Nein, diesmal geht es nicht um kulturelle Hürden sondern einen richtigen Stein - auch wenn man über ihn nicht tatsächlich stolpern soll, sondern eher im Geiste und im Herzen. Das Projekt Stolpersteine ist ein Kunstprojekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig. Die Steine mit kleinen Messingplatten sollen an Opfer des Nationalsozialismus erinnern. Sie werden an Orten verlegt, wo Juden, aber auch Roma, Homosexuelle oder Regimegegner zuletzt freiwillig gewohnt haben. Der unbegreiflichen Zahl von sechs Millionen setzen sie ein nachvollziehbares Einzelschicksal entgegen. Ich bin sehr glücklich, Teil einer Initiative gewesen zu sein, die den ersten Stolperstein in Rumänien verlegt hat.
Der Stein liegt in Timisoara, im Stadtteil Fabric, einem meiner Lieblingsstadteile. Das Haus ist ein zweistöckiger Altbau, heute wohnen einige Familien darin und auch ein Büro ist im Erdgeschoss. Der Hof ist belebt mit Kindern, Essensgerüchen und Töpfeklappern aus den angrenzenden Wohnungen. Für den Stolperstein ist Gunter Demnig extra nach Rumänien gekommen - auch er hat sich über die Premiere gefreut. In Europa ist Rumänien nun das 18. Land in dem Stolpersteine liegen. Gunter Demnig möchte gern in allen Ländern verlegen, in denen Menschen im Nationalsozialismus verfolgt und in den Tod getrieben wurden. Da hat er sicher noch einiges vor, aber ein weiterer Schritt ist damit jetzt getan.
Die Verlegung an sich dauert nur ein paar Minuten. Das Loch war freundlicherweise von der Stadt bereits ordentlich vorbereitet worden. Sie hatte die Bauarbeiten an den Gehwegen in der Straße extra beschleunigt und so war noch in der Woche vor der Verlegung der Bürgersteig betoniert und geteert wurden. Ein kleiner Rahmen wurde eingesetzt, so dass ein Loch für den Stein blieb. Die Bauarbeiter halfen auch bei der Verlegung und rührten fleißig Beton an. Vor und nach der Verlegung war ein Rahmenprogramm geplant - eine Geigerin spielte ein Stück, die jüdische Gemeinde hielt eine kurze Ansprache und ein Gebet, die Organisatoren stellten das Projekt vor und auch der Künstler sprach ein paar Worte.
Lorant Bloch wurde 1909 in Lugoj geboren und starb nach einem Arbeitsunfall, während er im Kreis Arad Zwangsarbeit leistete. Andrei Ghidali von der jüdischen Gemeinde stellte nach der Verlegung fest: "Jetzt kann niemand mehr behaupten, in Rumänien hätte es keinen Holocaust gegeben." Meines Erachtens kann auch niemand behaupten, es hätte hier in Timisoara oder im Banat keinen Holocaust gegeben. Denn Holocaust bedeute nach meinem Verständnis die systematische Verfolgung von Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. Und wenn Menschen strukturell benachteiligt, enteignet, aus ihren Wohnungen vertrieben und zur Zwangsarbeit gezwungen sowie zum Teil auch deportiert wurden, ist das meines Erachtens Teil des Holocausts. Bloß weil im Banat die direkten Todesopfer vielleicht "nur" im drei- bis vierstelligen Bereich liegen - es ist für mich unmöglich eine Schätzung abzugeben - kann man nicht behaupten, dass es keine Judenverfolgung gab.
Einen Film über das Projekt, dass der Stolpersteinlegung vorausging, findet sich bei Youtube. Wenn man sich den Film bei Youtube anschaut, kann man unten rechts deutsche Untertitel einstellen.
Der Stein liegt in Timisoara, im Stadtteil Fabric, einem meiner Lieblingsstadteile. Das Haus ist ein zweistöckiger Altbau, heute wohnen einige Familien darin und auch ein Büro ist im Erdgeschoss. Der Hof ist belebt mit Kindern, Essensgerüchen und Töpfeklappern aus den angrenzenden Wohnungen. Für den Stolperstein ist Gunter Demnig extra nach Rumänien gekommen - auch er hat sich über die Premiere gefreut. In Europa ist Rumänien nun das 18. Land in dem Stolpersteine liegen. Gunter Demnig möchte gern in allen Ländern verlegen, in denen Menschen im Nationalsozialismus verfolgt und in den Tod getrieben wurden. Da hat er sicher noch einiges vor, aber ein weiterer Schritt ist damit jetzt getan.
Die Verlegung an sich dauert nur ein paar Minuten. Das Loch war freundlicherweise von der Stadt bereits ordentlich vorbereitet worden. Sie hatte die Bauarbeiten an den Gehwegen in der Straße extra beschleunigt und so war noch in der Woche vor der Verlegung der Bürgersteig betoniert und geteert wurden. Ein kleiner Rahmen wurde eingesetzt, so dass ein Loch für den Stein blieb. Die Bauarbeiter halfen auch bei der Verlegung und rührten fleißig Beton an. Vor und nach der Verlegung war ein Rahmenprogramm geplant - eine Geigerin spielte ein Stück, die jüdische Gemeinde hielt eine kurze Ansprache und ein Gebet, die Organisatoren stellten das Projekt vor und auch der Künstler sprach ein paar Worte.
Einen Film über das Projekt, dass der Stolpersteinlegung vorausging, findet sich bei Youtube. Wenn man sich den Film bei Youtube anschaut, kann man unten rechts deutsche Untertitel einstellen.