Mittwoch, 13. September 2017

Abschied von Timisoara.

Die verflossene Liebe liegt in der Bega. Vielleicht entließ mich die Stadt am nächsten Morgen mit so poetischen Bildern, weil ich eine Erinnerung dem Kanal überlassen hatte: Eine Gabe, wenn auch mit keinem Opfer verbunden. Vielleicht ist aber auch einfach der Sonnenaufgang ohnehin getränkt mit Poesie.

Ich ging zum Bahnhof. Klimaanlagen tropften Kondenswasser auf die Gehwege und es fing an, ganz sachte zu regnen. Es wurde langsam hell, während die Straßenlaternen ihr letztes Licht gaben und hier und da die Scheinwerfer einer Straßenbahn ein heller Punkt im noch zarten Dämmerlicht waren.

Wahrscheinlich, dachte ich mir, werde ich nicht wiederkommen. Ich schaute auf den blauen Zug, der hinter den letzten Gleisen des Bahnhofs einer Kunstinstallation gleich faszinierend vor sich hinrostet, manche der Waggons schon stark verformt und fast vollständig rostrot.

La revedere?


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