Sonntag, 24. März 2019

The great escape - 40 Tage unterwegs

Ich habe Anfang dieses Jahres meine erste wirklich lange Reise unternommen, die insgesamt fast sechs Wochen dauerte. Mein Ziel war es, ohne zu fliegen und ohne eine allzu unangenehme Anreise zu haben, nach Marokko zu kommen und dort etwa drei Wochen unterwegs zu sein. Ich wollte bei der Anreise ein wenig Spanien erkunden und auf dem Rückweg einen Schlenker nach London machen, um dort noch ein paar Tage mit Freunden zu verbringen. Insgesamt bin ich neben Deutschland durch fünf Länder gekommen, habe fünf Hauptstädte besucht, und bin – mit einer Ausnahme aus gesundheitlichen Gründen – nicht geflogen [Warum ich dann doch eine kurze Strecke geflogen bin, erkläre ich im letzten Blogeintrag: Flygskam - Flugscham]. 
 
Es mag viele geben, die nach einer solchen Reise sofort anfangen würden zu schwärmen, wie schön das Leben auf Reisen ist und wie erfüllend und sinngebend. Ich stehe gerade eher nüchtern hier und bilanziere. Was hat es mir gebracht? Würde ich es wieder machen? Was habe ich gelernt?

Sehr schön war an der Länge der Reise, dass ich Zeit hatte, im „Reisegefühl“ anzukommen, ebenso in der Region, in die ich unterwegs war. Sehr schön war, dass ich durch die Anreise über Südspanien das Gefühl einer langsamen Transition hatte. Granada ist optisch gar nicht so verschieden von nordmarokkanischen Städten. Ebenso hatte ich Zeit auch mal irgendwo zu verharren, anstatt durchzuhetzen, obwohl sich gezeigt hat, dass für Marokko ein bis zwei Wochen mehr notwendig gewesen wären, um noch einiges vom Land zu sehen. Da das Land doch größer ist als gedacht und umherreisen nicht in allen Regionen so einfach, braucht es Zeit.

Sofern es mein zukünftiges Leben zulässt, würde ich vermutlich nicht mehr unter zehn Tagen verreisen. Zwei bis drei Wochen sind gut, um in eine Region wirklich einzutauchen, wenn man entlegene Gegenden erreichen will, ist entsprechend sogar mehr Zeit notwendig. Und da mein Ziel nicht ist die Hauptsehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern etwas von der Atmosphäre wahrzunehmen, macht eine kurze Reise in diesem Fall nicht so viel Sinn. Ich weiß nicht, ob ich wieder vierzig Tage lang reisen würde – die Rückkehr ist vermutlich härter, je länger ich weg bin, und zwischendurch kamen schon auch mal Heimweh-Momente auf. Für ein Leben komplett auf Reisen bin ich wohl im Moment (noch?) nicht geeignet.

Ich hatte einen Rucksack von etwa 13 oder 14kg dabei – das war tatsächlich zu viel. Ich würde in Zukunft definitiv versuchen, leichter zu packen – schließlich schleppe ich das Ding oft mit mir rum, das eine odere andere Mitbringsel soll am Ende auch noch rein und eine Flasche Wasser wiegt auch nicht wenig, wenn ich sie an die Seite stecke. Leichter gesagt als getan, aber es ist durchaus möglich unterwegs zu waschen und das muss ich bei einer längeren Reise sowieso, also warum so viele verschiedene Klamotten mitschleppen? Auch beim Krimskrams gilt es abzuspecken und noch genauer zu schauen, ob ich die Dinge benutzen werde – ein einzelnes kleines Stativ oder ein aufblasbares Nackenhörnchen wiegen nicht viel, aber all diese kleinen praktischen Sachen zusammen machen dann doch wieder einen Gewichtsunterschied.

Ich werde noch einige Eindrücke der Reise hier im Blog schildern, aber zunächst einmal noch ein paar Zahlen – mich beeindruckt so etwas ja immer sehr.

Zurückgelegte Kilometer (etwa): 8700 (davon etwa 600km mit dem Flugzeug)

Besuchte Orte (länger als drei Stunden Aufenthalt und nicht bloß Transfer):

Avignon
Barcelona
Granada
Ronda
Algeciras
Tanger
Rabat
Marakkesch
Ouarzazate (außerhalb in der Palmeraie)
Skoura
Gorges du Dadès, km 35
Merzouga
Meknes
Fes
Chefchaouen
Tanger 
Madrid
Paris
London
Brüssel

 

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