Ich war zwei Wochen auf Kuba unterwegs
und mit was ich da so unterwegs war, darum geht es in diesem Post.
Vorab: Ja, ich bin in Chevrolets mitgefahren und ja, es gibt
tatsächlich viele Ami-Schlitten auf den Straßen Kubas. Zum Teil
ganz schön runtergeranzt, zum Teil für Touri-Touren aufpoliert sind
die amerikanischen Oldtimer omnipräsent. Es gibt aber auch viele
Ladas und Moskwitschs und schwere russische Lastwagen. Inzwischen
gibt es eine Menge chinesischer Autos und Busse und importierte
europäische Wagen. Der Präsidententross kurvt im schwarzen Mercedes
durch Havana und dafür werden auch mal kurz die Straßen gesperrt.
Ansonsten sind die neueren Autos meist Taxis oder Leihwagen. Die
erkennt man an dem Kennzeichen „T“ wie Tourismus. Ein B scheinen
alle Autos zu bekommen, die bei uns wohl Firmenwagen wären, da sieht
man oft auch neuere Modelle, und ein P steht vermutlich für privado,
also privat. P haben aber auch die meisten Taxen, aber ich habe
vermutet, dass es zwei Arten von Taxiunternehmen gibt – staatlich
gesteuerte wie Cubataxi und kleine selbstständige, vermutlich
Ein-Mann-Betriebe.

Vom Flughafen habe ich eins der neuen
schicken klimatisierten Taxis genommen, aber meine erste längere
Fahrt war in einem himmelblauen Chevy. Der blieb auch prompt auf der
Hälfte der Strecke mit überhitztem Motor stehen. Wir sind auf der
Autobahn in gefühlter Schrittgeschwindigkeit dahingetuckelt, aber so
hatte ich Zeit, den anderen Verkehr zu beobachten. Auf kubanischen
Autobahnen gibt es Kreuzungen, es sind Radfahrer, Pferdekutschen und
„Lastwagentaxis“ unterwegs, in denen die Leute dicht gedrängt
stehen. An regelmäßigen Kontrollpunkten zieht die Polizei Fahrzeuge
raus, mir ist nur nicht ganz klar, was ein Vergehen wäre. Bei den
alten Ami-Schlitten funktioniert meist sowieso nur die Hälfte, die
manuellen Fensterheber haben entweder keinen Griff mehr oder
funktionieren nicht richtig, die Türöffner sind zum Teil auch
optional und bei unserem himmelblauen Chevy schloss eine der hinteren
Türen nicht richtig. Zwei Schweizer erzählten allerdings, wie sie
von der Polizei angehalten wurden und der Wagen, in dem sie saßen
hatte statt einem Tank einfach zwei Kanister im Kofferraum, welche
mit Schläuchen mit dem Motor verbunden waren. Dieses Gefährt durfte
dann tatsächlich nicht weiter fahren.
Als Tourist*in hat man für längere
Strecken die Wahl zwischen Taxi colectivo und Viazul-Bussen, wobei
letztere wohl häufig schon ausgebucht sind und ein frühzeitiges
Reservieren Sinn macht. Taxi colectivo ist eine Art Sammeltaxi,
welches zwischen den größeren Städten unterwegs ist. Es ist
manchmal schneller und man hat den Luxus, dass man von Tür zu Tür
gebracht wird, allerdings habe ich auch ein paar Fälle gehört, wo
das organisierte Taxi am Morgen dann doch nicht aufgetaucht ist oder
einmal auch ein anderes Taxi, welches dann die Fahrt zu einem höheren
Preis machen wollte. Ich habe das Kollektiv-Taxi einmal genutzt
zwischen Las Terazas und Trinidad (hier gibt es sowieso keine
Busverbindung). Das Gute war, dass es wirklich witzig war mit den
Mitreisenden und die Zeit relativ schnell verging – da hatte ich
aber auch vielleicht Glück. Ich empfand den rasanten Fahrstil und
das eingequetschte Sitzen, jedoch ohne jegliche
Sicherheitsvorkehrungen wie Gurte in dem Wagen jedoch als sehr
unangenehm und bin für die nächste Strecke wieder Bus gefahren.
Beim Taxi Colectivo kann es zudem passieren, dass man zwischendurch
„umgeladen“ wird und ein anderes Taxi einen bis zum Zielort
bringt – ich fühlte mich ein bisschen wie in einer Karawanserei an
dieser „Touristen-Verladestation“, welche eigentlich eine
Autobahnraststätte war.
In Havana kann man eigentlich einen
Großteil der Sehenswürdigkeiten erlaufen, nur bis zum Plaza de la
Revolucion sollte man nicht unbedingt marschieren und auch der
Busbahnhof ist recht weit draußen. Taxis sind relativ teuer, man
sollte versuchen einen von den gelben ranzigen Ladas zu bekommen, die
sind billiger. Von Vedado in die Stadt können es ansonsten schon mal
10 CUC (= 10 Euro) sein. Das dreisteste waren Taxifahrer, die für
den geschätzten Kilometer zwischen Festung und Innenstadt 10 CUC
wollten. Wir konnten die Strecke aber nicht laufen, weil es durch
einen Autotunnel geht. Wir winkten ab und wollten uns woanders ein
Taxi ranwinken, als uns auch schon eins aufgabelte und für immer
noch unverschämte 5 CUC rüberbrachte. Das akzeptierten wir dann
aber ohne groß zu murren, war ja auch nur die Hälfte vom
Ursprungspreis. Ansonsten sieht man in Havana viele herausgeputze
Oldtimer-Cabrios für die Stadtrundfahrten – ich habe keine Ahnung,
was das kostet, ich habe es nicht gemacht. Dann gibt es noch die
witzigen runden Coco-Taxis sowie Bici-Taxis – eine Art kubanische
Ritschka. Außerdem gibt es einen Touristen-Bus, der eine Rundtour
macht, das kostet inzwischen auch stolze 10 CUC, auch das habe ich
nicht gemacht, wobei man wohl den Ausführungen des Reiseleiters eher
schlecht folgen kann, wie das halt so ist in offenen
Doppelstockbussen.
Ein Ereignis, was mir noch im
Gedächtnis haften bleibt, war die Fahrt von Vinales zu einem
Reitausflug etwas außerhalb in einem Taxi, dessen Innenausstattung
schon sehr in die Jahre gekommen war und zum Teil improvisiert war.
Als ich aussteigen wollte, bohrte sich eine Sprungfeder aus der
Polsterung der Rücksitzbank durch meine Hose und in meinen Po.
Geblutet hat es zum Glück nicht – ich musste ja auch gleich noch
im Sattel sitzen – aber die Hose hat nun ein kleines Loch am
Hintern. Tja, sowas kann passieren auf Kuba...







