Die Reise nach Georgien führte uns nach dem Aufenthalt in Kutaissi und einem kurzen Zwischenstopp in Gori weiter nach Signagi. Hier sind wir im Herzen der Weinregion, in einem zauberhaft schönen Ort gelandet.
Signagi liegt auf einem Hügel und ist umgeben von einer weitläufigen Wehrmauer. Der Ort ist malerisch, kaum ein hässlicher Neubau verschandelt das Bild der Kopfsteingassen, Ziegeldächern und Holzbalkone. Einige Kirchtürme dazugetupft und die Betrachterin schwelgt im idyllischen Anblick. Wenn dann am Horizont auch noch die schneebedeckten Gipfel auftauchen, grenzt das Bild an Perfektion.
Unsere Unterkunft war einfach und das Zimmer sehr klein, aber die Tür ging direkt auf die schöne Veranda der Gastgeber, auf der sie uns auch das Frühstück servierten und zum Weintrinken nötigten. Ansonsten machten wir einfach viel die Umgebung unsicher. Da gibt es einiges zu entdecken. Zum einen lohnen sich Streifzüge durch den Ort. Es gibt zwei Kirchen, wovon eine scheinbar nur noch eine Ruine ist. Dafür kann man auf die St.-Stefans-Kirche hochsteigen und schöne Bilder machen. Auch die Wehrmauern kann man erklimmen und ein Stück darauf lang laufen. Am Ende befindet sich ein Aussichtsrestaurant mit Blick über die weite Landschaft. Natürlich nahmen wir diese Möglichkeit zur Stärkung gern an.
Um nicht nur den kulinarischen Genüssen in Georgien zu fröhnen, sondern auch von der kulturellen Seite etwas mitzubekommen, wollten wir auch das Kloster Bobde aufsuchen. Der Komplex rund um ein Frauenkloster überrascht mit für Georgien exzellenter touristischer Infrastruktur - Toiletten und ein Besuchercafé. Allerdings kamen Touristen auch Busladungsweise an. Wir unternahmen den Spaziergang zur Quelle der Heiligen Nino, was ein schöner Weg durch den Wald war und ein etwas anstrengenderer Wiederaufstieg zum Kloster. Bobde liegt nur wenige Kilometer von Signagi entfernt und ist gut zu Fuß zu erreichen, auch wenn wir an der Landstraße entlang laufen mussten.
Das Bobde-Kloster war nun nach Gelati und Motsameta bei Kutaisi das dritte, das wir besuchten. Kaum verwunderlich in einem Land, in dem die Orthodoxie gerade wieder erstarkt und das sich rühmt, neben Armenien das erste christliche Land gewesen zu sein. Da wir noch mehr vom Land sehen wollten, suchten wir auch noch eines der Höhelnklöster, von denen es in Georgien mehrere gibt, auf. Dawit Garedscha liegt nahe der aserbaidschanischen Grenze in einer steppenartigen Landschaft. Wir hatten mit einem Taxifahrer um den Preis gefeilscht und dann beinahe das Taxi doch nicht genommen, weil uns einige Lehramtsstudentinnen unbedingt mit ihrem Minibus mitnehmen wollten. Das sorgte für etwas Irritation mit dem Taxifahrer, der auch entsprechend miesgelaunt startete. Wir fuhren zunächst Richtung Sagaredscho, was aufgrund des Fahrverhaltens des Mannes am Steuer schon abenteuerlich genug war und dann auf immer dreckpistenartiger werdenden Wegen zum Kloster. Wir wurden ordentlich durchgeschüttelt, Steine flogen zur Seite, wir sahen die Tierwelt der Steppe und die eindrucksvollen Sedimentsschichten der umliegenden Hügel. Hier sagten sich vielleicht nicht Fuchs und Hase "Gute Nacht" (oder doch?), aber eine Schildkröte sagte uns am Straßenrand zumindest auf der Rückfahrt "Auf Wiedersehen!"
Zunächst sahen wir uns aber das Kloster an. Da es noch von Mönchen bewohnt wird, sind nicht alle Bereiche zugänglich. Die Toilettenanlagen und die touristische Infrastruktur lassen hier eher zu wünschen übrig - man sollte selbst Snacks und Wasser und Klopapier mitbringen. Das Kloster an sich ist eine recht große, beeindruckende Anlage. Auch hier gibt es eine Quelle, die am Fels oberhalb des Klosters zu entspringen scheint. Und wenn man noch weiter läuft, kommt wohl noch eine kleine Kapelle. Ich habe mich auf den Weg gemacht und ein paar beeindruckende Blick über die Hügel gewonnen, aber schließlich doch vor der Sonne und Hitze kapituliert und bin umgedreht. Vielleicht war das gar keine schlechte Entscheidung und ich habe einen schlimmen Sonnenbrand vermieden.
Bei der Rückfahrt ließen wir uns von unserem Taxifahrer in Sagaredscho rauslassen. Hier wollten wir eine Marschrutka Richtung Tiflis nehmen, die wir auch schnell fanden und die uns schon bald in die Hauptstadt brachte.





Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Mit der Nutzung der Kommentarfunktion stimmst du / stimmen Sie den Datenschutzrichtlinien dieser Seite zu.