Dienstag, 30. August 2016

Lieblingsort: Die Kirchenburg in Holzmengen


Es gibt Orte, da fühle ich mich wohl. Und dazu gehört das Gelände von Kirchenburg und Pfarrhaus in Holzmengen. Ich war jetzt dreimal dort und wäre es gern öfter, wenn es nicht so verdammt weit weg von meinem derzeitigen Lebensmittelpunkt wäre. 


Seit drei Jahren findet in Holzmengen das Holzstock-Festival statt. Ich war nun schon zweimal dabei. Beide male waren voll von guter Musik, interessanten Begegnungen, guten Gesprächen, entspannter Athmosphäre... Und eigentlich ist es die Athmosphäre, die besonders dann ensteht, wenn Jugendgruppen vor Ort sind, die Holzmengen für mich zu einem Lieblingsort machen. Dann gibt es Lagerfeuer vor der Scheune und das warme Brot kommt vom Team der "Alten Mühle". 


Falls ich mal wirklich eine Auszeit brauche, wenn ich oder besser falls ich mal mein erstes Burn-out habe, eine schmerzliche Trennung hinter mir oder einfach so richtig die Schnauze voll vom Hamsterrad der Lohnarbeit, möchte ich gern in Holzmengen Burghüterin sein für ein paar Wochen. Dann werde ich auf der Treppe vorm Pfarrhaus sitzen und Tagebuch schreiben, mir eine Hängematte zwischen die Bäume hängen, die Mirabellen vom Baum essen, auf den Kirchturm klettern und den Ausblick genießen, den Blick Richtung Karpaten schweifen lassen und auf der Wiese liegen. Wenn mir langweilig werden würde, würde ich zur Hauptstraße laufen und den Bus Richtung Sibiu nehmen oder versuchen, per Anhalter bis in die Stadt zu kommen.


Und ich würde mich mit den Leuten vom Holzmengen-Verein, von der Alten Mühle und von der Elijah-Organisation treffen und inspirierende Gespräche führen. Ich würde ab und zu mit einer ganz wunderbaren Person am Lagerfeuer sitzen und ein Schlückchen Pflaumenschnaps trinken. 



Mittwoch, 24. August 2016

Auf Reisen als Frau - Monatshygiene

Ich war lange am Zweifeln, ob ich diesen Post verfassen soll oder nicht. Denn so richtig ist es kein Blogthema, andererseits hängt es auch mit dem Reisen zusammen. Also, alle Zartbesaiteten ignorieren diesen Blogeintrag bitte - es geht ums Thema Menstruation. 

Wie das nun mal so ist als Frau, kommt die Menstruation, es sei denn man beeinflusst durch Pille oder andere hormonelle Varianten, auch während der Reise. Entweder frau nimmt sich einen Vorrat an Hygieneprodukten mit oder kauft vor Ort, wo sie aber im Zweifelsfall nicht das passende findet. Eine Mitreisende meinte vor einigen Jahren mal, das kleine Läden in Rumänien beispielsweise keine Tampons führen. Vielleicht hat sich das auch inzwischen geändert, aber es ist jedenfalls schwieriger, in jeder Ecke der Welt das Gewünschte zu finden. Mitschleppen ist aber je nachdem wie lange die Reise dauern soll, auch blöd. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Menstruationstasse. Die gibt es in einer Vielzahl von Varianten von zahlreichen Anbietern. Es handelt sich im Endeffekt um ein kleines Ding aus Silikon, welches wie ein Tampon in die Scheide eingeführt wird und dort bis zu 12 Stunden verbleibt und das Menstruationsblut auffängt. Es entsteht kein Müll und mitzuschleppen ist auch nur ein kleines Beutelchen mit der jeweiligen Menstruationstasse. Praktisch für Reisen also, oder? Ich habe das jetzt das erste Mal getestet. 

Ich verwende seit einigen Monaten Menstruationstassen, inzwischen benutze ich die Lily Cup A und und Me Luna M. Was sich (an welchem Tag der Menstruation) am Besten anfühlt, sollte jede Frau selbst entscheiden. Eine super Übersicht zu Menstruationstassen bietet die folgende Seite: www.cuptime.de. Dort findet bestimmt jede die passende Menstruationstasse und auch mit Vorurteilen wird aufgeräumt und auf die Vorteile der Menstruationstassen eingegangen. Falls frau noch zweifelt, sollte sie da mal vorbeischauen. 

