Dienstag, 13. Dezember 2016

Auf kubanischen Straßen – Moskwitsch trifft Chevrolet




 Ich war zwei Wochen auf Kuba unterwegs und mit was ich da so unterwegs war, darum geht es in diesem Post. Vorab: Ja, ich bin in Chevrolets mitgefahren und ja, es gibt tatsächlich viele Ami-Schlitten auf den Straßen Kubas. Zum Teil ganz schön runtergeranzt, zum Teil für Touri-Touren aufpoliert sind die amerikanischen Oldtimer omnipräsent. Es gibt aber auch viele Ladas und Moskwitschs und schwere russische Lastwagen. Inzwischen gibt es eine Menge chinesischer Autos und Busse und importierte europäische Wagen. Der Präsidententross kurvt im schwarzen Mercedes durch Havana und dafür werden auch mal kurz die Straßen gesperrt. Ansonsten sind die neueren Autos meist Taxis oder Leihwagen. Die erkennt man an dem Kennzeichen „T“ wie Tourismus. Ein B scheinen alle Autos zu bekommen, die bei uns wohl Firmenwagen wären, da sieht man oft auch neuere Modelle, und ein P steht vermutlich für privado, also privat. P haben aber auch die meisten Taxen, aber ich habe vermutet, dass es zwei Arten von Taxiunternehmen gibt – staatlich gesteuerte wie Cubataxi und kleine selbstständige, vermutlich Ein-Mann-Betriebe. 


Vom Flughafen habe ich eins der neuen schicken klimatisierten Taxis genommen, aber meine erste längere Fahrt war in einem himmelblauen Chevy. Der blieb auch prompt auf der Hälfte der Strecke mit überhitztem Motor stehen. Wir sind auf der Autobahn in gefühlter Schrittgeschwindigkeit dahingetuckelt, aber so hatte ich Zeit, den anderen Verkehr zu beobachten. Auf kubanischen Autobahnen gibt es Kreuzungen, es sind Radfahrer, Pferdekutschen und „Lastwagentaxis“ unterwegs, in denen die Leute dicht gedrängt stehen. An regelmäßigen Kontrollpunkten zieht die Polizei Fahrzeuge raus, mir ist nur nicht ganz klar, was ein Vergehen wäre. Bei den alten Ami-Schlitten funktioniert meist sowieso nur die Hälfte, die manuellen Fensterheber haben entweder keinen Griff mehr oder funktionieren nicht richtig, die Türöffner sind zum Teil auch optional und bei unserem himmelblauen Chevy schloss eine der hinteren Türen nicht richtig. Zwei Schweizer erzählten allerdings, wie sie von der Polizei angehalten wurden und der Wagen, in dem sie saßen hatte statt einem Tank einfach zwei Kanister im Kofferraum, welche mit Schläuchen mit dem Motor verbunden waren. Dieses Gefährt durfte dann tatsächlich nicht weiter fahren. 

Als Tourist*in hat man für längere Strecken die Wahl zwischen Taxi colectivo und Viazul-Bussen, wobei letztere wohl häufig schon ausgebucht sind und ein frühzeitiges Reservieren Sinn macht. Taxi colectivo ist eine Art Sammeltaxi, welches zwischen den größeren Städten unterwegs ist. Es ist manchmal schneller und man hat den Luxus, dass man von Tür zu Tür gebracht wird, allerdings habe ich auch ein paar Fälle gehört, wo das organisierte Taxi am Morgen dann doch nicht aufgetaucht ist oder einmal auch ein anderes Taxi, welches dann die Fahrt zu einem höheren Preis machen wollte. Ich habe das Kollektiv-Taxi einmal genutzt zwischen Las Terazas und Trinidad (hier gibt es sowieso keine Busverbindung). Das Gute war, dass es wirklich witzig war mit den Mitreisenden und die Zeit relativ schnell verging – da hatte ich aber auch vielleicht Glück. Ich empfand den rasanten Fahrstil und das eingequetschte Sitzen, jedoch ohne jegliche Sicherheitsvorkehrungen wie Gurte in dem Wagen jedoch als sehr unangenehm und bin für die nächste Strecke wieder Bus gefahren. Beim Taxi Colectivo kann es zudem passieren, dass man zwischendurch „umgeladen“ wird und ein anderes Taxi einen bis zum Zielort bringt – ich fühlte mich ein bisschen wie in einer Karawanserei an dieser „Touristen-Verladestation“, welche eigentlich eine Autobahnraststätte war. 

In Havana kann man eigentlich einen Großteil der Sehenswürdigkeiten erlaufen, nur bis zum Plaza de la Revolucion sollte man nicht unbedingt marschieren und auch der Busbahnhof ist recht weit draußen. Taxis sind relativ teuer, man sollte versuchen einen von den gelben ranzigen Ladas zu bekommen, die sind billiger. Von Vedado in die Stadt können es ansonsten schon mal 10 CUC (= 10 Euro) sein. Das dreisteste waren Taxifahrer, die für den geschätzten Kilometer zwischen Festung und Innenstadt 10 CUC wollten. Wir konnten die Strecke aber nicht laufen, weil es durch einen Autotunnel geht. Wir winkten ab und wollten uns woanders ein Taxi ranwinken, als uns auch schon eins aufgabelte und für immer noch unverschämte 5 CUC rüberbrachte. Das akzeptierten wir dann aber ohne groß zu murren, war ja auch nur die Hälfte vom Ursprungspreis. Ansonsten sieht man in Havana viele herausgeputze Oldtimer-Cabrios für die Stadtrundfahrten – ich habe keine Ahnung, was das kostet, ich habe es nicht gemacht. Dann gibt es noch die witzigen runden Coco-Taxis sowie Bici-Taxis – eine Art kubanische Ritschka. Außerdem gibt es einen Touristen-Bus, der eine Rundtour macht, das kostet inzwischen auch stolze 10 CUC, auch das habe ich nicht gemacht, wobei man wohl den Ausführungen des Reiseleiters eher schlecht folgen kann, wie das halt so ist in offenen Doppelstockbussen.

Ein Ereignis, was mir noch im Gedächtnis haften bleibt, war die Fahrt von Vinales zu einem Reitausflug etwas außerhalb in einem Taxi, dessen Innenausstattung schon sehr in die Jahre gekommen war und zum Teil improvisiert war. Als ich aussteigen wollte, bohrte sich eine Sprungfeder aus der Polsterung der Rücksitzbank durch meine Hose und in meinen Po. Geblutet hat es zum Glück nicht – ich musste ja auch gleich noch im Sattel sitzen – aber die Hose hat nun ein kleines Loch am Hintern. Tja, sowas kann passieren auf Kuba... 





Samstag, 3. Dezember 2016

Zwei Wochen Karibik - Entdeckungstour auf Kuba

So sehen die Kubaner wohl die Touristen
Ich habe mir dieses Jahr zwei Wochen meines Jahresurlaubs aufgespart, um nach Kuba zu fliegen. Meine erste Fernreise, meine erste Reise außerhalb Europas und der Region Mittelmeer. Eine Menge Leute reisen gerade nach Kuba, um schnell noch revolutionäre Luft zu schnuppern, bevor die Amerikaner das erste McDonalds in Havanna bauen. Ich erhoffte mir, auch ein bisschen von der Stimmung, von der Revolution, aber auch von der Schönheit der Natur und der Städte mitzubekommen. 

