Dienstag, 25. Februar 2014

In einer unbekannten Höhle



Nein, unbekannt ist die Höhle eigentlich wirklich nicht, nur für uns war sie es eben noch bis Sonntagmittag: Die Pestera Româneşti. Wer war nicht schon alles da - neben hunderten von Konzertbesuchern auch die gesamte Banater Philharmonie (ein paar Klaustrophobe vielleicht ausgenommen) und zumindest in Rumänien bekannte Bands wie Celelalte Cuvinte und Zdob si Zdub. Aber wir, nun wir waren eben nun zum ersten Mal da. 

Die Reise begann am Sonntagmorgen kurz nach acht, als wir Karl mal wieder sattelten und aufbrachen, nicht ohne Zwischenstopp um Mitreisende, Wanderschuhe und Taschenlampen aufzusammeln. Dann ging es im gemächlichen Tempo Richtung Lugoj, weiter nach Faget und schließlich nach Romanesti, wo wir Karl stehen ließen. Im Dorf gibt es an einer Stelle eine Tafel, die dem Anschein nach schon vor vielen Jahren mit europäischen Fördergeldern gebaut wurde und nicht sehr informativ ist. An dieser Tafel geht ein Feldweg ab, zunächst nach wenigen Schritten zum Friedhof des Dorfes, dann weiter ins Blaue hinein. Diesem Weg muss man immer folgen. Irgendwann erscheinen auch tatsächlich Markierungen in Form von gelben Kreuzen am Wegesrand, doch da hat man vielleicht schon zwei Kilometer zurückgelegt. Insgesamt läuft man etwa 4 km, was man in einer Stunde schaffen sollte. Zum Schluss geht es um einen Berg herum gewunden ein Stück abwärts und da steht man auch schon vorm etwa neun Meter breiten Höhleneingang.

Die Höhle selbst besteht aus drei Ebenen oder auch drei Kammern - einer großen "Eingangshalle", wo auch die Konzerte stattfinden, einer Fledermaushöhle, wo die Tiere anfangen zu quieken, wenn sie das Taschenlampenlicht sehen und einer kleineren letzten Höhle. Davon ab gehen ein paar Sackgassen und kleinere Schachte, die man nicht betreten kann. Die ganze Höhle ist unbeleuchtet, man braucht also unbedingt Taschenlampen zum Betreten. Viel Spektakuläres gibt es nicht zu sehen, Kristalle, Stalaktiten und Stalagniten, unterirdische Bäche oder Gletscher fehlen hier - aber wenn man sich mit ein wenig Fledermauskacke und einer einfachen Höhlenerkundung begnügt, ist sie einen Ausflug wert.


Wir machten uns nach einer Keks- und Brotpause auf den Rückweg ins Dorf. Eigentlich wollten wir ja im nächsten Dorf rauskommen, aber schließlich landeten wir nur wenige hundert Meter von Karl entfernt fast am Ausgangspunkt. In einer Kneipe, die nicht sehr heimelig wirkte, aber immerhin offen hatte, kauften wir ein Twix und damit die Information, wo es denn zu der Klippe ginge, über die ich im Nachbardorf gelesen hatte. Nuschelnderweise erhielten wir missmutig Auskunft - immer geradeaus. Mehr als eine Straße gab es ohnehin nicht. Wir fragten noch einmal, nur um des Fragens willen, eine Oma am Straßenrand, die uns die gleiche Antwort gab. Schließlich fuhren wir aufgrund mangelnder Parkplätze ersteinmal vorbei an der Klippe des Florian, und weiter in eine Art Feriensiedlung mit einigen Bungalows und Restaurant in der Mitte. Wir wanderten ein Stück den Waldweg entlang, ehe es wieder zurück zum Auto ging. Nun hielten wir noch an der Klippe und kletterten sogar hinauf. Mutig nahmen wir die Gefahr in Kauf, wie Florian herunterzustürzen, aber auch hier kamen wir heil wieder herunter.

Falls sich jemand fragt, wo in Rumänien ich ungefähr war.
Der Rückweg lag damit vor uns und in gemessener Geschwindigkeit fuhren wir sicher nach Hause. Erwähnenswert sind noch die 15 km Autobahn bei Lugoj, die wir fuhren, einfach, weil es in Rumänien so selten Gelegenheit dafür gibt. Mehr als 15 km war aber leider auch dieses Teilstück nicht lang und so zuckelten wir den Rest auf einer Europastraße durch die Dörfer gen Temeswar.

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