Obwohl heftige Gewitter über Temeswar tosten, ist das nicht der Grund, warum ich keinen Strom hatte. Mein
sogenannter „Sicherungskasten“ hatte sich mit einem
Durchschmorren eines Kabels verabschiedet. Nicht, dass daraufhin
irgendeine Sicherung rausgeflogen wäre. Nach kurzer Zeit Funkstille
und einem ziemlich ekligen Geruch in der Luft, war der Strom wieder
da.
| Vorher |
Ich fand das Ganze erwartungsgemäß
nicht so toll. Ich rief meinen Vermieter an, der meinte „Sicherungen
rausdrehen“. Zu diesem Zeitpunkt war ich auf keinen Fall willens,
den „Sicherungskasten“ auch noch irgendwie anzufassen. Also einen
Elektriker-Notdienst anrufen. Der meinte, es könne nichts mehr
passieren. Hatte aber ja auch den Stromkasten nicht gesehen. Die
Hauptsicherung für die Wohnung suchen. Dazu die Verwalterin
rausklingeln. Die kommt angeschlappt – es ist schließlich schon
abends um neun, und klingelt erstmal noch weitere Nachbarn raus. Ob
uns jemand helfen könnte, ob jemand Ahnung hätte? Schließlich
drehte ein berherzter Anwohner aus dem 7. Stock die Hauptsicherung
raus. Gut und nun? Ich packte mir ein paar Sachen ein, um woanders zu
übernachten.
Am nächsten Tag kam ich wieder in die Wohnung und sah das Chaos – das Eis aus dem Eisfach im Kühlschrank war abgetaut und hatte die unmittelbare Umgebung des Kühlschranks unter Wasser gesetzt, inklusive einiger Lebensmittel im Kühlschrank. Ich wischte auf, schmiss die Lebensmittel aus dem Kühlschrank weg, wusch ab und machte mich wieder zu meiner Schlafgelegenheit auf. Zwischenzeitlich drehte ich die Sicherung noch kurz rein, um Mails zu checken. Der Strom funktionierte natürlich noch, es hatte ja bloß einen kleinen Kabelbrand gegeben. Beim nochmaligem Rausdrehen der Sicherung aber fiel mir selbige auf den Boden und das Porzellan platzte ab. Wovon redet die da, werdet ihr euch fragen, die diese alten Sicherungen zum Reinschrauben gar nicht mehr kennen. Glaubt mir, ich wüsste lieber auch nicht, von was ich rede.
Ein Handwerker war jedenfalls besorgt, um fünf am nächsten Tag sollte er kommen, die Rechnung würde ich von der Miete abziehen. Doch dann der Anruf vom Vermieter – er wolle selbst jemanden organisieren. Mein Vermieter wurde mitmJack Nicholson in „The Shining“ verglichen. Keine Ahnung, wie der aussieht, aber stellt euch einfach einen abgeranzten, versoffenen, stinkigen Rumä... Moment, stellt euch einen abgeranzten, versoffenen, stinkigen Typen von der Imbissbude im Problemviertel vor. Jetzt gebt ihm noch dunkle, an den Seiten schüttere und eklig fettige Haare. Als Accessoire könnt ihr ihm noch eine löchrige alte Reisetasche in die Hand drücken oder eine Plastiktüte. Japp. Also, nun stellt euch vor, was für einen Elektriker dieser Typ wohl kennt. Mich beschäftigte die Frage ein wenig, bis der Elektriker dann da stand.
Bis er da stand, dauerte es geschlagene zweieinhalb Stunden. Mein Vermieter kam kurz nach drei. Kündigte dann gleich an, dass der Typ kurz nach vier kommen würde. Aus irgendeinem Grund wurde es dann doch erst fünf. Kurz vor fünf wiederum brach draußen ein heftiges Gewitter los. Also konnte er natürlich nicht kommen. Inzwischen fragte ich mich, ob er tatsächlich mit dem Auto kommen würde oder mit dem Dreirad. Warum konnte er nicht trotz Regens fahren?
Also weiter warten. Innerlich fing ich schon an zu zweifeln, ob überhaupt nohc jemand auftauchen würde. Mein Vermieter, mit dem ich inzwischen über Rumänien gequatscht hatte und der sich schon das zweite Bier am Kiosk geholt hatte, meinte auch: „Ich hoffe er kommt.“, was mich nicht sonderlich beruhigte. Als er dann dastand, war ich zunächst positiv überrascht. Zwei ordentlich angezogene Typen mittleren Alters mit einem Werkzeugkoffer. Sie bauten den Sicherungskasten ab und stellten fest, dass das durchgeschmorte Kabel das von der Klingel sei. Da es durchgeschmort war, als ich die Waschmaschine gestartet habe, erschien mir das sehr logisch. Sie fanden noch ein weiteres fehlendes Stück Kabel und wollten dies nun irgendwie überbrücken. Neuer Sicherungskasten: Pustekuchen.
