Letztes Wochenende machte ich mich mal wieder auf, um ein bisschen Touristin in Rumänien zu sein. Um ein bisschen zu entspannen, abzuschalten, rauszukommen aus der üblichen Umgebung. Nach Hermannstadt / Sibiu sollte es gehen und ich nahm eine schier nimmerendende Zugfahrt auf mich. Gewappnet mit einer Brotbüchse, einem Buch und einem Audiobook stand ich diese auch irgendwie durch.
| In der Kirche |
In Sibiu war es schön, die Sonne schien durch die kalten Herbsttage. Ich wollte wirklich Urlaub machen, deswegen war ein häufiger Stopp in Cafés genauso eingeplant, wie in diesem kleinen netten Designerlädchen vorbeizuschauen und vielleicht auch noch in einem Schuhladen und natürlich viel zu schlafen.Was soll ich sagen - die Stadt ist schnuckelig. Wir nächtigten unweit des Erlenparks und konnten durch ihn hindurch Richtung Innenstadt spazieren. Es war kalt und die Lokale in Sibiu kamen mir überteuert vor. 20 Lei (fast 5 Euro!) für den Eintritt beim Historischen Museum erschien mir viel zu viel. Immerhin, es hat sich doch gelohnt. Gegen die 5 Lei zur Kirchenrenovierung als Eintritt in der evangelischen Kirche hatte ich dagegen nichts. Ich hatte die Kirche noch nie ohne Bauarbeiten von innen gesehen.
Sibiu ist doch immer wieder eine Reise wert, aber auch sehr touristenüberlaufen, mit entsprechenenden Preisen. Wir übernachteten außerhalb der Innenstadt zwar recht billig, liefen aber auch eine halbe Stunde bis zum Zentrum. Unser erster Versuch, ein Brunch, also ein verspätetes in ein Mittagessen umgewandeltes Frühstück zu uns zu nehmen, scheiterten kläglich. Als wir im sehr schönen Pardon angekommen waren, fand sich dort auch grad eine Hochzeitsgesellschaft ein, um Fotos zu machen. Schöne Kulisse, werden sich auch die glitzernde Braut und ihr breitschultriger Ehemann gedacht haben. Oder der angeheuerte Fotograf hat den Neureichen diesen Vorschlag gemacht. Jedenfalls passten die ganzen übergeschminkten Frauen mit ihren Betonfrisuren und Bonbon-Kleidern ebenso wenig herein, wie ihre Macker - und zwar wörtlich. Als eine Dame dann die doch schon sehr eng neben mir sitzende fragte (und nicht mich), ob der Platz mir gegenüber besetzt sei, weil mein Begleiter sich kurz auf die Suche nach einer anderen Sitzgelegenheit gemacht hatte, kam ich mir endgültig deplatziert vor. Wir aßen dann beim Italiener am Ratsturm, ich für meinen Teil ausgzeichnete Käseravioli mit Salbeibutter. Nach ewigem Hin- und Her machten wir später auch noch im gemütlichen Café Wien halt, wo ich ein Stück Sachertorte und eine angeschwippste heiße Schoki nahm.
Am nächsten Tag bestand ich auf Frühstück - ich bin eine leidenschaftliche Frühstückerin, leider wird mir das in Rumänien mit dem omnipräsenten Omelett auf der Karte aber oft verleidet. Ich recherchierte, wir studierten schon am Vortag zur Vorbereitung Speisekarten und fanden im Café Einstein, was einem leckeren Frühstück für mich am nächsten kam. Beim Energy Frühstück bekam ich Müsli mit Früchten und Joghurt, Toast mit Frischkäse, frischgepressten Orangensaft und Tee oder Kaffee. Ich nahm lieber eine heiße Schokolade dazu, und alles war perfekt. Was das Café mit Einstein zu tun hatte, war uns nicht so ganz klar, gemütlich war es trotzdem. Schließlich schafften wir es auch noch für ein dringend notwendiges heißes Süppchen ins Pardon - diesmal ohne Hochzeitsgesellschaft glücklicherweise. Und so waren zwei Tage ruck-zuck essend und trinkend dahingegangen.