Habe ich gefunden, was ich gesucht habe? Jein. Kuba befindet sich bereits in einem Öffnungsprozess und ich hätte wohl schon vor zwei drei Jahren kommen müssen, um noch den "puren sozialistischen Geist" zu spüren. Die Menschen sind zum Teil ganz schön geschäftstüchtig - es ist inzwischen offensichtlich mehr und mehr erlaubt, auch privat Bars, Cafés und Restaurants zu betreiben. Davon machen die Kubaner auch zahlreich Gebrauch, denn Touristen sind eine wichtige Einnahmequelle - sowohl für den Staat als auch für den Kubaner als Privatperson. Die Preise für die Zimmer legen die Vermieter in den Ferienunterkünften selbst fest. Und obwohl sie die Passdaten in ein Heft eintragen müssen, ist nicht ganz klar, ob sie immer alle Übernachtungen und Einnahmen gegenüber dem Staat deklarieren - es ist ja auch schwer nachprüfbar, ob nun der Tourist 20 oder 25 CUC für das Zimmer bezahlt hat. 

Der Bus für Einheimische
und der Touristen-Bus











Was ich auf jeden Fall erst sehr spät realisiert habe, ist, dass man durch das System der zwei Währungen CUP (Pesos cubanos - kubanische Pesos) und CUC (Pesos convertibles - umtauschbare Pesos) in einer touristischen Parallelwelt landet. Es ist für den einfachen Touristen ohne weitere Bemühungen nicht möglich, mit den Bussen der Einheimischen zu fahren, zum Beispiel. Taxi, Unterkunft, Essen im Restaurant, alles wird mit CUC bezahlt. Ein Restaurant, wo man in CUP zahlen würde, habe ich gar nicht gesehen. Einzig an Straßenständen kann man zum Beispiel "Pesopizza" bekommen - allerdings wird auch hier, wenn man nicht gerade CUP parat hat (meist zum Vorteil des Verkäufers) für den Touristen in CUC umgerechnet. Dennoch ist eine Pizza für 1,50 CUC schon mal ein Segen für die Brieftasche, wenn man ansonsten in den Restaurants fast ähnliche Preise wie in Deutschland bezahlt. 1 CUC ist übrigens ungefähr 1 Euro wert. Offiziell gilt zwar der Dollar als Referenzwährung, aber beim Tausch von Dollars zahlt man einen Aufschlag (und bekommt so weniger als 1 CUC für 1 Dollar) und in den Wechselstuben bekommt man (Stand Nov. 2016) ca. 1,03 CUC für 1 Euro. Und Dollar und Euro sind ja momentan auch fast das Gleiche wert. Die CUC scheinen auch eine höhrere Kaufkraft als CUP zu haben (wobei gilt 1 CUC = 25 CUP). Zwar erfolgt die Umrechnung in den meisten Läden 1 = 25 und oft sieht man auch Schilder, dass man in beiden Währungen zahlen kann, allerdings scheint es bestimmte Dinge (importierte Waren etc.) nur auf CUC zu geben. Das habe ich aber nicht ganz ergründen können. Dieser Artikel hier stellt dar, wie vielschichtig die Frage danach, was Kubaner eigentlich verdienen und was sie sich davon kaufen können: https://cubaheute.wordpress.com/tag/durchschnittslohn/. Generell scheint fast jeder Kubaner (zumindest in den Städten) über eine zusätzliche Einnahmequelle durch Schwarzhandel (zum Beispiel von Zigarren), Tätigkeit im Tourismusbereich (Taxi, Zimmervermietung, Trinkgelder in Gastronomie und Hotels) oder Auslandsüberweisungen zu haben. 

Also wer die Revolution sucht, kommt ein paar Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte zu spät, denke ich. Aber wer ein wunderschönes Land sucht mit toller Natur und interessanten Städten, mit atemberaubenden Landschaften und neugierigen Menschen, für den ist Kuba sicher trotzdem schön. Ich war vorher noch nie in einem tropischen Land und war fasziniert vom "Dschungel" und bezaubert von den Wasserfällen. Ich habe Stunden damit verbracht, mich einfach durch die Städte treiben zu lassen und kreuz und quer durchs Straßengewirr zu laufen. Und ja, es gab Momente, da staunte ich einfach nur über die schöne Landschaft. Es war zudem ein sicheres Land zum Alleinreisen mit einem großen Aber: Als alleinreisende Frau ist man zwar sicher (ich hatte keine Angst, überfallen oder Opfer eines Gewaltverbrechens zu werden), aber erhält sehr viel Aufmerksamkeit von den einheimischen Männern. Ich wurde ständig angesprochen und war nach dem x-ten "Hello lady, where are you from?" einfach nur genervt. Nach meiner persönlichen Erfahrung verstehen die Kubaner auch kein mündliches Nein, frau muss schon Taten folgen lassen. Ich bin also zweimal sprichwörtlich aus einer Situation geflohen, weil die Typen einfach nicht kapieren wollten, dass sie mir zu weit gingen. Wenn frau Abenteuer sucht, wird sie also in Kuba sicher welche finden. Mir war das ein wenig zu viel der Aufmerksamkeit.


Mittwoch, 28. September 2016

Ausflug ins Donaudelta - Die Suche nach den Pelikanen


 Ich habe ungefähr drei der letzten neun Jahre in Rumänien verbracht. Da sollte ich wirklich so langsam alles kennen. Andererseits habe ich auch über 25 Jahre in Deutschland verbracht und war zum Beispiel noch nie in den Alpen oder an der Nordseeküste. Aber in Rumänien war ich, denke ich, weit häufiger touristisch unterwegs als in Deutschland: kurze und längere Ausflüge während ich dort studierte oder arbeitete, Studienexkursionen, Projekte, Urlaube. Maramuresch, Banat, Siebenbürgen, Schwarzmeerküste, Moldau, Bukarest, alles mal besucht. Nur das Donaudelta fehlte mir nun noch und das wollte ich ändern. Ich hatte einer Freundin versprochen, im Sommer nach Rumänien zu kommen und sie bei einem Festival zu treffen. Aufgrund der Entfernung bot es sich allerdings an länger als nur dafür in Rumänien zu bleiben. Ich überlegte also, was ich mit meinen restlichen Urlaubstagen anstellen konnte. Da ich schon so oft im traumhaften Siebenbürgen unterwegs gewesen war, entschied ich mich, für ein paar Tage ins Donaudelta zu fahren. 

Leider konnte die Freundin nach dem Festival nicht weg und so brauchte ich andere Gesellschaft. Ich hatte auch überlegt, allein zu fahren, aber irgendwie ist es zu zweit doch besser - alleine wäre ich wohl kaum im Kanu losgepaddelt. Außerdem ist es angenehm, seine Eindrücke teilen zu können. "Schau mal da, ein Pelikan!", klingt halt einfach als Selbstgespräch nicht so gut. Ich hatte also über eine Internetreiseplattform jemanden gefunden, kurz mit ihm telefoniert und mir gedacht, dass es schon passen würde mit uns. Ein bisschen Grundvertrauen in die Menschheit gehört natürlich dazu, wenn ich einen fremden Mann fern der Heimat treffe, um in mit ihm in eine mir unbekannte Gegend zu fahren. Mein Reisegfährte und potenzieller Axtmörder stellte sich aber als sehr sympathischer Mensch heraus, der mir in keiner Weise zu nahe trat oder versuchte, mich auszurauben oder umzubringen. Und leider muss ich auch alle enttäuschen, die sich eine Romanze erwarten, es war einfach nur eine sehr angenehme Reisebegleitung.

