Sonntag, 20. Juli 2014

Auf geht's nach Montenegro! Tag 0 + 1

Anreise

Eigentlich wollten wir mit dem Zug von Belgrad nach Bar oder Sutomore fahren. Da aber der Zug derzeit eine Umleitung fährt und bereits um 18:05 startet und ich erst 16 Uhr von der Arbeit wegkonnte, mussten wir nach einer Alternative suchen, denn wir mussten ja auch noch von Temeswar aus bis Belgrad kommen. Also wollten wir stattdessen von Belgrad den Nachtbus nehmen. Timisoara – Belgrad ist ohne eigenes Auto hauptsächlich auf zwei Wegen möglich: mit Shuttle Bus von Gea Tours oder mit dem Zug und Umsteigen in Vrsac. Da der Zug sehr lang braucht und nur zwei mal täglich fährt, bestellten wir eine Woche vorher ein Shuttle von Gea Tours. Einen Tag vor Abreise wurde uns das bestätigt, wenn auch eine Stunde früher als wir ursprünglich fahren wollten. Eigentlich sollte es schneller gehen als mit dem Zug, weil wir aber ewig einen vierten Fahrgast ohne Mobiltelefon an Busbahnhöfen und Tankstellen suchten und uns dann noch kurz verfuhren, dauerte es auch fast vier Stunden.

Auf zum Meer!
Angekommen in Belgrad hasteten wir zum Busbahnhof, um ein Ticket für den Nachtbus zu erwerben. Reservierungen aus dem Ausland sind scheinbar nicht möglich, daher muss man sein Ticket dort kaufen. Allerdings klappt das scheinbar gut, wenn man ein paar Stunden vorher da ist. Wir hätten in zwei verschiedenen Bussen zwei Plätze bekommen können und wir waren nur etwa zwei Stunden vorher da. Beim Fahrkartenschalter im Busbahnhof kann man nur mit Serbischen Dinar zahlen, es gibt aber eigentlich direkt im Busbahnhof einen Bankomaten und Wechselstuben. Der Bankomat funktioniertenur leider nicht, wir fanden den nächsten im Bahnhof, der sehr nah am Busbahnhof liegt. Beim Einsteigen in den Bus wurden noch einmal 100 Dinar pro Gepäckstück fällig, was im Laderaum verstaut wurde.

Der Bus tuckerte Richtung Küste und war glücklicherweise nicht allzu voll, so dass wir in der zweiten Hälfte der Reise je zwei Sitze in Anspruch nehmen können und uns in der (laut meinem Reisegefährten) Stellung „toter Hund“ zum Schlafen legen konnten. Die Fahrt ist mir irgendwie als etwas unwirklich im Gedächtnis geblieben. Es war schon bei Abfahrt ziemlich dunkel, kurz darauf konnte man gar nichts mehr sehen. Wir waren die einzigen Nicht-Jugoslawen im Bus, so schien es zumindest. Bei Sonnenaufgang fuhren wir durch atemberaubende montenegrinische Gebirgslandschaften, leider fielen mir die Augen vor Müdigkeit immer wieder zu. Irgendwann hatten wir dann tatsächlich Podgorica erreicht, und dann war es am Skadar-See vorbei nicht mehr weit bis runter zur Küste. Gleich an der ersten Haltestelle an der Küste sprangen wir aus dem Reisebus und warfen die Rucksäcke nach einem kurzen Fußmarsch an den Strand von Sutomore.

Der erste Urlaubstag startet perfekt

Der Urlaub begann wie wir es uns vorgestellt hatten – noch vor neun Uhr badeten wir im Mittelmeer. Unsere Rucksäcke lagen faul am Strand rum, wir mampften daneben ein paar Leckereien vom Bäcker und stürzten uns in die Fluten. Nachdem ich erfolglos eine öffentliche Toilette gesucht hatte und nur ein ekliges Dixieklo gefunden hatte, liehen wir uns noch ein Tretboot und schipperten ein wenig auf dem Meer herum. Zahlreiche Felsen wollten erkundet werden, wobei ich mich aufgrund der scharfen Kanten an den Steinen und der Seeigel nicht darauf traute. Die Seeigel sah man im klaren Wasser sehr gut, aber vielleicht gab es doch noch irgendwo versteckte tückische oder solche, die aus dem Hinterhalt angriffen. Meine zarten Zehen blieben an Bord. Vom Boot ins Wasser zu springen machte dafür umso mehr Spaß, weil man nicht erst durch harte Kiesel oder anschmiegsame Algen musste, ehe man schwimmen konnte. Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass wir uns ein Tretboot mieteten.

Die montenegrinische Flagge in Petrovac
Wir genossen in Sutomore noch Milkshakes und Eis, dann ging es weiter nach Petrovac. Sutomore an sich war kein besonders schöner Ort gewesen und auch der Strand war kein Hingucker. Der Ort war eben vor allem touristisch, man sah kein Gebäude, das nicht touristisch genutzt wurde, vor allem an der Küstenmeile. Von der Bushaltestelle bis zum Strand zog sich ein Tourimarkt. In Petrovac angekommen stellten wir fest – hier ist es schön. Die Häuser waren stilvoller, die Hotels eher Villen als Klötze, es gab so etwas wie historische Bausubstanz. 

Der Weg ist gefährlich...
Nachdem wir unser Zimmer direkt am Strand bezogen hatten, brachen wir noch zu einer Bucht auf, die als Geheimtipp galt. Ein absoluter Geheimtipp ist es wohl kaum mehr, das verrät auch die Baustelle eines Riesenhotels, die die Bucht verschandelt, aber immerhin hat man hier relativ seine Ruhe, verglichen zum Sardinenliegen am Hauptstrand von Petrovac. Man erreicht die Bucht nach einem Spaziergang in Richtung eines Klosters, der auch durch einige unbeleuchtete Tunnel führt. Hier ist es angebracht, Licht mitzunehmen, an einigen Stellen sieht man tatsächlich die Hand vor Augen nicht mehr. Bevor man das Kloster erreicht, gibt es einen tollen Strand, wo sich nur wenige Leute aufhalten. Mal sehen, wie lange das noch so ist. Auf dem Weg kommt man an einer noch fantastischeren Bucht vorbei, diese ist aber eigentlich nur vom Meer aus oder an der Küste entlang auf den Felsen vor der Küste zu erreichen. Mit dem Tretboot würde es sicher auch gehen, aber sicher eine Weile dauern. Nachdem wir den Rückweg angetreten hatten gingen wir am Abend an der Petrovacer Promenade noch fürstlich und mit vortrefflicher Bedienung speisen. 

Am Ende entschädigt die Aussicht aber vollkommen.
Und der Strand erst! Leider nicht mehr lange so...


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