Neulich kam die Idee auf, doch endlich mal Exit Games in Timisoara auszuprobieren. Ein Exit Game ist ein Raum, in dem man sich mit einer Gruppe von zwei bis fünf Personen befindet und aus dem man mithilfe von Hinweisen versuchen muss, wieder herauszukommen bzw. bei dem man versuchen muss, ein Rätsel zu lösen. Eine Art Exit Game gab es also schon zweimal in meiner Wohnung, als verschiedene Personen die Badtür hinter sich absperrten. Der Riegel verkeilt sich nur leider manchmal, so dass man länger als "nur mal kurz" verschwindet. In einem organisierten Exit Game hat man meist eine Stunde Zeit. Läuft die Zeit ab, hat man verloren. Schafft man es in weniger als 60min, hat man gewonnen. In meinem Bad darf man solange bleiben, wie man will, bzw. bis ich dann mal auf Toilette muss.

So ein Exit Game kann man nur einmal spielen, weil man dann weiß, wie es funktioniert und es würde keinen Spaß mehr machen. Um keine Hinweise zu geben, will ich deshalb hier nicht auf Einzelheiten eingehen. Zu meiner Badtür kann ich aber die Lösung verraten - man benötigt mindestens einen Komplizen, der einem von draußen eine Gabel unter der Tür durchschiebt, mit welcher man den Riegel versucht zurück zu schieben. In Timisoara gibt es, abgesehen von meinem Bad, noch eine Location mit zwei Räumen - einem einfacheren und einem schwierigeren. Wir haben mit dem einfachen angefangen - dem Büro des Parteisekretärs. Daneben gibt es noch die Bombe - dort muss, wie der Name schon sagt, eine imaginäre Bombe entschärft werden. Beim Parteibüro ist das Setting folgendes - man ist, während der Parteisekretär kurz weg ist, in das Parteibüro hineingeschlüpft. Die Tür wurde daraufhin leider versperrt und nun hat man eine Stunde, bis der Schreibtischtäter wieder kommt, um einen standesrechtlich exekutieren zu lassen. Um herauszukommen hat man eine Art Schaltkreis mit zweimal 37 Möglichkeiten, die man irgendwie verbinden muss, um die Tür zu öffnen. Doch zunächst muss man an die nötigen Kabel gelangen und an die Information, wie der Schaltkreis verbunden werden muss. Auf dem Weg dahin, gilt es kleinere Rätsel zu lösen, Codes für Zahlenschlösser zu finden und Schlüssl für einfache Schlösser.

Wir haben 52 Minuten gebraucht. Man muss eingestehen, dass der Typ, der das Exit Game betreibt, die ganze Zeit zuschaut, wie man sich abmüht, aber auch ab und zu Hinweise gibt, wenn man sich in die falsche Richtung verrennt. Alles in allem haben wir es aber echt gut gemeistert. Und das, obwohl ich anfangs meine Zweifel hatte, ob es mit diesem Team klappen würde - ich kannte die Leute nicht sehr gut und manchmal kam es mir vor, als würden alle nur wie ein Hühnerhaufen durch die Gegend rennen. Handy zu benutzen ist übrigens verboten - bringt aber im Endeffekt auch nichts. Für alle Fälle gibt es Stift und Papier. Ganz analog also - wie zu Zeiten der kommunistischen Partei.
Es ist jedenfalls super unterhaltsam. Ich würde so ein Exit Game jederzeit wieder spielen - leider kann man das ja nur einmal. Aber es gibt noch viele andere Städte, in denen es Exit Games - auch "Room Escape Challenges" gibt. Wahrscheinlich steht bald mal eine Reise nach Budapest oder Belgrad an...
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