Ich traf den Reisegefährten in Sibiu. Ich hatte bereits Tickets nach Tulcea mit Umstief in Medgidia gekauft. Der erste Zug war ein Nachtzug Richtung Schwarzmeerküste - allerdings, wie ich schon beim Kauf des Tickets mit Erschrecken festgestellt hatte, ohne Liegewagenabteile. Anfangs saßen wir noch recht bequem in dem Zug, der total überhitzt war, weil die Klimaanlage erst angemacht wurde, als er los fuhr und die Waggons davor wer weiß wie lange in der Sonne gestanden hatten. In dem Maße, in dem sich der Zug abkühlte, wurde er aber auch voller. Familien und junge Leute waren es vor allem, die wohl billig ans Meer wollten. Und sie hatten Koffer dabei, als wollten sie dahin umziehen. Wir waren eingequetscht zwischen jungen Rumänen, die noch dazu kleine Boxen für ihre Handys dabei hatten und Musik abspielten. Ich habe gefühlt keine Minute geschlafen in dieser Nacht, die scheinbar nie enden wollte. In Medgidia standen wir uns dann am Bahnhof die Beine in den Bauch. Die Sonne ging irgendwann auf, unser Zug kam irgendwann und wir zuckelten im Schneckentempo weiter durch die Dobrudscha. So nennt man den Landstrich an der Schwarzmeerküste.

Schließlich fuhren wir in Tulcea ein. Ich hatte das Gefühl, ordentlich zu stinken nach einem sonnigen Tag und einer Nacht in einem überfüllten Zug und hätte alles gegeben, um kurz ins Meer oder anderweitig ins Wasser zu hüpfen. Der See, der im Reiseführer als eine Art Naherholungsgebiet angepriesen war, erwies sich aber als dreckiger Tümpel und so fiel das aus. Wir warteten auf die Fähre nach Sulina. An der Ablegestelle hatte sich ein Pulk Menschen gebildet, die alle einen Platz auf der Fähre ergattern wollten. Überraschenderweise ist ja am Ende doch immer Platz für jeden. Wir erwischten schöne Plätze an der Reling, so dass wir die ganze Fahrt über Donau, Ufer und vorbeiziehende Boote beobachten konnten. Irgendwann kam dann ein älterer Herr namens Pavel und quatschte meinen Reisegefährten voll. Der sprach kein Rumänisch, aber Pavel war glücklich, als er feststellte, dass ich dolmetschen konnte. Wir unterhielten uns eine Weile mit ihm, wobei Pavel natürlich feststellte, dass wir ein wunderbares Paar waren. Ich war zu müde und zu fertig, um ihm zu erklären, dass wir das mitnichten seien. Manchmal ist es einfacher, Erwartungen zu erfüllen.

In Sulina angekommen, waren da eine Menge Menschen, die das Boot in Empfang nahmen, um Zimmer zu vermitteln. Wir brauchten natürlich was und holten Angebote ein. Wir hatten die Wahl zwischen einer zentrumsnahen Variante im Wohnblock und einer Pension näher am Strand. Uns zog es erstmal zum vermeintlichen Luxus, der Pension in Strandnähe. Die geschäftstüchtige Betreiberin pries uns das Zimmer an, wir dachten aber vermutlich beide nur an den Strand und daran, bald ins Wasser springen zu können. Wenn wir wiederkommen würden, hätte unsere Gastgeberin schon den Fisch fertig und wir konnten nach dem Abendessen einfach nur noch ins Bett fallen. Der Strand war weit weniger idyllisch, als wir uns das vorgestellt hatten, aber immerhin, es gab Meer und somit kühlendes Nass. Und wir entfernten uns einfach ein wenig vom beschirmten Bereich des Strandes, da war es auch schon viel menschenleerer. Die anschließende Dusche war nicht gerade erhebend, das Badezimmer war ziemlich grottig, aber immerhin war das Abendessen lecker. Wir aßen natürlich Fisch. Ich lebe ja flexitarisch, aber überwiegend vegetarisch und zuhause-vegan. Aber bei einem Ausflug ins Donaudelta war mir schon klar gewesen, dass ich eine Menge Fisch essen würde. Ich hoffe, dass der Fisch regional geangelt und nicht aus überfischten Gewässern importiert war. Jedenfalls war er ziemlich lecker. Als wir jedoch das Licht auf der Terasse anschalteten, kamen die Mücken und ließen uns nicht zu Ende essen. Sie stachen uns, unsere Hände, den Fisch auf dem Teller und sogar in den Maisbrei. Nur war es ja auch nicht möglich, Fisch ohne Licht zu essen. Ich habe immer ein wenig Panik, Gräten zu verschlucken und bin auch nicht besonders geübt darin, sie vom Rest des Tieres zu trennen.

Wir suchten für die zweite Nacht dann erstmal eine neue Unterkunft, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis war nicht besonders gut. Wie sich herausstellte, reichte es, sich an eine Ecke der Hauptstraße zu stellen und fragend zu gucken. Im Nu hatten wir ein Privatzimmer bei einer Frau und ihrem erwachsenen Sohn in deren Wohnung im Block. Aber das Bad war sauber, das Zimmer war sauber, und wir hatten für ein Drittel weniger Geld alles, was wir brauchen. Klar wir reden hier von 120 Lei (ca. 27 Euro) gegen 80 Lei (ca. 18 Euro) fürs Doppelzimmer. Aber auch wenn wir keine fünf Euro pro Person sparten, kam uns die neue Bleibe viel schöner vor. Wir erkundeten noch den Friedhof, der berühmt war, weil hier Menschen und Seefahrer aus aller Herren Länder begraben lagen und gingen auch an diesem Tag wieder an den Strand.


Am nächsten Morgen nahmen wir dann in aller Frühe die Fähre nach Crisan. Beim Ablegen in Sulina bot sich der Blick auf einen atemberaubenden Sonnenaufgang. Das frühe Aufstehen hatte sich schon allein deswegen gelohnt. In Crisan wollten wir uns ein Kanu mieten und eine zweitägige Tour durchs Donaudelta machen. Aufgrund des Reiseführers hatte ich Mila 23 als Ziel auserkoren. Das ist im Übrigen kein Frauenname mit Altersangabe, sondern bedeutet Meile 23, also die 23. Meile gezählt ab der Mündung der Donau ins Schwarze Meer. Nach einigem Rumfragen fanden wir auch den Zeltplatz mit Kanuverleih, den der Reiseführer empfohlen hatte und wo ich uns schon angekündigt hatte. Die Kanus standen bereit, wir packten alles Nötige in einen Packsack und ließen die Rucksäcke zurück. Dann ging es nach einem kurzen Abstecher in den Lebensmittelladen auch gleich los.