Am nächsten Tag kam ich wieder in die Wohnung und sah das Chaos – das Eis aus dem Eisfach im Kühlschrank war abgetaut und hatte die unmittelbare Umgebung des Kühlschranks unter Wasser gesetzt, inklusive einiger Lebensmittel im Kühlschrank. Ich wischte auf, schmiss die Lebensmittel aus dem Kühlschrank weg, wusch ab und machte mich wieder zu meiner Schlafgelegenheit auf. Zwischenzeitlich drehte ich die Sicherung noch kurz rein, um Mails zu checken. Der Strom funktionierte natürlich noch, es hatte ja bloß einen kleinen Kabelbrand gegeben. Beim nochmaligem Rausdrehen der Sicherung aber fiel mir selbige auf den Boden und das Porzellan platzte ab. Wovon redet die da, werdet ihr euch fragen, die diese alten Sicherungen zum Reinschrauben gar nicht mehr kennen. Glaubt mir, ich wüsste lieber auch nicht, von was ich rede.
Ein Handwerker war jedenfalls besorgt, um fünf am nächsten Tag sollte er kommen, die Rechnung würde ich von der Miete abziehen. Doch dann der Anruf vom Vermieter – er wolle selbst jemanden organisieren. Mein Vermieter wurde mitmJack Nicholson in „The Shining“ verglichen. Keine Ahnung, wie der aussieht, aber stellt euch einfach einen abgeranzten, versoffenen, stinkigen Rumä... Moment, stellt euch einen abgeranzten, versoffenen, stinkigen Typen von der Imbissbude im Problemviertel vor. Jetzt gebt ihm noch dunkle, an den Seiten schüttere und eklig fettige Haare. Als Accessoire könnt ihr ihm noch eine löchrige alte Reisetasche in die Hand drücken oder eine Plastiktüte. Japp. Also, nun stellt euch vor, was für einen Elektriker dieser Typ wohl kennt. Mich beschäftigte die Frage ein wenig, bis der Elektriker dann da stand.
Bis er da stand, dauerte es geschlagene zweieinhalb Stunden. Mein Vermieter kam kurz nach drei. Kündigte dann gleich an, dass der Typ kurz nach vier kommen würde. Aus irgendeinem Grund wurde es dann doch erst fünf. Kurz vor fünf wiederum brach draußen ein heftiges Gewitter los. Also konnte er natürlich nicht kommen. Inzwischen fragte ich mich, ob er tatsächlich mit dem Auto kommen würde oder mit dem Dreirad. Warum konnte er nicht trotz Regens fahren?
Also weiter warten. Innerlich fing ich schon an zu zweifeln, ob überhaupt nohc jemand auftauchen würde. Mein Vermieter, mit dem ich inzwischen über Rumänien gequatscht hatte und der sich schon das zweite Bier am Kiosk geholt hatte, meinte auch: „Ich hoffe er kommt.“, was mich nicht sonderlich beruhigte. Als er dann dastand, war ich zunächst positiv überrascht. Zwei ordentlich angezogene Typen mittleren Alters mit einem Werkzeugkoffer. Sie bauten den Sicherungskasten ab und stellten fest, dass das durchgeschmorte Kabel das von der Klingel sei. Da es durchgeschmort war, als ich die Waschmaschine gestartet habe, erschien mir das sehr logisch. Sie fanden noch ein weiteres fehlendes Stück Kabel und wollten dies nun irgendwie überbrücken. Neuer Sicherungskasten: Pustekuchen.
| Nachher. |
Mein Vermieter wühlte in einer Kiste, die in der Küche rumstand und allerlei lustige Sachen enthielt - alte Duschschläuche und alte Stromkabel zum Beispiel. Prompt wurde eines der Stromkabel auf die passende Länge gekürzt und um den Sicherungskasten herumimprovisiert. Hauptsicherung wieder rein gedreht, fertig. So einfach kann das in Rumänien sein. Ich habe immer noch Angst, dass mir die Wohnung abfackelt, aber immerhin habe ich nun wieder Strom.
Später am Abend zeigte mir noch Manu Chao, wie man kreativ mit Stromausfällen umgeht und Hunderte Konzertgäste, dass man die gute Laune nicht verlieren sollte:



