Nach dem Festival in Holzmengen, nach einer Menge netter Momente mit lieben Leuten und nach guter Musik und Tanz, war es für mich wieder an der Zeit, mich Richtung Westen des Landes zu begeben. Nur hatte ich noch ein paar Tage Zeit und ehe ich die Rückreise antreten wollte, sollte es ersteinmal noch ein Stück nach Osten gehen - ich wollte eine der schönsten Straßen der Welt bereisen.
Die Transfagarasan oder Transfogarascher Hochstraße verläuft von Nord nach Süd durchs Făgăraș-Gebirge-Gebirge und ist etwa 90km lang. Ich bin von Richtung Cârțișoara gekommen, die Straße führt bis Curtea de Arges. Sie ist nur für drei Monate im Sommer geöffnet und weist beträchtliche Steigungen auf. Bis zum Bâlea-See kommt man aber auch im Winter, denn eine Seilbahn funktioniert das ganze Jahr und bringt Fahrgäste von der Talstation (Bâlea-Wasserfall / Bâlea-Cascada) zum See. Bis zu diese Station ist auch die Straße im Winter geöffnet. Am See ensteht jeden Winter ein Eis-Hotel mit Iglus und Doppelzimmern, gebaut aus Eisblöcken.
Mein Plan war es, das Auto an der Talstation der Seilbahn stehen zu lassen und mit der Seilbahn hoch zum See zu fahren. Ich stellte also zunächst das Auto ab und suchte den Eingang zur Seilbahn. Dabei fand ich nicht gleich den richtigen Weg und gelangte auf den, der zum Wasserfall führte. Ich fragte ein paar Leute, wo es hinginge und geriet gleich an einen deutschen Auslandslehrer, der in Iasi unterrichtete. Er war mit seiner ebenfalls deutschsprachigen Frau oder Freundin unterwegs und ich schloss mich schließlich an. Ich hatte nichts von dem Wasserfall gewusst und es war ein Glücksfall. Der lange Aufstieg, der besonders zum Ende hin auch ziemlich anspruchsvoll war, lohnte sich vollkommen. Der Wasserfall war wunderschön.
Danach wollte ich mich zur Bergbahn begeben, musste aber feststellen, dass bereits ca. 50 Menschen vor mir die gleiche Idee gehabt hatten - es gab eine lange Schlange. Da die Bahn etwa alle 15 Minuten zehn Menschen mitnahm, konnte man sich ausmalen, dass es ein wenig dauern würde. Ich unterhielt mich mit einer deutsch-rumänischen Familie hinter mir, die auch mit der Bahn hoch wollten, weil sie zurück wandern wollten. Und so kam es, dass ich schließlich zwei Kinder im Alter von etwa 11 und 13 Jahren und ihre Eltern bei mir im Auto hatte - ich bot ihnen an, sie mitzunehmen, wenn sie auch keine Lust hatten, zu warten. Ich nehme an, auch die Seilbahnfahrt wäre fantastisch gewesen, aber auch die Autofahrt war sehr reizvoll. Nur leider war ich auch hier nicht die einzige mit der Idee herzukommen, es gab Staus an den zwei völlig überfüllten Parkplätzen. Der Ausblick von oben war wunderschön und auch der See war hübsch, aber die Massen an Touristen, die Massen an Autos auf den Parkplätzen, die Reisebusse, die die zweispurige Straße blockierten, die Hütten, die Gegrilltes, Käse und kitschige Souveniers verkauften - all das machte das Bild zunichte.
Ich blieb nicht lange und setzte mich nur kurz, um ein paar Teigtaschen zu essen, die ich an der Talstation der Bergbahn gekauft hatte. Auch einen leckeren Käse nahm ich noch mit, aber dann begab ich mich wieder in den Stau, um irgendwie dieses Nadelöhr zu verlassen. Kaum war ich ein paar Meter gefahren, gabelte ich noch drei Pfadfinder auf, die als Anhalter mitgenommen werden wollen. Die Unterhaltung mit ihnen war sehr spanennd. Ich setzte sie dann an der Kreuzung mit der Straße, die nach Sibiu oder Fogarasch führte ab, weil ich in die eine und sie in die andere Richtung mussten.
Ich fuhr dann eine Weile und hielt in Avrig an. Hier war das Barockschloss Brukenthal, in dem seit einigen Jahren ein Hotel eingerichtet war, mit angrenzendem Schlossgarten. Ich setzte mich für eine Holunderlimonade in den Gastgarten und las noch ein wenig im Reiseführer. Meine Unterkunft für die Nacht hatte ich in Saliste organisiert, ich wollte vorher noch in Michelsberg vorbei. Ich schaute mir die Route an und machte mich schließlich auf den Weg. Ich musste durch Heltau / Cisnadie nach Michelsberg / Cisnadioara.
In Michelberg war die Burg leicht zu finden. Ich stellte das Auto im Stadtzentrum ab und begab mich zum Kassenhäuschen (5 Lei Eintritt) und ging dann hoch zur Burg. Ein sehr schöner Ort für Fotos, viel gibt es ansonsten dort oben nicht zu sehen. Aber trotzdem, wenn man in der Nähe ist, empfehle ich einen Ausflug. Da es schon relativ spät war, ging es für mich aber gleich weiter zur Unterkunft in Saliste.




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