Auf dem Sulina-Arm der Donau zu manövrieren, erst recht flussaufwärts, war gar nicht einfach. Wir gerieten immer wieder in eine Strömung, die uns quer stellte, mühten uns ab, auch nur ein paar Meter vorwärts zu kommen und die paar Kilometer, die es angeblich bis zur Einmündung des Kanals Richtung Mila 23 waren, kamen uns endlos vor. Irgendwann hatten wir es aber geschafft und in den ruhigeren Nebenkanälen war es viel entspannter, wenn nicht gerade ein Motorboot der Fischer oder vollgepackt mit Touristen vorbeipreschte. Unser Kanu kam ganz schön ins Schaukeln jedesmal, aber wir kenterten nicht. Bloß gut, die Eskimorolle hatten wir nicht geübt. Die Touristen machten manchmal auch Bilder von uns und wir überlegten, dass der Reiseführer wohl grad sagte: "Und hier sehen sie deutsche Touristen bei ihrem typischen Zeitvertreib.", und mir ging es etwas auf die Nerven, wie ein Zootier angestarrt zu werden. Wir waren wirklich die einzigen Paddler weit und breit - wir begegneten keinem anderen Boot, was mit Muskelkraft betrieben war. Dabei war es viel schöner, ohne Motorenlärm die Stille zu genießen, den Fröschen beim Weghüpfen zuzuschauen, Komorane und Reiher zu begutachten, und anzulegen, wo wir wollten.

Mila 23 ist so gar nicht das romantische Fischerdorf, welches die Reiseführer anpreisen. Es gibt viele neugebaute große Pensionen mit etlichen Zimmern und doch fanden wir keine, die ein Zimmer für uns hatte. Dabei sah man nirgends Touristen. Wir hatten da zwei Theorien: Entweder waren es Touristen, die den ganzen Tag in den Angel-Gewässern unterwegs waren oder anderweitig Touren machten oder die Pensionen hatten keine Gäste und wollten sich nicht die Mühe machen, wegen einem Zimmer den gesamten Betrieb "hochzufahren". Schließlich fanden wir doch noch eine schöne Pension, deren Namen mir leider nicht mehr einfallen will und wo wir eines der zwei kleinen Gartenhäuschen beziehen konnten. Unser Kanu zerrten wir auf den zur Pension gehörigen Steg und gönnten uns eine riesige Fischplatte zu zweit. Dazu wurden lokaler Kaviar, Knoblauchpaste, Fischbällchen und Maisbrei gereicht und als wir satt und zufrieden waren, wies uns die Kellnerin darauf hin, dass sie gleich das Dessert bringe. Aber was heißt eigentlich gönnen - das Essen kostete uns etwa acht Euro pro Person, die unterkunft noch mal elf.


Am nächsten Morgen brachen wir früh auf, um zu den Pelikanen zu fahren. Denn das war eines der Hauptziele dieser Paddeltour - Pelikane in freier Natur. Wir steuerten unser Kanu über einen flachen See und entdeckten auf einem Baumstumpf schon den ersten großen Vogel - das konnte doch nur ein Pelikan sein? Aber obwohl wir uns anschlichen, hatten wir keine Chance - er flog davon. Wir manövrierten das Boot weiter und hatten schließlich später auf einem kleineren See doch noch Glück - eine Gruppe von vielleicht 20, 30 Tieren war gerade beim Mittagessen und fischte mit den Schnäbeln im See rum. Als wir zu nahe kamen, flogen auch sie davon, aber wir kamen doch ganz schön nah mit unserem Kanu. Ziemlich beeindruckende Tiere.


Nach dem Paddelausflug stellten wir unsere Zelte auf dem Campingplatz in Crisan und suchten das einzige Lokal im Ort, welches dummerweise am anderen Ende des Ortes lag und damit einen guten Fußmarsch entfernt. Denn Crisan besteht praktisch nur aus einer sehr langen Straße entlang des Donauarms. Als wir vom Essen wiederkamen, tranken wir noch Bier und Pflaumenschnaps mit den zwei Österreichern, die eine Fahrradtour entlang der Donau gemacht hatten. Für sie ging es nun weiter nach Istanbul, für uns zurück nach Tulcea und dann Bukarest am nächsten Tag.

Das Donaudelta war definitiv einen Besuch wert. Vielleicht war es nicht gerade die richtige Ecke davon, denn anderswo hätten wir vielleicht noch mehr Natur und Naturbelassenheit erlebt. Aber es war eine schöne Erfahrung und ich würde vielleicht sogar noch mal hinfahren und noch andere Ecken davon entdecken.

Sonntag, 11. September 2016

Ein Zelt in der Kirchenburg und eine Bühne neben dem Pfarrhaus - Holzstock-Festival 2016

Eine recht profane Umnutzung erfuhr das Gelände der Kirchenburg in Holzmengen Mitte August. Die Jugendlichen der Deutschen Minderheit in Hermannstadt / Sibiu verwandelten das Gelände mit einigen helfenden Händen in eine Festivallocation. Eine professionelle Bühne wurde organisiert, eine Wasserrutsche gebaut, Campingplätze ausgewiesen, die Scheune in einen Chillout-Bereich verwandelt, ein zweiter Feuerplatz angelegt, die organisierten Caterer eingewiesen und die Musiker begrüßt. Was folgte, waren zwei wunderbare Abende in fantastischer Stimmung.

Mein Rumänienurlaub startete mit dem Festival. Ich traf nach einer 24-stündigen Reise von Halle über Dresden und Budapest mit dem Zug gegen elf Uhr morgens in Sibiu ein. In Rumänien angekommen war ich eigentlich schon, als ich die Augen aufschlug, aus dem Zugfenster spähte und diese wunderbare Landschaft sah. Gefühlt hatte ich sogar schon beim Betreten des Zuges im Budapester Bahnhof rumänischen Boden betreten, weil sowohl meine Mitreisende im Abteil als auch der Zugbegleiter mich gleich auf Rumänisch vollquatschten. Und als hätten sie nur darauf gewartet, waren sofort die rumänischen Wörter in meinem Kopf und ich antwortete ganz selbstverständlich auf Rumänisch. Am nächsten Morgen erblickte ich dann also Berge und Tunnel und Hügel und Wiesen und kleine Bahnhofsstationshäuschen. All das hieß mich willkommen und ich fühlte mich sofort wieder „da“. Ich stolperte in Sibiu aus dem Zug und wusste wohin. Da den Hügel hoch, erstmal zum Piata Mare, dann weitersehen. Erstmal eine rumänische Simkarte kaufen. Erstmal in die Schiller-Buchhandlung, eine Karte fürs Donaudelta kaufen. Erstmal eine Runde durch die Stadt drehen. Erstmal die wunderbare Freundin anrufen, die das Festival mitorganisierte und die ein wichtiger Grund war, warum ich überhaupt da war. Sie war bereits an der Kirchenburg in Holzmengen, wo das Festival stattfinden würde und informierte mich, dass ich 14 Uhr mit anderen gemeinsam mit dem VW-Bus kommen konnte. Also hatte ich noch ein bisschen Zeit. Jetzt noch ein Zugticket kaufen für die Weiterreise nach dem Festival ins Donaudelta. Ich wanderte durch die Stadt auf der Suche nach der Bahn-Agentur, als ein Platzregen mich zwang, eine Pause einzulegen und ein Café aufzusuchen. Ich bestellte mir ein für rumänische Verhältnisse teures Frühstück aus frischgepresstem Orangensaft, Croissant und Marmelade, Käse und Toast. Dieses simple und nicht besonders ansehnliche Frühstück ließ mich komplett ankommen. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass ich den salzigen Käse vermisst hatte, der ein wenig wie Feta aussieht, aber salziger und mit Kuhmilch gemacht ist. Jetzt verputzte ich ihn mit Genuss bis auf den letzten Krümel. Für das Zugticket musste ich schließlich noch mal zum Bahnhof laufen, wo ich mich natürlich bei zwei offenen Schaltern genau an dem anstellte, wo man nicht mit Karte zahlen konnte. Aber irgendwann hielt ich auch die Tickets für die Weiterreise in der Hand, und konnte mich beruhigt auf den Weg nach Holzmengen machen.


