Donnerstag, 6. November 2014

Fotoausflug zur Kirchenburg

Letztes Wochenende durfte ich mit einem genialen Fotografieworkshop in Bekokten bei Fogarasch weilen und ein bisschen Jugendherbergsathmosphäre schnuppern. Ich hatte für wenige Tage einen riesigen Trekkingrucksack mit Klamotten dabei und stellte mich seelisch auf erfrieren ein. Kalt war es tatsächlich, aber ich habe überlebt. Es sollte um analoge Fotografie gehen und für die Zeit des Workshops bekam ich eine schöne Kamera, Marke "Voigtländer" geliehen. Ich hatte sie eigentlich nur wegen ihres schicken braunen Lederetuis genommen, aber bin dann doch ganz gut mit ihr klargekommen.
Bei meiner Ankunft in Fogarasch inspizierte ich zunächst einmal das Büro der Evangelischen Kirche Fagaraş und die Kletterwand in einer Turnhalle, dann ging es auch schon los mit dem Minibus in die Berge. Mit drei Jugendlichen aus Brasov und meinem Kollegen brausten wir nach Bekokten (rum. Barcuţ) und kamen da gegen Abend an. Wir bekamen das Haus gezeigt und probierten ein wenig mit Lichtmalerei und Photographie herum. Die Teilnehmer aus Suceava würden noch eine Weile brauchen und so vertrieben wir uns die Zeit. 

Das Haus der evangelischen Kirche ist direkt neben der Kirchenburg. Es sind mehrere Schlafsäle vorhanden, die alle mit Holz geheizt werden. Außerdem gibt es einen Aufenthaltsraum, den wir auch zum Essen genutzt haben. In einem anderen Gebäude gibt es noch Seminarräume. An Räumlichkeiten fehlt es jedenfalls nicht, nur sollte man besser im Sommer kommen. Als wir da waren, waren die Zimmer doch ziemlich ausgekühlt. 

Am ersten Workshoptag beschäftigten wir uns dann mit Bau und Funktion von Lochkameras. Ich schoss ein Bild mit einer Lochkamera, auf das ich mächtig stolz bin. Tag zwei war dann der Interviewvorbereitung gewidmet, außerdem gab es eine kleine Fotosafari über die Felder. Und dann am dritten Tag wurde es ernst - wir trafen uns in Zweiergruppen jeweils mit einer Person aus der deutschen Minderheit und führten ein Interview mit ihr. Außerdem, und das war vielleicht das Wichtigste, sollten wir viele Fotos von ihr und ihrer Umgebung machen. Ich erwischte mit meiner Partnerin eine sehr junge und sehr nette Frau, die für die evangelische Kirche arbeitet und mir mal wieder eine neue Perspektive auf die Siebenbürger Sachsen gab. 

Für den Rest der Zeit verschwand immer ein Teil von uns in der Dunkelkammer, so dass wir wirklich den ganzen Prozess von Einstellen der Tiefenschärfe und Blende übers eigentlich Fotografieren bis hin zum Entwickeln und auf Fotopapier vergrößern mitmachen konnten. Das war super spannend und echt lehrreich. Und jedesmal, wenn man das Fotopapier in den Entwickler warf, auch irgendwie magisch.

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