Ich hatte dieses coole Kartenpaket erworben - Mountainbiking im Banater Bergland. Außerdem habe ich schon seit längerer Zeit ein Mountainbike, was ich auch sehr gern für Touren rund um Temeswar benutze. Nun wollte ich auch die Bergtauglichkeit des Fahrrads testen und meine Bergtauglichkeit natürlich auch. Vorab - es war eine mäßig gute Idee.
Da der erste Mai dieses Jahr auf einen Freitag fiel und dies auch in Rumänien ein arbeitsfreier Tag war, wollten wir ein verlängertes Wochenende mit Mountainbiking im Banater Bergland verbringen. Ich hatte die Karten rausgesucht, die GPS-Tracks auf mein Handy geladen und meine Radhosen angezogen. Im Rucksack nur leichtes Gepäck für zwei Tage - ich wollte damit ja noch radeln können.
Zuerst nahmen wir den Zug nach Resita (Reschitz). Der Zug wird von der privaten Bahngesellschaft Regiotrans betrieben und für Fahrräder ist direkt im Triebwagen Platz, also ganz vorn im Zug. Es gibt eine einzige kleine Bank in dem Abteil, in dem man den Motor laut dröhnen hört. Am Freitagmorgen, waren natürlich nicht nur wir auf die Idee gekommen, mit dem Fahrrad loszuziehen und so waren bis zu acht Räder in dem Abteil untergebracht. In Reschitza hoben wir die Räder aus dem Abteil und los ging es.
Das war definitiv nichts für micht. Kaum losgefahren, war ich mit dem Kräften am Limit. Diese Wege mochten erfahrene Mountainbiker vielleicht schaffen, aber keine Freizeitradler wie ich. Ich kapitulierte. Wir nahmen die Straße, ignorierten jede Querfeldein-Einbiegung und radelten auf befestigten Wegen unserem Ziel entgegen. Das war eine Pension in dem Ferienort Secu, direkt an einem Stausee gelegen. Auf dem Gelände eines ehemaligen Freibads, wie es schien, hatten unzählige Familien Decken ausgebreitet und grillten. Wir aßen in der Pension etwas zu Mittag - eine andere Option schien es auch nicht zu geben. Auch bei der Erkundung der näheren Umgebung stellten wir fest - hier gab es absolut nichts. Kein anderes Restaurant, keinen Minimarkt, nichts. Und so saßen wir gewissermaßen für zwei Tage im Funkloch fest.
Denn am nächsten Tag regnete es. Mal nieselte es gleichmäßig, dann schüttete es, dann regnete es wieder weniger intensiv. Ich wollte gern trotzdem bis ins nächste Dorf radeln - aber nach drei Kilometern drehten wir um - zu nass, zu kalt, zu schlechte Wege. Wir kapitulierten und machten es uns im Hotelzimmer bequem - unterbrochen nur von den Mahlzeiten. Am Abend wagten wir noch einen Sapziergang in das nahegelegene Ferienlager. Hier war der Rasen sauber gestutzt und alles war eingezäunt, ein ordentlicher Fußballplatz mit Tribüne wartete darauf, genutzt zu werden. Uns kam das irgendwie alles seltsam vor - und prompt wurden wir bestätigt. Denn kaum hatte man uns erblickt, schickte man uns wieder weg. Nein, hier gäbe es keinen Laden und das wäre nur ein Ferienlager für Kinder. Also zurück zu unserer Herberge.
Zum Glück hörte der Regen über Nacht auf und wir konnten am nächsten Morgen sogar bei recht schönem Wetter zurück nach Resita radeln. Wir blieben auf der Hauptstraße, zum Sonntagmorgen war sowieso wenig Verkehr. Dass es fast nur bergab ging trug sicher zum schönen Fahrgefühl bei. Nach einem Stopp in einer Konditorei für ein zweites Frühstück saßen wir wieder im Gepäckabteil der Lok bei unseren Fahrrädern. Diesmal zunächst die einzigen Gäste, doch bald gesellten sich ein paar Raucher dazu, die die weit offen stehenden Schiebetüren des Abteils nutzten, um zu rauchen.
Ich habe an diesem Wochenende einiges gelernt. Dass eine mittelschwere Mountainbiketour für einen Asphalt-Biker wie mich beispielsweise definitiv nichts ist - viel zu anstrengend ohne Training. Trotzdem war es eine gute Erfahrung, denn für ein paar Kilometer, die wirklich schön waren, hat es sich schon gelohnt. Hier eine ultrakurze Zusammenfassung der schönsten Strecken... und das sind bekanntlich vor allem die Strecken bergab.
Die Videos und einige der Fotos sind mit der GoPro-Kamera meines Radgefährten aufgenommen.
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