Im September verschlug es mich für einen Tag nach Avignon. Die Umstände waren nicht ganz so angenehm, dafür war die Stadt umso netter zu mir. Oder die Menschen, die ich dort traf, denn eine Stadt kann vielleicht höchstens schön sein - was auch schon fantastisch ist. Bereits bei meiner Ankunft war ich total verzückt von der Innenstadt. Überall Gassen und Straßenecken hinter denen es noch mehr zu entdecken gab. Fabelhaft, hier musste ich mich unbedingt verlaufen!
Ich hatte mir ein Bett im Hostel gebucht. Es stellte sich als größeres Design-Hostel mit gemütlichem Aufenthaltsbereich heraus und ich fand es sehr einladend. Dann wurde ich auch noch kostenlos auf ein Einzelzimmer geupgraded, weil das Viererzimmer, wo ich ein Bett gebucht hatte, bereits von einer Gruppe belegt war. Ich ließ mir das natürlich gern gefallen und bekam nicht nur ein Zimmer mit Bett und eigenem Bad sondern auch noch einen traumhaften Ausblick, wenn ich das Fenster aufriss und den Kopf rausstreckte und um 90 Grad zur Seite wandte.
Ich ließ mich tatsächlich eine ganze Weile durch die Stadt treiben - ignorierte den Papstpalast und die berühmte Brücke und verlor mich viel lieber in den Straßen der Stadt. Dafür entdeckte ich Souvenirstände, die so lavendelfarben lila waren, dass mir die Augen weh taten, einen Baum mit seltsamen gefiederten Blüten, den Beauty-Salon "Zum galanten Hund", eine ganze Menge bezaubernder Lädchen, Streetart, zugewucherte Balkone, herrliche alte Häuser und die Straße mit den Wassermühlen. Als ich vom Erkunden müde war, kehrte ich zum Hostel zurück und setzte mich in den Aufenthaltsraum, um meinen nächsten Zug zu buchen. Dort saß eine andere Alleinreisende und ich sprach sie kurzerhand an, ob sie nicht Lust hätte, abends etwas trinken zu gehen. Das machten wir dann und beeendeten den Abend damit, dass wir in der wunderschönen Rue des Teinturiers - eben der Straße mit den Wassermühlen - saßen, uns einen Schafskäse teilten und ein Bier dazu tranken.
Am Morgen war ich relativ früh wach und machte mich auf, mir ein Café zum Frühstücken zu suchen. Ich bestellte mir Café au lait, Croissant und Orangensaft - wenn man schon mal in Frankreich ist! Als ich so allein da saß, fragte mich der Kellner auf einmal, ob ich einen Crêpe wolle. Er hätte nur noch genug Teig für einen kleinen und den könne er nicht verkaufen. Ich nahm freudig an, das war mal ein guter französischer Morgen. Ich hatte schließlich kaum 24 Stunden in Avignon geweilt - die Zeit reichte ohne Museen aber locker, um ganz viel von der Stadt zu sehen und mich bezaubert weiterziehen zu lassen.



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