dem Nachtzug nach Alba Iulia fahren und von dort aus weiter nach Cluj. Den Aufenthalt von vier Stunden werde ich nutzen, um eines der Themalbäder zu besuchen. Es wird wohl das Kiraly werden. Ich habe extra Handtücher eingepackt. Alte zerschlissene, die ich dann nicht weiter mit über den Balkan schleppen muss, sondern ohne schlechtes Gewissen entsorgen kann. Morgen früh kann ich mir dann in den ersten Sonnenstrahlen – ich hoffe zumindest, dass in Rumänien die Sonne scheint – Alba Iulia anschauen. Perfekt.

Nachtrag: So perfekt war es dann doch nicht. Der Zug nach Alba Iulia ging zwei Stunden nach Ankunft meines Zuges aus Regensburg. Ich konnte im Zug kaum schlafen, weil ich einen Platz im Großraumabteil hatte. Um vier Uhr nachts war ich dann in Alba Iulia, bin kurz zur Festung hochgedackelt, habe ein paar nächtliche Bilder gemacht und bin wieder zum Bahnhof. Dort ging kurz nach fünf der Zug nach Cluj. In dem habe ich dann ein wenig geschlafen, die Fahrzeit war aber auch nur zwei Stunden. Müde, aber zufrieden, war ich dann morgens kurz nach acht im Wohnheim.

Samstag, 2. Juni 2012

Aufbruchsstimmung

Eigentlich bleibt mir noch ein ganzer Monat in Cluj - und dennoch, Aufbruchsstimmung macht sich breit. Das liegt auch daran, dass ich von diesem Monat wahrscheinlich weniger Zeit in Cluj verbringen als anderswo herumreisen werde. Es gibt ja noch viel zu sehen...

Außerdem möchte ich in zehn Tagen in Regensburg an der Eröffnung der Ausstellung unseres Projektes über Radio Freies Europa teilnehmen. Und vorher fahre ich nochmal nach Hause, besuche die Großeltern, helfe bei einem Umzug nach Leipzig (die Stadt, die neben Regensburg und Cluj den ersten Platz auf meiner "Da würde ich mal gern leben"-Liste belegt) und vielleicht schaffe ich es ja auch mal, in den Steinbruch zu springen. Ich freue mich darauf, dann aber auch wieder nicht, weil ich Cluj und die Leute hier nicht verlassen möchte. Ich habe - und das hätte ich nicht erwartet - Freunde gefunden. Vorgestern Abend haben wir Käsespätzle gegessen und waren in einem Stummfilm mit live Vertonung, gestern habe ich mit den Damen aus dem letzten Zimmer Kaffee getrunken. Ich sollte Hausarbeit schreiben, aber es ist gerade so viel wichtiger, Zeit zusammen zu verbringen, weil ich sie alle doch ziemlich liebgewonnen habe.

Aber ich komme ja wieder nach Cluj Mitte des Monats, um es als Ausgangsstation für meine Reisen zu nutzen. Der Plan: Schwarzmeerküste und Istanbul und zurück durch die Schluchten des Balkan. Am liebsten ganz Ex-Jugoslawien abklappern von Montenegro bis Slowenien. Der Weg ist das Ziel, in diesem Fall noch viel mehr als sonst.


(Bildquelle: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/15/Karl_May_In_den_Schluchten_des_Balkan_001.jpg)