![]() |
| Was auch immer "knallert" heißt... |
Ende November ist sicher nicht die beste Reisezeit und so erwischte uns am ersten Tag auch das nasskalte Wetter. Wir stapften trotzdem tapfer mit der Free Walking Tour mit - ein witziger Australier scheuchte uns zwei Stunden kreuz und quer durch die Stadt und erzählte lustige Anekdoten über die Dänen. Wirklich viel hängen geblieben ist da zugegebenermaßen bei mir nicht, aber es war unterhaltsam. Lustig war auch der Fakt, dass er uns aufforderte, uns wie die Pinguine zusammen zu stellen, damit es hyggelig [gemütlich] werden würde trotz des miesen Wetters. Das zog sich tatsächlich durch die ganze Tour, genau so wie das Ausspielen von Stereotypen über die anwesenden Nationalitäten. Zur Meerjungfrau ging es nicht - das wäre die zweitunbeeindruckendste Sehenswürdigkeit Europas (nach dem Manneken Pis (was ich nicht beurteilen kann, weil ich tatsächlich noch nie in Brüssel war) verriet uns unser Guide immerhin.
Jedenfalls gewannen wir so schon mal einen guten Überblick über die Stadt, erfuhren, dass sie verdammt oft niedergebrannt war und hatten uns immerhin ein bisschen draußen bewegt. Am Abend fuhren wir dann noch mithilfe des "Kongeelevator" [Königsfahrstuhl] auf den Turm des Parlaments und verschafften uns einen weiteren, visuellen Überblick über das nächtliche Kopenhagen. Von oben auf die Stadt schauten wir auch am nächsten Tag und auch das Schmunzeln über die dänische Sprache riss nicht ab.
Danach stiegen wir auf den runden Turm und hatten damit nochmals eine fantastische Aussicht über die Stadt, diesmal bei fabelhaftem Wetter. Der Turm diente früher als Observatorium und ist heute eine beliebte Touristenattraktion, so dass wir sogar anstehen mussten, aber glücklicherweise nicht lange.
Unseren Hunger stillten wir mit Smörrebröd in der Streetfood-Halle. Mir gelüstete nach einem Bier dazu, ich hatte aber kein dänisches Geld, also keine Kronen einstecken. Daher fragte ich meinen Begleiter, ob ich Bier holen solle und er mir Geld geben würde. Er hielt mir einen Hunderter hin, mit den Worten: "Meinst du, Hundert werden reichen?" Noch lachten wir, aber als ich für die umgerechnet 15 Euro keine zwei Bier bekam, war es dann doch nicht mehr so witzig. Alkohol, selbst Bier aus Plastikbechern, ist in Dänemark wirklich richtig teuer. Autsch.
Erträglich bepreist war der Glögg [Glühwein], den wir stattdessen die ganze Zeit tranken. Es war ja auch schon Weihnachtsmarktsaison, es war kalt, also warum nicht?! Dänischer Glühwein enthält neben Wein und Gewürzen Rosinen und Mandeln. Interessant. Interessant auch, dass der Weihnachtsmarkt um sechs schon schloss. Wir spazierten abends noch über das Tivoli-Gelände, auch wenn ich meinen Begleiter zu keiner Achterbahnfahrt überreden konnte.
Das "Highlight" der Reise hatten wir uns dann bis zum Ende aufgespart - ja, wir liefen tatsächlich am letzten halben Tag, den wir noch hatten zur Kleinen Meerjungfrau. Das, was wohl am Meisten ein Foto wert war, war die Busladung asiatischer Touristen, die die Meerjungfrau fotografierten. Ansonsten hat man am Morgen die tiefstehende Sonne als Gegenlicht, ein Industriegebiet auf dem anderen Seite der Bucht, falls das nicht durch die blendende Sonne eh nicht sichtbar wäre, zumeist eine Möwe auf dem Kopf der Dame und eine wirklich uneinladende Umgebung rund um das "Wahrzeichen". Nun ja, durch den Spaziergang haben wir auch noch andere Ecken der Stadt gesehen, zum Beispiel die Gegend mit den schönen gelben kasernenartigen Häusern.