Die Fahrgemeinschaft nach Holzmengen verspätete sich um eine Stunde, in der ich rumstand und wartete, dabei konnte ich es doch gar nicht erwarten, die Freundin wiederzusehen. Aber endlich brachen wir dann doch auf. Ich strahlte, als ich den Turm der Kirchenburg von der Landstraße erblickte. Die Freude war riesig, als ich im ehemaligen Pfarrhaus dann auch meine Freundin fand. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, schließlich war es der Tag vor dem Festival und ich versuchte, ein bisschen zu helfen und baute dann auch schon mal mein eigenes Zelt im Kirchhof auf. Da stand es ganz allein - die Freundin versprach, ihres noch daneben zu stellen, aber tat es dann zumindest in der ersten Nacht nicht mehr. Sie hatte viel zu tun, ich war müde von der Reise und verabschiedete mich nach einem Ankunfts-Pflaumenschnaps am Lagerfeuer am Abend recht schnell ins Zelt. Da war ich dann also allein, ein paar Meter neben dem Friedhof und neben den meterdicken Mauern der Kirche. Das war aber wirklich mein geringstes Problem - mehr Sorgen als um Spuk und Gespenster machte ich mir darum, dass ich bald selbst ins Totenreich eingehen könnte, nachdem ich in meinem Zelt erfroren war. Es war verdammt kalt. Es hatte geregnet, alles war feuchtklamm und als wirklich dicht konnte man das Zelt nicht bezeichnen. Die Zeltplane war durchgeweicht und immer wenn ich in dem winzigen Zelt bei einer Bewegung dagegen kam, nässte es durch. Und ich bewegte mich noch ein paar Mal, denn schließlich musste ich noch Klamotten in meinem Rucksack finden, die ich zusätzlich anziehen konnte. Und mich in die Häkeldecke wickeln, die ich mir aus dem Pfarrhaus geliehen hatte. Und ein zweites Paar Socken anziehen. Es war wirklich keine angenehme Nacht und es war auch definitiv nicht schön, am Morgen wieder in die nassen Turnschuhe zu steigen. 

Ich fasste dementsprechend den Entschluss, nach Sibiu zu fahren, um mir einen neuen Schlafsack zu kaufen und dem Tod durch Erfrieren in der nächsten Nacht zu entgehen. Eigentlich hatte ich überlegt, einen Ausflug nach Agnetheln zu machen, aber mein Leben lag mir mehr am Herzen als verschlafene, ehemals siebenbürgisch-sächsische Orte. Ich fuhr mit dem Einkaufstrupp von der Festivalorganisation los. Ich hätte auch trampen können, aber es waren 25km und so erschien es mir am Einfachsten. Im Stadtzentrum hatte ich dann Stunde "Freizeit", die ich für einen Besuch in einem Outdoorladen nutzte. Da ich davon ausging, dass wir noch in die Mall fahren würden, suchte ich nicht noch nach Gummistiefeln. Lieber kaufte ich mir ein Mittagessen aus gefüllten Blätterteigtaschen, ehe es wieder losging. Beziehungsweise ich wieder sehr lange am vereinbarten Ort auf die vereinbarte Transportmöglichkeit wartete. Hach ja, Rumänien. Aber da ich Urlaub hatte, war ich demgegenüber zumindest ziemlich entspannt, als ich mir so die Beine in den Bauch stand. Die Rückfahrt war chaotisch, weil noch eingekauft werden musste (wir fuhren aber nicht in die Mall und somit gab es auch keine Gummistiefel für mich) und einige Leute noch abgeholt werden mussten, aber irgendwann waren wir wieder da - die ersten Gäste trafen schon ein und auch die ersten Musiker. 

Jetzt ging das Festival so langsam los. Zwei Abende lang würden verschiedene Musiker der unterschiedlichsten Richtungen ihre Stücke auf der Bühne neben der Kirchenburg präsentieren. Das Line-up liest sich unspektakulär, für jemanden, der die lokale Musikszene nicht kennt, aber es waren wirklich ziemlich gute Sachen dabei. Ich freute mich besonders auf Lipiciosii, die ich schon im letzten Jahr beim Holzstockfestival erlebt hatte, Petra Acker, von der ich mir großes erwartete und Artischoque, die ich beim Mach-Festival in Halle gehört hatte. Und alle drei waren dann tatsächlich ziemlich gut. Und die anderen ebenso, auch wenn mir Kevin Wagner (ein lokaler DJ, der nur einen deutschen Namen hat, weil er vermutlich auch irgendwie zur deutschen Minderheit gehört oder seine Vorfahren) vom Stil her nicht so gefallen hat, aber ich konnte mich ja auf dem weitläufigen Festivalgelände einfach ein bisschen abseits der Bühne halten, bis die wunderbaren Lipiciosii aufspielten. Die Band ist aus Sibiu und macht eine Mischung aus Folk und Covern bekannter Lieder auf ihre eigene Art, durchmischt mit viel Humor und einem guten Schuss Alkohol. Sie enttäuschten auch diesmal nicht und auf einmal fand sich das Publikum vor der Bühne in einem riesigen Kreis Hora-tanzend wieder [eine Art rumänischer Sirtaki, das heißt traditioneller Kreistanz]. Und was noch viel verrückter ist - plötzlich scherten einige Jugendliche aus und wirbelten in Pärchen in einem flotten Polka im Kreis und zwar innerhalb des großen Hora-Kreises. Ich vermute, das waren die Jugendlichen aus der deutschen Trachtentanzgruppe. Das hat mein Bild über Trachtentanzgruppen mal wieder ein bisschen revidiert, denn es sah nach sehr viel Spaß und guter Laune aus, während ich mich versuchte, stolpernd an die Hora-Schritte zu erinneren (aber auch eine Menge Spaß dabei hatte). Die folgenden Bands rissen mich nicht so mit. Sergiu Bolota begann wohl eher gegen ein Uhr nachts, denn bei so einem Festival verschiebt sich durch kleine Verzögerungen ja gern mal das ganze nach hinten. Ich lauschte seinen Akustik-Versionen bekannter Hits dann schon vom Zelt aus, wo ich nach einem kurzen Versuch mit meinem neuen Schlafsack den alten Schlafsack noch drüber zog. Doppelt hält besser.

