
Am Morgen des zweiten Tages unseres
Urlaubs in Montenegro befanden wir uns in Petrovac na Moru. Wir
wachten nur weniger Meter entfernt vom Strand in einem kleinen Zimmer
mit Bad auf. Zunächst steuerten wir ein Frühstück von einem der
Bäcker an der Promenade an. Dann liehen wir gestärkt ein Tretboot,
um zu der Insel direkt vor der Bucht zu gelangen, auf der eine kleine
Kirche steht. Das war ein Stück zu treten, lohnte sich aber
vollkommen. Es gibt eine Anlegestelle mit Seil, wo man das Tretboot
festbinden kann. Auf der Insel erklimmt man einige Stufen, dann steht
man vor der verschlossenen Kapelle.

Man kann an einem Strick ziehen,
um zur Freude der ganzen Bucht die Glocke erschallen zu lassen, was
mein Reisebegleiter auch eifrig tat. Ich schaute mich um und genoss
es einfach, den zweiten Tag am montenegrinischen Mittelmeer zu sein.
Von der kleinen Felsinsel hat man einen fantastischen Blick über die
ganze Bucht. Das azurblaue Wasser schillert rund um die Insel und
auch Richtung Küste. Auf dem Weg zurück sprangen wir vom Tretboot
aus hinein und badeten ein wenig. Von der Insel direkt ins Wasser zu
waten, empfiehlt sich nicht, denn schwarze kastanienartige Gebilde
unter Wasser an den Felsen deuten auch hier an, dass man nur allzu
leicht in einen Seeigel treten könnte.

Wieder am Strand gaben wir
unser Tretboot ab und machten uns schnell auf zur
Bootsanlegestelle. Dort brachten wir in Erfahrung, ob wir irgendwie
mit dem Boot nach Budva gelangen konnten. Wir wollten lieber
Wasser-Taxi fahren als Linienbus. Ein Ausflug an der Küstenlinie
erschien uns reizvoll und wir wollten zumindest mal den Preis
erfragen. Wenn es zu teuer wäre, könnte man immer noch Bus fahren.
Sechs Euro pro Person sollte es schließlich kosten, wir würden auf
eine Tour zur Insel St. Nicholas mitgenommen werden und in Budva
herausgelassen. Ein bisschen Zeit hatten wir noch, ehe es losging und
so versorgten wir uns noch mit einem schnellen Mittagessen bestehend
aus Gebäckstück respektive Pizza.

Das Boot, das wir nahmen war
glücklicherweise mit einem Dach versehen, zudem mit einem Boden, der
zum Teil aus Glas war, so dass man die Unterwasserwelt beobachten
konnte, jedoch nur, wenn das Boot entsprechend langsam fuhr. Es war
auch voll besetzt und wir hatten Glück, noch zwei gute Plätze zu
erwischen. Wir fotografierten viel und genossen den Fahrtwind und den
Ausblick. Die Ansagen in schlechtem Englisch verstanden wir nicht
wirklich. Auf dem Weg nach St. Nicholas ging es auch an St. Stefan
vorbei. Dies ist die berühmte Hotelinsel, in deren Hotels Stars und
Sternchen absteigen und die man nur besuchen darf, wenn man Gast der
Nobelherbergen ist. Sie fehlt praktisch auf keinem Prospekt und in
keinem Werbefilm von Montenegro. Vermutlich ist die Sicht darauf von
der Küste sogar besser, aber auch hier machten wir ein paar Bilder.
Dann ging es weiter nach St. Nicholas.

Die Insel verfügt über viel
Strand und ist ein beliebtes Ausflugsziel von Budva. Irgendwie sieht
sie ein bisschen wie ein gekenterter Tanker aus. Also wie irgendetwas
riesiges, was kurz vor der Küste umgekippt ist und nun halb
herauragt aus dem Wasser. Als wir die Insel ansteuerten verließen
fast alle das Boot. Ich bekam es schon mit der Angst zu tun, denn wie
sollten wir denn von der Insel an Land gelangen, wenn wir auch
rausmüssten? Wir konnten aber an Bord bleiben und erhielten eine
leider nur wenige Minuten dauernde exlusive Überfahrt nach Budva.
Die Stadt schien wirklich schön. Vom Landungssteg schlugen wir
einfach eine beliebige Richtung ein. Als wir die Strandpromenade aber
schon komplett durchquert hatten, beschlossen wir, doch mal in
Erfahrung zu bringen, wo die Unterkunft sei, in der wir reserviert
hatten. Bei einer Post gab es kostenloses W-Lan und so hatten wir uns
flugs orientiert. Nachdem wir dann ewig einen Berg in ein Wohngebiet
hochgekraxelt waren, beschlossen wir, uns einfach durchzufragen. Das
führte dann auch zu mehr Erfolg und wir fanden das etwas versteckt
gelegene Hostel.

Nach dem Duschen gingen wir noch die Altstadt
erkunden und besuchten die Festung. Hier gab einen wunderschönen
Ausblick über die Küste und Budva.Das Abendessen nahmen wir schließlich
in einem traditionellen Restaurant ganz in der Nähe unserer
Unterkunft zu uns. Der Service war mal wieder vortrefflich, das Essen lecker
und der Rakija gut. Nachher schlenderten wir noch am Yachthafen und
in der Altstadt herum, denn bei Nacht sah alles noch einmal ganz
anders aus.
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