Anreise
Eigentlich wollten wir mit dem Zug von
Belgrad nach Bar oder Sutomore fahren. Da aber der Zug derzeit eine
Umleitung fährt und bereits um 18:05 startet und ich erst 16 Uhr
von der Arbeit wegkonnte, mussten wir nach einer Alternative suchen,
denn wir mussten ja auch noch von Temeswar aus bis Belgrad kommen. Also wollten wir
stattdessen von Belgrad den Nachtbus nehmen. Timisoara – Belgrad ist ohne
eigenes Auto hauptsächlich auf zwei Wegen möglich: mit Shuttle Bus
von Gea Tours oder mit dem Zug und Umsteigen in Vrsac. Da der Zug
sehr lang braucht und nur zwei mal täglich fährt, bestellten wir
eine Woche vorher ein Shuttle von Gea Tours. Einen Tag vor Abreise
wurde uns das bestätigt, wenn auch eine Stunde früher als wir
ursprünglich fahren wollten. Eigentlich sollte es schneller gehen
als mit dem Zug, weil wir aber ewig einen vierten Fahrgast ohne
Mobiltelefon an Busbahnhöfen und Tankstellen suchten und uns dann
noch kurz verfuhren, dauerte es auch fast vier Stunden.
 |
| Auf zum Meer! |
Angekommen in Belgrad hasteten wir zum
Busbahnhof, um ein Ticket für den Nachtbus zu erwerben.
Reservierungen aus dem Ausland sind scheinbar nicht möglich, daher
muss man sein Ticket dort kaufen. Allerdings klappt das scheinbar gut, wenn man ein paar Stunden vorher da ist. Wir hätten in zwei
verschiedenen Bussen zwei Plätze bekommen können und wir waren nur
etwa zwei Stunden vorher da. Beim Fahrkartenschalter im Busbahnhof
kann man nur mit Serbischen Dinar zahlen, es gibt aber eigentlich
direkt im Busbahnhof einen Bankomaten und Wechselstuben. Der Bankomat
funktioniertenur leider nicht, wir fanden den nächsten im Bahnhof, der sehr
nah am Busbahnhof liegt. Beim Einsteigen in den Bus wurden noch einmal
100 Dinar pro Gepäckstück fällig, was im Laderaum verstaut wurde.

Der Bus tuckerte Richtung Küste und
war glücklicherweise nicht allzu voll, so dass wir in der zweiten
Hälfte der Reise je zwei Sitze in Anspruch nehmen können und uns in
der (laut meinem Reisegefährten) Stellung „toter Hund“ zum
Schlafen legen konnten. Die Fahrt ist mir irgendwie als etwas
unwirklich im Gedächtnis geblieben. Es war schon bei Abfahrt ziemlich dunkel, kurz darauf konnte man gar nichts mehr sehen. Wir waren die einzigen Nicht-Jugoslawen im Bus, so schien es zumindest. Bei Sonnenaufgang fuhren wir
durch atemberaubende montenegrinische Gebirgslandschaften, leider
fielen mir die Augen vor Müdigkeit immer wieder zu. Irgendwann
hatten wir dann tatsächlich Podgorica erreicht, und dann war es am
Skadar-See vorbei nicht mehr weit bis runter zur Küste. Gleich an
der ersten Haltestelle an der Küste sprangen wir aus dem Reisebus
und warfen die Rucksäcke nach einem kurzen Fußmarsch an den Strand
von Sutomore.
Der erste Urlaubstag startet perfekt

Der Urlaub begann wie wir es uns
vorgestellt hatten – noch vor neun Uhr badeten wir im Mittelmeer.
Unsere Rucksäcke lagen faul am Strand rum, wir mampften daneben ein
paar Leckereien vom Bäcker und stürzten uns in die Fluten.
Nachdem ich erfolglos eine öffentliche Toilette gesucht hatte und
nur ein ekliges Dixieklo gefunden hatte, liehen wir uns noch ein
Tretboot und schipperten ein wenig auf dem Meer herum. Zahlreiche
Felsen wollten erkundet werden, wobei ich mich aufgrund der scharfen
Kanten an den Steinen und der Seeigel nicht darauf traute. Die
Seeigel sah man im klaren Wasser sehr gut, aber vielleicht gab es
doch noch irgendwo versteckte tückische oder solche, die aus dem
Hinterhalt angriffen. Meine zarten Zehen blieben an Bord. Vom Boot
ins Wasser zu springen machte dafür umso mehr Spaß, weil man nicht
erst durch harte Kiesel oder anschmiegsame Algen musste, ehe man
schwimmen konnte. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir uns
ein Tretboot mieteten.
 |
| Die montenegrinische Flagge in Petrovac |
Wir genossen in Sutomore noch
Milkshakes und Eis, dann ging es weiter nach Petrovac. Sutomore an
sich war kein besonders schöner Ort gewesen und auch der Strand war
kein Hingucker. Der Ort war eben vor allem touristisch, man sah kein
Gebäude, das nicht touristisch genutzt wurde, vor allem an der
Küstenmeile. Von der Bushaltestelle bis zum Strand zog sich ein
Tourimarkt. In Petrovac angekommen stellten wir fest – hier ist es
schön. Die Häuser waren stilvoller, die Hotels eher Villen als
Klötze, es gab so etwas wie historische Bausubstanz.
 |
| Der Weg ist gefährlich... |

Nachdem wir
unser Zimmer direkt am Strand bezogen hatten, brachen wir noch zu
einer Bucht auf, die als Geheimtipp galt. Ein absoluter Geheimtipp
ist es wohl kaum mehr, das verrät auch die Baustelle eines
Riesenhotels, die die Bucht verschandelt, aber immerhin hat man hier
relativ seine Ruhe, verglichen zum Sardinenliegen am Hauptstrand von
Petrovac. Man erreicht die Bucht nach einem Spaziergang in Richtung
eines Klosters, der auch durch einige unbeleuchtete Tunnel führt.
Hier ist es angebracht, Licht mitzunehmen, an einigen Stellen sieht
man tatsächlich die Hand vor Augen nicht mehr. Bevor man das Kloster
erreicht, gibt es einen tollen Strand, wo sich nur wenige Leute
aufhalten. Mal sehen, wie lange das noch so ist. Auf dem Weg kommt
man an einer noch fantastischeren Bucht vorbei, diese ist aber
eigentlich nur vom Meer aus oder an der Küste entlang auf den Felsen
vor der Küste zu erreichen. Mit dem Tretboot würde es sicher auch
gehen, aber sicher eine Weile dauern. Nachdem wir den Rückweg angetreten hatten gingen wir am Abend an der Petrovacer Promenade noch
fürstlich und mit vortrefflicher Bedienung speisen.
 |
| Am Ende entschädigt die Aussicht aber vollkommen. |
 |
| Und der Strand erst! Leider nicht mehr lange so... |