Richtig gut geschlafen habe ich auch in dieser Nacht nicht, aber immerhin kündigte sich ein schönerer zweiter Festivaltag an. Der Frühstückstrupp hatte verschlafen, aber irgendwann stand Brot und Marmelade und Käse und Tomaten und Melone für alle Festivalgäste bereit. Das ist wohl das einzige Festival, dass ich je erlebt habe, bei dem es neben freiem Camping auch freies Frühstück für alle gibt. So kommt man hier und da über einem Stück Melone noch mit anderen Leuten ins Gespräch, wenn man nicht gerade zu müde ist. Am zweiten Tag, also Samstag, fanden auch die Workshops des Festivals statt. Man konnte sich als Pfadfinder ausprobieren, seine Kompetenz bei Bewerbungsgesprächen hinterfragen oder beim Malen kreativ werden. Einen Theaterworkshop gab es auch, oder man ließ sich die Haare zu kreativen Zöpfen flechten. Ich war nicht motiviert genug, irgendwo teilzunehmen und schlenderte stattdessen über das Gelände. Irgendwann wagte ich auch die halsbrecherische Aktion und probierte die Wasserrutsche aus. Es war inzwischen schön warm und ich hatte an dem Tag auch keine Probleme mit klammfeuchten Klamotten und nassen Turnschuhen mehr und so konnte ich mir eine Abkühlung genehmigen. Die Jugendlichen hatten einige Tage vor dem Festival in dem Hügel hinter der Kirchenburg eine Rinne angelegt und sie mit Stroh ausgepolstert und darauf dann eine dicke Plane gelegt. Unten war eine Art kleines „Auffangbecken“, dass aber nicht besonders tief war. Im Jahr zuvor war man einfach gegen Strohballen geknallt und wenn man zu viel Schwung hatte, auch darüber geflogen. Das war also schon mal eine Verbesserung. Allerdings war die Rutsche in diesem Jahr auch doppelt so lang wie im letzten Jahr – mit einem flachen Teil zum eingewöhnen und einem steilen Teil am Ende. Betrieben wurde sie mit Wasser aus einem großen Container der oben am Hügel stand. Rutschte man im letzten Jahr einfach auf seinem Hintern herunter, konnte man in diesem Jahr Teile einer alten Schaumstoffmatratze als Polster benutzen. Diese waren mit Frischhaltefolie umwickelt und wurden mit Flüssigseife eingerieben. Ich setzte mich also etwas angstvoll auf eines dieser Schaumstoffteile, das nicht mehr besonders gut in Schuss war und sich schon voll Wasser gesogen hatte. Es war noch seifig genug und ich wollte ohnehin lieber erstmal langsam den Berg runter. Ich platzierte mich am oberen Ende der Strecke und hinter mir drehte jemand den Hahn am Container auf. Mit ein bisschen Beinantrieb kam ich ins Rutschen. Meine Matte drehte sich unkontrolliert, so dass ich bald rückwärts rutschte, ich konnte aber auf dem flachen Stück noch mal bremsen und nachjustieren. Der letzte Teil machte natürlich am Meisten Spaß, nur in der Grube mit Matschepampe aus Seife, Dreck, Schlamm und ein bisschen Wasser zu landen, war nicht lustig. Und auch nicht, das vollgesogene Polster wieder den Berg hochzuschleppen. Aber ich wollte unbedingt noch mal und es wollten ja auch noch andere rutschen. Beim zweiten Mal drehte ich mich auf dem steilen, schnellen Teil der Strecke und klatsche rücklings in die Matschgrube . Was dazu führte, dass ich wortwörtlich von oben bis unten nass und dreckig war. Das Duschen sparte ich mir aber, denn gleich neben dem Wassercontainer am oberen Ende der Strecke war auch ein Wasserschlauch mit Frischwasser und so spritzte ich mich einfach gründlich von oben bis unten ab. Leider habe ich selbst kein Bild gemacht, das Bild oben ist von einem anderen Festivalbesucher.


Am Abend gab es dann wieder Konzerte. Ich freute mich ja besonders auf Petra Acker. Ich wurde auch nicht enttäuscht und stand selig in der ersten Reihe, während ich über die Freiheit nachdachte, die sie besang. Hier das Video von dem wundebaren Auftritt und dem schönsten Lied, wie ich fand. Artischoque rockten das Festival dann noch mal so richtig zum Abschluss, das Bild ist auch von ihrem Auftritt. Ich war zwar müde, konnte aber nicht umhin, noch mal von der Feuerstelle aufzuspringen und in der Meute vor der Bühne mit rumzutoben. Das DJ Set von Kevin Wagner sparte ich mir, und irgendwann schlief ich in meinem kleinen blau-orangen Zelt auch ein. Damit war das Festival für mich vorbei, denn am nächsten Tag wurde nur noch aufgeräumt und zusammengepackt. Aber was für Eindrücke! Was für Gespräche am Lagerfeuer, was für musikalische Highlights, wie viele Umarmungen, wie viele strahlende Gesichter, was für ein Spaß! Und das alles mit 200, vielleicht maximal 300 Festivalbesuchern an einem ganz magischen Ort.

Am Abreisetag war ich eigentlich mit zwei anderen Festivalbesuchern verabredet, gemeinsam zum Bus zu laufen, der uns nach Sibiu bringen würde, daraus wurde aber nichts, mein Zelt stand im Schatten und war vom Morgentau durchnässt. Ich hängte es erstmal über ein Geländer und konnte es erst ein bisschen später einpacken. Glücklicherweise trocknete es schnell, an den Bus kurz vor elf war trotzdem nicht zu denken. Erst nach zwölf war ich fertig mit Packen und verabschieden und fragte mal an, ob vielleicht irgendjemand ohnehin gleich in die Stadt fahren würde. Ich fuhr bei den Leuten von Artischoque mit, die sich auf mehrer Autos verteilt erstmal Richtung Sibiu und dann entweder nach Hause oder noch auf einen kleinen Urlaub in Rumänien begaben. Ich erwischte zwei nette Menschen, die sich von mir noch ein paar Reisetipps gaben lassen auf der halbstündigen Fahrt. So kam ich noch pünktlich in die Stadt um meinen Reisegefährten fürs Donaudelta zu treffen. Aber die Abenteuer im Donaudelta sind schon wieder eine ganz andere Geschichte...

Dienstag, 30. August 2016

Lieblingsort: Die Kirchenburg in Holzmengen


Es gibt Orte, da fühle ich mich wohl. Und dazu gehört das Gelände von Kirchenburg und Pfarrhaus in Holzmengen. Ich war jetzt dreimal dort und wäre es gern öfter, wenn es nicht so verdammt weit weg von meinem derzeitigen Lebensmittelpunkt wäre. 


Seit drei Jahren findet in Holzmengen das Holzstock-Festival statt. Ich war nun schon zweimal dabei. Beide male waren voll von guter Musik, interessanten Begegnungen, guten Gesprächen, entspannter Athmosphäre... Und eigentlich ist es die Athmosphäre, die besonders dann ensteht, wenn Jugendgruppen vor Ort sind, die Holzmengen für mich zu einem Lieblingsort machen. Dann gibt es Lagerfeuer vor der Scheune und das warme Brot kommt vom Team der "Alten Mühle". 


