Donnerstag, 14. August 2014

Höhenflüge in Montenegro – Tag 3

Am Morgen des dritten Tages begaben wir uns gleich zum Strand, denn wir wollten Parasailing probieren. Ich hätte es sicher allein nie gemacht, weil es ganz schön teuer war, aber mein Reisebegleiter bestand darauf und so machte ich natürlich mit. Wir warteten eine Weile am Strand, bis ein Boot und Parasailing-Schirm frei waren. Dann ging es auch für uns los. Ohne Schuhe, mein Begleiter nur in Badeshorts, ich in Jeansshorts, wurden wir mit den Sicherungsgurten um Beine und Bauch ausgestattet. Mein Gefährte bekam noch einen Helm mit Actioncam auf den Kopf, dann konnte es losgehen. Der Schirm war im Wind rasch entfaltet und zog uns in die Höhe, sobald die im Boot mehr Seil ließen. Mir schlug das Herz wie wild und ich atmete heftig. Es ging ganz schön hoch. Der Anblick war wirklich beeindruckend. Wir drehten ein paar Schleifen zwischen Sankt Nikolaus und der Budvarer Bucht. Am Ende holten sie das Seil langsam wieder ein, nicht ohne uns noch einmal kurz ins Wasser zu tütschen mit dem Hosenboden – ich bin mir ziemlich sicher, dass eine kleine Landung mit dem Hintern im Wasser voll einkalkuliert war. Blöd nur, dass ich Jeans und keine Badehose anhatte, die blieb dann relativ lang nass. Wir wurden dann an Bord geholt und erhielten die Möglichkeit, für teuer Geld das Video der Helmkamera und die Fotos, die jemand vom Boot aus gemacht hatte, zu erwerben. Natürlich wollten wir die haben, es war ja schließlich eine ziemlich einmalige Sache gewesen. Clever trotzdem, nochmal Geld zu machen. 



Da unser Geld nicht mehr reichte, mussten wir später nochmal zurück kommen, und die Fotos holen. Das mussten wir aber sowieso, denn ich hatte in der ganzen Aufregung auch meine Schuhe stehen lassen und war nur in Flip Flops zurück zur Unterkunft getrottet. Gleich nach dem Fotos holen und Schuhe wechseln gingen wir zum Busbahnhof, um einen Bus nach Kotor zu nehmen. Über gewundene Bergstraßen ging es zu unserer nächsten Station. 

Kotor war wirklich wunderschön. Die Altstadt noch viel mehr Altstadt, die Bucht noch viel mehr Bucht. Das Wasser war natürlich nicht so sauber, es war ja auch eine Hafenstadt und kein Badeort.
Unsere Unterkunft lag ein ganzes Stückchen vom Busbahnhof entfernt und so richtig hatten wir keine Ahnung, wo. Irgendwo entlang der Straße in Muo. Obwohl ich erst meinte, es würde zu nichts führen, fragten wir ein paar Mal und kamen schließlich nach einem bestimmt zwei drei Kilometer langen Marsch an. Unterwegs kamen wir unter anderem an einem halb verrotteten Kriegsschiff vorbei. Die Gastgeberin servierte uns sofort Limonade und zeigte uns das gemütliche Zimmer unterm Dach. Nach der anstrengenden Suche wollte ich nichts sehnlicher, als ins Wasser springen. Wie gesagt, das Wasser war nicht so toll und einen Strand gab es hier keinen, dennoch wagte ich mich ins Wasser. 

Danach hieß es noch Kotor zu erkunden. Wir gingen in die Altstadt und hoch zur Festung. Wir wollten es schaffen, bis es dunkel war und es war wirklich ein ausgezeichneter Zeitpunkt: Gerade, als wir oben waren, ging die Sonne unter. Als wir oben waren, war ich auch schweißgetränkt, denn die über 1000 Stufen waren anstrengend gewesen. Wir trafen ein paar Rumänen, die uns auf Geckos beim Sonnenbaden aufmerksam machten. Dann hieß es natürlich fotografieren – der Blick auf Kotor von der Festung ist atemberaubend. Wir schlenderten zurück in die Stadt, aßen noch ein unglaublich teures Eis und hörten einer ziemlich schlechten Schülerband zu. Vielleicht sprachen sie auch einfach nur grottenhaftes Englisch, es war jedenfalls kaum zu ertragen. Doch Kotor war nach wie vor schön, besonders die Altstadt. 



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