Ich habe Anfang
dieses Jahres meine erste wirklich lange Reise unternommen, die
insgesamt fast sechs Wochen dauerte. Mein Ziel war es, ohne zu
fliegen und ohne eine allzu unangenehme Anreise zu haben, nach
Marokko zu kommen und dort etwa drei Wochen unterwegs zu sein. Ich
wollte bei der Anreise ein wenig Spanien erkunden und auf dem
Rückweg einen Schlenker nach London machen, um dort noch ein paar
Tage mit Freunden zu verbringen. Insgesamt bin ich neben
Deutschland durch fünf Länder gekommen, habe fünf Hauptstädte
besucht, und bin – mit einer Ausnahme aus gesundheitlichen
Gründen – nicht geflogen [Warum ich dann doch eine kurze Strecke
geflogen bin, erkläre ich im letzten Blogeintrag: Flygskam - Flugscham].
Es mag viele geben,
die nach einer solchen Reise sofort anfangen würden zu schwärmen,
wie schön das Leben auf Reisen ist und wie erfüllend und
sinngebend. Ich stehe gerade eher nüchtern hier und bilanziere. Was
hat es mir gebracht? Würde ich es wieder machen? Was habe ich
gelernt?
Sehr schön war an
der Länge der Reise, dass ich Zeit hatte, im „Reisegefühl“
anzukommen, ebenso in der Region, in die ich unterwegs war. Sehr
schön war, dass ich durch die Anreise über Südspanien das Gefühl
einer langsamen Transition hatte. Granada ist optisch gar nicht so
verschieden von nordmarokkanischen Städten. Ebenso hatte ich Zeit
auch mal irgendwo zu verharren, anstatt durchzuhetzen, obwohl sich
gezeigt hat, dass für Marokko ein bis zwei Wochen mehr notwendig
gewesen wären, um noch einiges vom Land zu sehen. Da das Land doch
größer ist als gedacht und umherreisen nicht in allen Regionen so
einfach, braucht es Zeit.
Sofern es mein
zukünftiges Leben zulässt, würde ich vermutlich nicht mehr unter
zehn Tagen verreisen. Zwei bis drei Wochen sind gut, um in eine
Region wirklich einzutauchen, wenn man entlegene Gegenden erreichen
will, ist entsprechend sogar mehr Zeit notwendig. Und da mein Ziel
nicht ist die Hauptsehenswürdigkeiten abzuklappern, sondern etwas
von der Atmosphäre wahrzunehmen, macht eine kurze Reise in diesem
Fall nicht so viel Sinn. Ich weiß nicht, ob ich wieder vierzig Tage
lang reisen würde – die Rückkehr ist vermutlich härter, je
länger ich weg bin, und zwischendurch kamen schon auch mal
Heimweh-Momente auf. Für ein Leben komplett auf Reisen bin ich wohl
im Moment (noch?) nicht geeignet.
Ich werde noch
einige Eindrücke der Reise hier im Blog schildern, aber zunächst
einmal noch ein paar Zahlen – mich beeindruckt so etwas ja immer
sehr.
Zurückgelegte
Kilometer (etwa): 8700 (davon etwa 600km mit dem Flugzeug)
Besuchte Orte
(länger als drei Stunden Aufenthalt und nicht bloß Transfer):
Avignon
Barcelona
Granada
Ronda
Algeciras
Tanger
Rabat
Marakkesch
Ouarzazate (außerhalb in der Palmeraie)
Skoura
Gorges du Dadès, km 35
Merzouga
Meknes
Fes
Chefchaouen
Tanger
Madrid
Paris
London
Brüssel
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