Falls ich mal wirklich eine Auszeit brauche, wenn ich oder besser falls ich mal mein erstes Burn-out habe, eine schmerzliche Trennung hinter mir oder einfach so richtig die Schnauze voll vom Hamsterrad der Lohnarbeit, möchte ich gern in Holzmengen Burghüterin sein für ein paar Wochen. Dann werde ich auf der Treppe vorm Pfarrhaus sitzen und Tagebuch schreiben, mir eine Hängematte zwischen die Bäume hängen, die Mirabellen vom Baum essen, auf den Kirchturm klettern und den Ausblick genießen, den Blick Richtung Karpaten schweifen lassen und auf der Wiese liegen. Wenn mir langweilig werden würde, würde ich zur Hauptstraße laufen und den Bus Richtung Sibiu nehmen oder versuchen, per Anhalter bis in die Stadt zu kommen.


Und ich würde mich mit den Leuten vom Holzmengen-Verein, von der Alten Mühle und von der Elijah-Organisation treffen und inspirierende Gespräche führen. Ich würde ab und zu mit einer ganz wunderbaren Person am Lagerfeuer sitzen und ein Schlückchen Pflaumenschnaps trinken. 



Mittwoch, 24. August 2016

Auf Reisen als Frau - Monatshygiene

Ich war lange am Zweifeln, ob ich diesen Post verfassen soll oder nicht. Denn so richtig ist es kein Blogthema, andererseits hängt es auch mit dem Reisen zusammen. Also, alle Zartbesaiteten ignorieren diesen Blogeintrag bitte - es geht ums Thema Menstruation. 

Wie das nun mal so ist als Frau, kommt die Menstruation, es sei denn man beeinflusst durch Pille oder andere hormonelle Varianten, auch während der Reise. Entweder frau nimmt sich einen Vorrat an Hygieneprodukten mit oder kauft vor Ort, wo sie aber im Zweifelsfall nicht das passende findet. Eine Mitreisende meinte vor einigen Jahren mal, das kleine Läden in Rumänien beispielsweise keine Tampons führen. Vielleicht hat sich das auch inzwischen geändert, aber es ist jedenfalls schwieriger, in jeder Ecke der Welt das Gewünschte zu finden. Mitschleppen ist aber je nachdem wie lange die Reise dauern soll, auch blöd. Eine andere Möglichkeit ist die sogenannte Menstruationstasse. Die gibt es in einer Vielzahl von Varianten von zahlreichen Anbietern. Es handelt sich im Endeffekt um ein kleines Ding aus Silikon, welches wie ein Tampon in die Scheide eingeführt wird und dort bis zu 12 Stunden verbleibt und das Menstruationsblut auffängt. Es entsteht kein Müll und mitzuschleppen ist auch nur ein kleines Beutelchen mit der jeweiligen Menstruationstasse. Praktisch für Reisen also, oder? Ich habe das jetzt das erste Mal getestet. 

Ich verwende seit einigen Monaten Menstruationstassen, inzwischen benutze ich die Lily Cup A und und Me Luna M. Was sich (an welchem Tag der Menstruation) am Besten anfühlt, sollte jede Frau selbst entscheiden. Eine super Übersicht zu Menstruationstassen bietet die folgende Seite: www.cuptime.de. Dort findet bestimmt jede die passende Menstruationstasse und auch mit Vorurteilen wird aufgeräumt und auf die Vorteile der Menstruationstassen eingegangen. Falls frau noch zweifelt, sollte sie da mal vorbeischauen. 

 

Nun also zur Handhabung bei der Reise. Ich leere und reinige die Menstruationstasse normalerweise 2-3 mal täglich. Praktisch ist es natürlich im eigenen Badezimmer, da kann frau sich die Hände waschen, den Cup entfernen und ausleeren, ausspülen und wieder einsetzen und nochmal Hände waschen. Aber wie funktioniert das Ganze auf Reisen? Auf einer öffentlichen Toilette mit der Menstruationstasse ans Waschbecken zu gehen ist ja in den meisten Fällen nicht möglich. Viele Frauen spülen einfach kurz mit mitgebrachtem Wasser ab, aber man kann die Cup auch ohne Ausspülen wieder einsetzen. Es gibt auch spezielle Reinigungstücher für die Menstruationstassen, das halte ich aber auch nicht für notwendig. Ich war auch ein bisschen vorsichtig, mit nicht als Trinkwasser ausgewiesenem Wasser abzuspülen aus Angst vor einer Infektion. Dann lieber einmal unabgespült lassen und beim nächsten Mal ausleeren gründlich reinigen. Das ist aber meine persönliche Meinung, wer lieber abspülen möchte, kann das ja auch mit mitgebrachtem Trinkwasser tun, wo möglich. Das größte Problem war für mich eher, dass die meisten öffentlichen Toiletten Orte sind, auf denen man nicht gerade mit viel in Berührung kommen möchte und sich erst recht nicht auf die Klobrille setzen möchte. Das erfordert ein wenig Gelenkigkeit beim Entfernen und Ausleeren. Von Vorteil ist auch, wenn man das Prozedere schon gewöhnt ist und nicht beim Reisen damit anfängt. Die Angst "Ich krieg das Ding da nie wieder raus!", sollte eine ja nun nicht gerade auf einer Bahnhofstoilette befallen. Obwohl ich in Osteuropa, was Toiletten angeht, wirklich keine guten Bedingungen hatte, bin ich aber nach wie vor von Menstruationstassen überzeugt. Wichtig ist es in jedem Fall ein paar Taschentücher oder Feuchttücher (auch für die Hände) dabei zu haben und sich vorher gründlich die Hände zu waschen. Dadurch, dass frau normalerweise (wenn sie nicht gerade sehr stark blutet) 12 Stunden hat, um den Cup auszuleeren, gibt es auch meist die Möglichkeit, eine akzeptable Toilette aufzusuchen, zum Beispiel in der eigenen Unterkunft. Andere Vorteile - gerade auf Reisen - sind natürlich, dass frau schwimmen gehen und Sport machen kann, wie es ihr beliebt und dass (wenn alles gut sitzt) nichts vorbeiläuft und es zu keinen unangenehmen Flecken, Gerüchen oder sonstigen Zwischenfällen kommen kann. Ein Nachteil ist vielleicht noch, dass die Dinger schon ein wenig Geräusche machen - wenn einer also in einer öffentlichen Toilette mit mehreren Kabinen normalerweise schon peinlich ist, das andere das Geräusch vom Knistern des Tampon- oder Slipeinlagenauspackens hören, ist es vielleicht auch nichts. 

Dienstag, 23. August 2016

Auf den Straßen von Bukarest



Carturesti Carusel
Ich war letzten Samstag für ein paar Stunden in Bukarest unterwegs, bevor es weiterging nach Timisoara. Ich spazierte durch die Innenstadt, hauptsächlich in Lipscani umher. Außerdem besuchte ich natürlich Carturesti Carusel, die mit viel Medienaufmerksamkeit eröffnete mehrstöckige Buchhandlung, allerdings war mir nicht danach, mein Reisegepäck durch Bücher zu belasten. Den großen Rucksack hatte ich im Übrigen gar nicht dabei. Inzwischen kann man Gepäck sehr komfortabel in einem Schließfach am Bahnhof lassen. Die Schließfächer sehen relativ neu aus und kosten 10 Lei für 12 Stunden für ein normalgroßes Schließfach (mein Treckingrucksack und die Isomatte haben locker reingepasst), außerdem gibt es darin einen Stromanschluss zum Aufladen elektronischer Geräte. Das konnte ich leider nicht ausprobieren, da mein Ipod-Ladekabel wohl einen Defekt hat. XXL-Schließfächer für 20 Lei gibt es auch. (Mehr Infos: http://romobility.ro/en). 

