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| Zwischenstopp in Sibiu - Abendbrot unter Weinreben |
Nachdem ich die Transalpina gemeistert und auf dem Weg noch leckeren Käse von glücklichen Kühen gekauft hatte, kam ich bei einer Freundin, die mich auch schon in Belgrad begleitet hatte an und konnte auf ihrer Couch nächtigen. Sie hatte zwar auch zwei Couchsurfer da, die wollten aber lieber im Garten das Zelt ausprobieren und so konnte ich auf der Couch schlafen. Wir hatten noch einen netten Abend mit den Gästen und am nächsten Morgen ein ausgedehntes Frühstück. Ich ging danach noch eine andere Freundin in Hermannstadt besuchen - ich hatte also streng genommen erstmal einen Tag Leerlauf in Hermannstadt. Das war sehr entspannend und schön und ich freute mich, so viele nette Menschen zu treffen. Doch es sollten noch mehr werden. Denn einen Tag nach meiner Ankunft fuhren wir los nach Holzmengen - dort fand das Holzstock-Festival statt und es musste noch allerhand vorbereitet werden.
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| Der alte Saal der Schule in Holzmengen |
Das Holzstock-Festival ist ein sehr kleines Festival, organisiert vom deutschen Jugendforum Hermannstadt (Sibiu). Neben einer hauptamtlichen Jugendreferentin arbeiten also vor allem Jugendliche selbst an der Planung. Das ganze fand bereits 2014 statt, somit war 2015 die zweite Auflage. Veranstaltungsort ist die Kirchenburg und das ehemalige Pfarrhaus, heute Jugendherberge, in Holzmengen, etwa 30km von Sibiu. Neben lokalen Bands wurden auch Menschen eingeladen, die einen Workshop halten würden, so war das Festival eine Kombination aus Spaß haben und etwas zu lernen. Und für die Organisatoren war es natürlich eine großartige Möglichkeit, sich einzubringen und interessante Erfahrungen zu sammeln. Ich kenne einige Leute aus Hermannstadt, die im Bereich der deutschen Minderheit arbeiten, ganz gut und freute mich darauf, sie wiederzusehen.
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| Die Mauer der Kirchenburg |
Ich wollte eigentlich für mein Festivalticket zahlen, hatte aber angeboten, ein bisschen mit zu helfen, damit ich auch am Donnerstag schon übernachten konnte, denn eigentlich ging das Festival erst am Freitag los. Da dann aber doch noch Freiwillige gebraucht wurden, erhielt ich einen "Staff"-Ausweis und musste keinen Eintritt zahlen, dafür aber ein paar Schichten im Orga-Team leisten. Da hatte ich auch gar nichts dagegen - bedeutete es zudem noch, dass ich mit lieben Menschen zusammenarbeiten konnte, die ich lange nicht gesehen hatte. Außerdem fand ich das Festival ohnehin eine gute Sache und wollte gern mit anpacken. Leider trafen dann am Donnerstagabend die extreme Hitze und Sonne des Tages auf zu viel Alkohol und wer weiß was noch und knockten mich für einen Tag komplett aus. Ich war so fertig, dass ich am Freitag zu gar nichts zu gebrauchen war und mich Freitagabend nur zurückziehen konnte, anstatt den Konzerten zu lauschen.
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| Lea Matika auf der Bühne beim Holzstockfestival |
Dafür ging für mich das Festival am Samstagmorgen halb neun motiviert und gut ausgeschlafen los. Ich war für meine erste Schicht bereit und sammelte fleißig Müll auf, der Freitagnacht liegen geblieben war. Den ganzen Tag über half ich noch im Infrastruktur und Ordnungsteam und am Abend genoss ich die drei Konzerte. Lea Matika spielte selbstgeschriebene Lieder und begleitete sich am Bass und Klavier, The Wildfire lieferten solide Cover-Songs und Lipiciosii unterhielten mit eigenwilligen aber interessanten Coverversionen und eigenen Stücken. Am Abend waren bis zu 300 Leute auf dem Gelände des Pfarrhauses. Nach dem die letzte Band fertig war, legte noch ein DJ auf und es konnte getanzt werden. Das nutzten nicht mehr so viele - die meisten standen in Gruppen und quatschten, die Chill-Out-Area hingegen kam wiederum sehr gut an zu späterer Stunde. Ich schlief seit langem mal wieder in einem Zelt, das mir eine Freundin überlassen hatte und ich schlief gar nicht mal so schlecht. Vormerken für den nächsten Urlaub - vielleicht mal wieder zelten gehen?
Ich hatte den ganzen Tag so viel Spaß wie schon lange nicht mehr. Die Atmosphäre war den ganzen Tag sehr entspannt und die Leute waren so gut drauf, dass es Spaß machte, zusammenzuarbeiten. Auch bei den Konzerten am Abend war die Stimmung einfach gut. Selbst am nächsten Tag beim Aufräumen gab es keinen allzu großen Stress - alle machten mehr oder weniger mit und schnell war der gröbste Schmutz beseitigt. Von den Dorfbewohnern kam auch nur positives Feedback. Ich hatte Ärger wegen lauter Musik erwartet, aber ganz im Gegenteil, alle schienen sich zu freuen, dass Jugend im Dorf war und einmal etwas los war in ihrer kleinen Ortschaft.
Hier noch ein paar Eindrücke vom Auftritt der Band Lipiciosii:




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