 

Nun also zur Handhabung bei der Reise. Ich leere und reinige die Menstruationstasse normalerweise 2-3 mal täglich. Praktisch ist es natürlich im eigenen Badezimmer, da kann frau sich die Hände waschen, den Cup entfernen und ausleeren, ausspülen und wieder einsetzen und nochmal Hände waschen. Aber wie funktioniert das Ganze auf Reisen? Auf einer öffentlichen Toilette mit der Menstruationstasse ans Waschbecken zu gehen ist ja in den meisten Fällen nicht möglich. Viele Frauen spülen einfach kurz mit mitgebrachtem Wasser ab, aber man kann die Cup auch ohne Ausspülen wieder einsetzen. Es gibt auch spezielle Reinigungstücher für die Menstruationstassen, das halte ich aber auch nicht für notwendig. Ich war auch ein bisschen vorsichtig, mit nicht als Trinkwasser ausgewiesenem Wasser abzuspülen aus Angst vor einer Infektion. Dann lieber einmal unabgespült lassen und beim nächsten Mal ausleeren gründlich reinigen. Das ist aber meine persönliche Meinung, wer lieber abspülen möchte, kann das ja auch mit mitgebrachtem Trinkwasser tun, wo möglich. Das größte Problem war für mich eher, dass die meisten öffentlichen Toiletten Orte sind, auf denen man nicht gerade mit viel in Berührung kommen möchte und sich erst recht nicht auf die Klobrille setzen möchte. Das erfordert ein wenig Gelenkigkeit beim Entfernen und Ausleeren. Von Vorteil ist auch, wenn man das Prozedere schon gewöhnt ist und nicht beim Reisen damit anfängt. Die Angst "Ich krieg das Ding da nie wieder raus!", sollte eine ja nun nicht gerade auf einer Bahnhofstoilette befallen. Obwohl ich in Osteuropa, was Toiletten angeht, wirklich keine guten Bedingungen hatte, bin ich aber nach wie vor von Menstruationstassen überzeugt. Wichtig ist es in jedem Fall ein paar Taschentücher oder Feuchttücher (auch für die Hände) dabei zu haben und sich vorher gründlich die Hände zu waschen. Dadurch, dass frau normalerweise (wenn sie nicht gerade sehr stark blutet) 12 Stunden hat, um den Cup auszuleeren, gibt es auch meist die Möglichkeit, eine akzeptable Toilette aufzusuchen, zum Beispiel in der eigenen Unterkunft. Andere Vorteile - gerade auf Reisen - sind natürlich, dass frau schwimmen gehen und Sport machen kann, wie es ihr beliebt und dass (wenn alles gut sitzt) nichts vorbeiläuft und es zu keinen unangenehmen Flecken, Gerüchen oder sonstigen Zwischenfällen kommen kann. Ein Nachteil ist vielleicht noch, dass die Dinger schon ein wenig Geräusche machen - wenn einer also in einer öffentlichen Toilette mit mehreren Kabinen normalerweise schon peinlich ist, das andere das Geräusch vom Knistern des Tampon- oder Slipeinlagenauspackens hören, ist es vielleicht auch nichts. 

Dienstag, 23. August 2016

Auf den Straßen von Bukarest



Carturesti Carusel
Ich war letzten Samstag für ein paar Stunden in Bukarest unterwegs, bevor es weiterging nach Timisoara. Ich spazierte durch die Innenstadt, hauptsächlich in Lipscani umher. Außerdem besuchte ich natürlich Carturesti Carusel, die mit viel Medienaufmerksamkeit eröffnete mehrstöckige Buchhandlung, allerdings war mir nicht danach, mein Reisegepäck durch Bücher zu belasten. Den großen Rucksack hatte ich im Übrigen gar nicht dabei. Inzwischen kann man Gepäck sehr komfortabel in einem Schließfach am Bahnhof lassen. Die Schließfächer sehen relativ neu aus und kosten 10 Lei für 12 Stunden für ein normalgroßes Schließfach (mein Treckingrucksack und die Isomatte haben locker reingepasst), außerdem gibt es darin einen Stromanschluss zum Aufladen elektronischer Geräte. Das konnte ich leider nicht ausprobieren, da mein Ipod-Ladekabel wohl einen Defekt hat. XXL-Schließfächer für 20 Lei gibt es auch. (Mehr Infos: http://romobility.ro/en). 

Mein Spaziergang durch Bukarest war also sehr entspannt und sogar recht unterhaltsam. Hier ein paar Eindrücke.

Na dann ist ja alles gut bewacht.

Mir fiel spontan jemand ein, mit dem ich gern im Regen tanzen würde.

"NICHT zu verkaufen sind die Wohnungen Nr. ..."

Creaturi dragute!

I am the designer of my own catastrophy.

"Sich nicht zu bewegen ist jetzt der intelligenteste Schritt."

"Iss gesund!"


Nu te mai preocupa, esti frumoasa astazi. - Das heißt soviel wie "Sorge dich nicht mehr, du bist heute schön.", und richtet sich an weibliche Hauptstädterinnen (frumoasa ist die weibliche Form von schön). Ein schöner Spruch, der mit Edding an viele Wände in U-Bahn-Stationen geschrieben steht. Mal ist das "astazi" [heute] durchgestrichen und durch "tot timpul" [immer] ersetzt, in der Variante unten steht etwas pessimistischer: dar timpul trece [aber die Zeit vergeht].





Sonntag, 21. August 2016

Fütterungszeit für den Blog

Ich war mal wieder unterwegs und hab einige Sonnenaufgänge in Südosteuropa erlebt. Einige Posts dazu folgen in den nächsten Tagen.