Am Morgen des dritten Tages begaben wir
uns gleich zum Strand, denn wir wollten Parasailing probieren. Ich
hätte es sicher allein nie gemacht, weil es ganz schön teuer war,
aber mein Reisebegleiter bestand darauf und so machte ich natürlich
mit. Wir warteten eine Weile am Strand, bis ein Boot und
Parasailing-Schirm frei waren. Dann ging es auch für uns los. Ohne
Schuhe, mein Begleiter nur in Badeshorts, ich in Jeansshorts, wurden
wir mit den Sicherungsgurten um Beine und Bauch ausgestattet. Mein
Gefährte bekam noch einen Helm mit Actioncam auf den Kopf, dann
konnte es losgehen. Der Schirm war im Wind rasch entfaltet und zog
uns in die Höhe, sobald die im Boot mehr Seil ließen. Mir schlug
das Herz wie wild und ich atmete heftig. Es ging ganz schön hoch.
Der Anblick war wirklich beeindruckend. Wir drehten ein paar
Schleifen zwischen Sankt Nikolaus und der Budvarer Bucht. Am Ende
holten sie das Seil langsam wieder ein, nicht ohne uns noch einmal
kurz ins Wasser zu tütschen mit dem Hosenboden – ich bin mir
ziemlich sicher, dass eine kleine Landung mit dem Hintern im Wasser
voll einkalkuliert war. Blöd nur, dass ich Jeans und keine Badehose
anhatte, die blieb dann relativ lang nass. Wir wurden dann an Bord
geholt und erhielten die Möglichkeit, für teuer Geld das Video der
Helmkamera und die Fotos, die jemand vom Boot aus gemacht hatte, zu
erwerben. Natürlich wollten wir die haben, es war ja schließlich
eine ziemlich einmalige Sache gewesen. Clever trotzdem, nochmal Geld
zu machen.
Da unser Geld nicht mehr reichte,
mussten wir später nochmal zurück kommen, und die Fotos holen. Das
mussten wir aber sowieso, denn ich hatte in der ganzen Aufregung auch
meine Schuhe stehen lassen und war nur in Flip Flops zurück zur
Unterkunft getrottet. Gleich nach dem Fotos holen und Schuhe wechseln
gingen wir zum Busbahnhof, um einen Bus nach Kotor zu nehmen. Über
gewundene Bergstraßen ging es zu unserer nächsten Station.
Kotor war wirklich wunderschön. Die
Altstadt noch viel mehr Altstadt, die Bucht noch viel mehr Bucht. Das
Wasser war natürlich nicht so sauber, es war ja auch eine Hafenstadt
und kein Badeort.
Unsere Unterkunft lag ein ganzes
Stückchen vom Busbahnhof entfernt und so richtig hatten wir keine
Ahnung, wo. Irgendwo entlang der Straße in Muo. Obwohl ich erst
meinte, es würde zu nichts führen, fragten wir ein paar Mal und
kamen schließlich nach einem bestimmt zwei drei Kilometer langen
Marsch an. Unterwegs kamen wir unter anderem an einem halb verrotteten Kriegsschiff vorbei. Die Gastgeberin servierte uns sofort Limonade und zeigte
uns das gemütliche Zimmer unterm Dach. Nach der anstrengenden Suche
wollte ich nichts sehnlicher, als ins Wasser springen. Wie gesagt,
das Wasser war nicht so toll und einen Strand gab es hier keinen,
dennoch wagte ich mich ins Wasser.
Danach hieß es noch Kotor zu erkunden.
Wir gingen in die Altstadt und hoch zur Festung. Wir wollten es
schaffen, bis es dunkel war und es war wirklich ein ausgezeichneter
Zeitpunkt: Gerade, als wir oben waren, ging die Sonne unter. Als wir
oben waren, war ich auch schweißgetränkt, denn die über 1000
Stufen waren anstrengend gewesen. Wir trafen ein paar Rumänen, die
uns auf Geckos beim Sonnenbaden aufmerksam machten. Dann hieß es
natürlich fotografieren – der Blick auf Kotor von der Festung ist
atemberaubend. Wir schlenderten zurück in die Stadt, aßen noch ein
unglaublich teures Eis und hörten einer ziemlich schlechten
Schülerband zu. Vielleicht sprachen sie auch einfach nur
grottenhaftes Englisch, es war jedenfalls kaum zu ertragen. Doch
Kotor war nach wie vor schön, besonders die Altstadt.
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