Mein Spaziergang durch Bukarest war also sehr entspannt und sogar recht unterhaltsam. Hier ein paar Eindrücke.

Na dann ist ja alles gut bewacht.

Mir fiel spontan jemand ein, mit dem ich gern im Regen tanzen würde.

"NICHT zu verkaufen sind die Wohnungen Nr. ..."

Creaturi dragute!

I am the designer of my own catastrophy.

"Sich nicht zu bewegen ist jetzt der intelligenteste Schritt."

"Iss gesund!"


Nu te mai preocupa, esti frumoasa astazi. - Das heißt soviel wie "Sorge dich nicht mehr, du bist heute schön.", und richtet sich an weibliche Hauptstädterinnen (frumoasa ist die weibliche Form von schön). Ein schöner Spruch, der mit Edding an viele Wände in U-Bahn-Stationen geschrieben steht. Mal ist das "astazi" [heute] durchgestrichen und durch "tot timpul" [immer] ersetzt, in der Variante unten steht etwas pessimistischer: dar timpul trece [aber die Zeit vergeht].





Sonntag, 21. August 2016

Fütterungszeit für den Blog

Ich war mal wieder unterwegs und hab einige Sonnenaufgänge in Südosteuropa erlebt. Einige Posts dazu folgen in den nächsten Tagen. 


Sonntag, 3. Juli 2016

Wo die Jochelbeeren wachsen

Es gibt da ein Häuschen in Sachsen in dem ich ab und zu meine Wochenenden verbringe. Ich habe auch schon mal kurz da gewohnt, in der Zeit entstanden einige amüsante Landleben-Texte. Lange halte ich es leider nie da aus - die Einsamkeit ist erdrückend. Das Haus liegt zwar in einer Siedlung, aber mit den Nachbarn kann ich nichts anfangen. Aber hin und wieder muss ich vorbeifahren, damit eben diese Nachbarn sich nicht beschweren, dass die Hecke verwildet, der Rasen nicht gemäht ist oder die Einfahrt zugewachsen. Ich liebe meinen kleinen Dschungel hingegen und freue mich jedes Mal, wenn ich komme, welche Blumen gerade blühen. Ich bin der festen Überzeugung, dass in meinem wilden Garten zwei- bis dreimal soviele Tiere leben, wie in den sauber gestutzen Nutzgärten der anderen. Allein für Insekten muss es doch ein Paradies sein. Und für mich ist es das manchmal auch, auch wenn ich es oft auch als Last wahrnehme. 


Ich bin gestern gegen Mittag aufgebrochen. Ich hatte noch eine Verabredung zum veganen Sommerfest auf dem Markt und fuhr deshalb erst danach los. Schon auf der Autobahn merkte ich - mit Hecke schneiden und Rasen mähen wird das wohl nichts - es regnete stark. Als ich schließlich da war, sah es nicht viel besser aus. Aber die Hecke war nicht mein einziger Grund für den Ausflug nach Sachsen gewesen. Ich hatte auch noch etwas zu erledigen und außerdem dachte ich mir, dass ein Teil der Beeren reif sein würde. Und so schlüpfte ich in ein paar Gummistiefel, zog einen Kittel über und schlug mich ins Gebüsch. Das ist ein winziger Minuspunkt am Verwildernlassen des Gärtchens - ich komme eben an die Johannisbeerbüsche auch nicht mehr so gut ran. Aber noch viel besser als Johannisbeeren sind Jochelbeeren. Das ist eine Kreuzung aus schwarzer Johannisbeere und Stachelbeere und davon habe ich einige Büsche in ebendiesem Garten. Die Beeren schmecken auch wie eine Mischung aus ebendiesen Beeren, einfach lecker. Nach kurzer Zeit hatte ich eine Schüssel Jochelbeeren und eine Schüssel Rote Johannisbeeren gepflückt. Aus denen wollte ich wieder Marmelade machen. 


Dazu kam ich aber erst am Abend, nachdem ich noch andere Dinge erledigt hatte. Außerdem nutzte ich den Moment, als der Himmel aufklärte und ging mit der elektrischen Heckenschere auf die Hecke los. Oder auf das verwucherte Ding aus Buchsbaum, Brombeere und anderen Pflanzen, das den wackeligen Holzzaun zusammenhält. Wirklich schön wurde das natürlich nicht, denn die Hecke ist relativ hoch, ich aber nicht, die Heckenschere ist ein paar Kilo schwer und ich habe keine Armmuskeln und Geduld und Feingefühl, damit es gerade wird, fehlen mir auch. Ich zerrupfte demnach die Hecke eher mit dem Gerät, aber niemand kann mehr sagen, dass ich mich nicht um den Heckenschnitt kümmern würde. 

Als ich am Abend gegen elf ins Bett sank, beschloss ich, mein Telefon einfach auszuschalten. Ich wollte aufstehen, wann immer ich wach wurde und gleich in einem Steinbruch in der Nähe schwimmen gehen. Ich wachte schließlich kurz vor acht auf und der strahlend blaue Himmel bestätigte mein Vorhaben. Ich schlüpfte in eine Shorts und ein T-Shirt und klemmte mir ein Handtuch auf den Gepäckträger, dann radelte ich gleich ohne Frühstück los. Nach dem Fußballspiel, von dem ich keine Ahnung hatte, wie es ausgegangen war, war niemand auf der Straße. Ich sah in der Ferne einen Radfahrer und eine Zeitungsausträgerin, mir kam ein einziges Auto entgegen und zwei Katzen kreuzten meinen Weg. Dabei ist die Strecke immerhin drei, vier Kilometer lang. Als ich am See ankam, hörte ich jedoch Menschen, die sich unterhielten. Ich hatte mich so darauf gefreut, allein zu sein. Da ich keinen Badeanzug oder Bikini dabei hatte, hoffte ich darauf, die Menschen wenigstens nicht zu kennen - ich wollte ungern nackt vor alten Klassenkameraden stehen. Es waren dann mir fremde Menschen, die ich mit einem freundlichen Guten Morgen grüßte und rausschwamm. Das Wasser war herrlich. Für mich ein wunderbarer Start in den Tag. 

Nachdem ich vom See zurück war, ordnete ich dann aber recht schnell wieder meine Sachen und fuhr nach Halle, denn lange halte ich es allein nicht aus in diesem Häuschen. Steinbruch und Jochelbeerstrauch können mich am Ende doch nicht da halten - ganz abgesehen davon, dass ich jetzt ja in Halle einen interessanten Job habe. Vielleicht ergibt sich ja noch eine ganz andere Möglichkeit. Bei meinem Kurzaufenthalt habe ich entdeckt, dass in dem Pflanzkübel neben der Hintertür ein Jochelbeerstrauch wuchert - es wäre doch auch eine Möglichkeit, den auszugraben und mitzunehmen, wenn ich woanders einen neuen Versuch "Landleben" starte...